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Im Naturpark Nagelfluh Wie man Wintersportler lenkt

Rund eine halbe Million Bergsportler gehen auf Tourenski oder Schneeschuhen ins Gelände und die „Unberührtheit“ hat eine Magnetwirkung – aber wie viele Besucher verträgt die Natur? Junge Allgäuer Alpbauern machen sich Sorgen, ob die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft erhalten bleiben kann und im Naturpark Nagelfluh arbeiten Ranger daran, dass die schwierige Balance auch zukünftig hält.

Von: Georg Bayerle

Stand: 02.02.2019

Naturpark Nagelfluhkette: Aufstieg in der Ostrinne | Bild: BR/Georg Bayerle

Der Tag zählt zu denen, die in die Winterlandschaft locken: Schneeglitzern in der Luft, die freien Wiesenflächen und Waldgruppen ganz verschneit.

Mit dem Naturpark-Ranger Florian Heinl auf Tour

An den typischen klobigen Nagelfluhfelsen vorbei geht der junge Ranger Florian Heinl auf Inspektionstour: Er untersucht das Spurenbild der vergangenen Tage am Steineberg, wo freie Hänge für die Befahrung gesperrt sind, weil eine Wildfütterung darunter liegt. Mehrmals wurde ihm vom Jäger gemeldet, dass das Wild gestört wurde, das jetzt mit besonders harten Bedingungen zu kämpfen hat.

Das Projekt "Natürlich auf Tour" im Naturpark Nagelfluhkette

Anders als in den meisten Gegenden Bayerns, gibt es hier im Naturpark Ranger, die darauf achten sollen, wie sich das immer kompliziertere Verhältnis zwischen Naturschutz und Nutzung entwickelt. Insofern kann der Naturpark zum Modell werden, denn binnen weniger Jahre ist die Anzahl der Tourengeher rasant angestiegen. Das beobachten auch die Alpbauern im Gebiet der Nagelfluh. Sebastian Beck will seine Gäste deshalb künftig im Rahmen von kostenlosen Sennereiführungen über die Gegebenheiten der Bergnatur und die notwendige Rücksichtnahme informieren. „Wir haben das Glück, wir können das alles noch genießen und wenn man an die nächste Generation denkt, der möchten wir es auch hinterlassen. Und das ist nur möglich, wenn sich alle an die eigene Nase fassen und überlegen, wie gehe ich mit der Natur um und was hinterlasse ich da“, sagt Mona die Bergbäuerin.

Abfellen im Printschengebiet

Auf der Alpenvereinskarte sind die unterschiedlichen Schutzgebiete genau verzeichnet. Es ist das Ergebnis des DAV-Projekts „Skibergsteigen Umweltfreundlich“, an das der Naturpark mit seiner Besucherlenkung anknüpft. Florian Heinl ist heute zufrieden: das Bild der Ski- und Schneeschuhspuren zeigt kaum Ausreißer. Diese Balance muss gewahrt bleiben, dann funktioniert es auch mit weiter steigenden Besucherzahlen im Naturpark Nagelfluh. Mona und die anderen sind hier zuhause; sie wollen es vorleben, damit alle spüren, in was für einem besonderem Naturraum sie hier unterwegs sind. Die Regeln sollen nur helfen, dass sich die Besucherscharen in den richtigen Bahnen bewegen. Entscheiden muss sich jeder Einzelne.


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