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Schneesicheres Frühjahrsziel im Kleinwalsertaler Talschluss Skitour auf das Grünhorn

Unter Skitourengehern zählt der Talschluss im Kleinwalsertal zu den ersten Adressen in den Allgäuer Alpen. Praktisch in alle Himmelsrichtungen und in allen Schwierigkeitsgraden strahlen die Tourenmöglichkeiten vom hintersten Weiler Baad aus. Über allem thront hier der Widderstein, der zu den anspruchsvollen Zielen zählt.

Von: Georg Bayerle

Stand: 02.04.2021

Schneesicheres Frühjahrsziel im Kleinwalsertaler Talschluss | Bild: BR; Georg Bayerle

Unten strömen die Quellbäche der Breitach aus tief eingeschnittenen Tälern zusammen, und der Schnee sammelt sich hier auch noch im Frühjahr zu oft meterhohen Gebilden.

Kunstwerk aus Schnee und Gebirge

Die Winterlandschaft im beginnenden Frühling strahlt Wildheit und Harmonie zugleich aus: steile Bergflanken mit schütteren Sträuchern und Bäumen, der schattenkalte Felsklotz des Widdersteins und der Bergbach, der sanft zwischen Knollen und Höckern aus Schnee dahinmurmelt. Die kleine ebenmäßige Pyramide des 2039 Meter hohen Grünhorns sieht man schon von unten. Der Name „Weißhorn“ wäre jetzt durchaus treffender für dieses schöne und schneesichere Skitourenziel.

Mutter und Kitz bahnen sich den Weg

Auch für Schwaben wie Christina und Andi aus Reutlingen ist das Kleinwalsertal ein bekanntes und beliebtes Terrain mit den vielfältigen Tourenmöglichkeiten. In sicherer Entfernung zu den steilen Bergflanken der abweisenden Unspitze folgen wir dem Alpweg ins Turatal. Am gegenüberliegenden Hang wühlt sich ein ganzes Rudel Gämsen durch den Schnee und knabbert schmackhafte Knospen von den Sträuchern. Nach einer steilen Waldstufe weitet sich das Gelände unter den Ochsenhofer Köpfen zu einer Spielwiese für kurze schöne Abfahrten. Hier gibt es auch einen Übergang ins benachbarte Schwarzwassertal. Somit ist es gar nicht so leicht, sich bei all den Möglichkeiten für eine Tour zu entscheiden, zumal Wetter, Wind und Schneelage perfekt mitspielen.

Vergängliche Architektur des Schnees

Die Landschaft in reinem Weiß ist gezeichnet von geometrischen Spuren. Den Gipfelhang des Grünhorns zieren rhythmisch geschlungene Locken sowie das scharfe Zickzack der Aufstiegsspur zum höchsten Punkt auf dem Bergkamm zwischen dem Bregenzer Wald und Allgäu. Alles liegt in tiefer Ruhe: kein Flugzeug am Himmel, kein Laut von der Straße unten im Bregenzer Wald. Nur die Schwaben und wir sind da. So ein Tag ist ein echtes Geschenk, auch für einen wie Hans, der alles andere als ein alpines „Grünhorn“ ist. 2017 hat der Reutlinger mit der Barre des Ècrins den letzten Viertausender der Alpen bestiegen, der ihm zu den 82 noch gefehlt hat. Die Tour auf das Grünhorn ist ihm aber nicht weniger wertvoll. Und bald schon zieren den weiten Gipfelhang des Grünhorns ein paar kunstvoll geschwungene Locken mehr. Ungefähr so würde ein Künstler den perfekten Skitourentag zeichnen!

Karte: Das Grünhorn

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Karte: Das Grünhorn


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