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Viel Neuschnee am Wächter des Allgäus Eine perfekte Skitour auf den Grünten

Es gibt sie diese Winter-Traumtage, selten sind sie geworden und gestern war so einer und glücklich, wem es vergönnt ist, da unterwegs zu sein. 40 Zentimeter Neu-schnee im Allgäu hatten dafür gesorgt, dass es praktisch an der Haustür losgehen konnte. Ein Berg, der in diesem Jahr besonders in den Fokus der sanften Wintersportler gerückt ist, ist der Grünten, der Wächter des Allgäus.

Von: Georg Bayerle

Stand: 30.12.2017

Traum-Skitour am Grünten | Bild: BR; Georg Bayerle

Weil ein Investor kurzfristig abgesprungen ist, laufen die Lifte im kleinen Skigebiet diesen Winter nicht und der Berg gehört ganz denen, die aus eigener Kraft heraufkommen – und das sind gar nicht wenige. Viele von denen aus der Umgebung haben hier am Grünten einst Skifahren gelernt, aber ohne Lifte schalten sie schnell um auf Tourenski oder Schneeschuhe wie ein Paar aus Kempten.

Ist schon Volkswandertag?

Eine erste Schätzung reicht an die hundert, die auf der weiten offenen Fläche am Berghang hinterherkommen. Das Gelände war einst Skipiste. Nur drüben in Kranzegg sind die die Naturschneelifte in Betrieb. Nach der Insolvenz der Grüntenlifte gibt es erstmals überhaupt keinen Liftbetrieb am Grünten. Und der markante Gipfel zeigt sich an so einem Bilderbuchwintertag als anlagenfreier Wintersportberg der Spitzenklasse.

Die Routenführung ist klar

Aus allen Richtungen zwischen Rettenberg und Kranzegg kommen sie daher, vorwiegend Skitourengeher, viele Schneeschuhgeher und einige Splitboarder, mit den geteilten Snowboards. Insgesamt 3 – 400 werden es am ganzen Tag am Ende sein. Das stört an diesem Winterwundertag aber niemanden und das zeigt, wie groß die Menge derer ist, die sich mittlerweile lieber selbst den Berg hinaufmühen. Der Grünten ohne Lifte hat sofort zu anderen der sanften Allgäuer Winterberge wie Wertacher Hörnle oder Riedberger Horn aufgeschlossen.

Das letzte Stück wird alpin

Ganz bis auf den Gipfel mit dem steinernen Gebirgsjägerdenkmal gehen dann nicht mehr alle – es ist ein bisserl steil und luftig am Grat, aber die Aussicht ist grenzenlos.  Von der Schweiz über den Bregenzerwald, das ganze Allgäu, Tannheimer bis zur Zugspitze reicht dieser Dreisterneblick. Ein paar Bäume sind blenden weiß vereist, am Grat bläst der Eiswind Schneekristalle über die Wächten – Hochgefühl.

Eine Abfahrt durch knietiefen Pulverschnee wartet zum Schluss. Gleich links ab sind die Hänge noch einigermaßen unverspurt, dafür bleibt die bewirtschaftete Grüntenhütte auf der sonnigen Bergschulter rechts liegen – Gäste gibt es auch so genug. Fast alle kehren in der Hütte ein und das dürften ähnlich viele wie zu besten Skigebietszeiten sein.

Der Grünten


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