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Ramsauer Profi auf der Jagd nach dem Gesamt-Weltcup Der Skibergsteiger Toni Palzer

Die einen fahren auf Skiern möglichst schnell den Berg hinab, die anderen rennen möglichst schnell hinauf, und zwar beim Weltcup im Skibergsteigen. Bis 1948 war diese Sportart sogar eine olympische Disziplin. Mit Tourenski und Fellen bewältigen die Sportlerinnen und Sportler dabei aus eigener Kraft gewaltige Distanzen, Aufstiege von bis zu 1200 Höhenmeter in einer halben Stunde. Einer der Top-Athleten im Skitouren-Rennlauf ist Toni Palzer aus Ramsau im Berchtesgadener Land.

Von: Sebastian Nachbar

Stand: 18.01.2020

Ramsauer Profi auf der Jagd nach dem Gesamt-Weltcup | Bild: Balz Weber DAV

Vergangenen Winter war der 26jährige Profisportler bereits Zweiter im Gesamt-Weltcup. Diese Saison will Palzer ganz oben stehen.

Ein Wintersportler wird im Sommer gemacht, sagt Toni Palzer. Obwohl er im Sommer viele hundert Stunden beim Berglaufen und Radfahren trainiert ist er ein Wintersportler. Auf superleichten Tourenskiern und Fellen die Berge hochrennen, das ist sein Ding. Seit er denken kann, ist Toni Palzer mit den Eltern und seinem Bruder auf Skitour unterwegs – ohne Druck, denn es war eigentlich immer die Freude an der Bewegung und am Draußen-Sein. Der sportliche Gedanke kam erst später und damit dann die Entwicklung zum Wettkampfsport.

Meistertitel schon als Teenager

Als Sportsoldat lebt Toni Palzer den Skitourensport. Schon sein Vater war Deutscher Meister im Skibergsteigen. Der Sohn holte den Titel ebenfalls, und zwar schon mit 16. Es folgten Podiumsplätze in allen drei Disziplinen: Individual, Vertical und Sprint. 2018 gewinnt Toni den Vertical Gesamt-Weltcup, die kleine Kristallkugel im Skibergsteigen. 2019 wird er dann Zweiter im Gesamt-Weltcup. Im kommenden Winter will er nun ganz nach oben. Die Vorbereitung auf die Weltcupsaison war hart: Höhentraining in den Westalpen, Schlafen auf 2200 Meter Höhe, Training bis auf 4200 Meter Höhe. 80 Stunden in drei Wochen, 70.000 Höhenmeter.

Dabei gibt der 26-Jährige längst nicht immer Vollgas – im Gegenteil, fast 90 Prozent der Trainingsstunden, an die 1000 im Jahr, liegen im Grundlagenbereich und somit in einem Tempo, das Toni Palzer über mehrere Stunden laufen oder gehen kann.

Nur Zwölfter beim Weltcupauftakt

Beim Weltcupauftakt vor Weihnachten im französischen Aussois gab es bereits den ersten Dämpfer: Palzer plagte eine Erkältung. Das Ergebnis: ein zwölfter Platz im Individual.
Kein großes Problem für den Ausnahmeathleten, denn bei allem Ehrgeiz sind ihm der Spaß am Skitourensport und schöne Tage im Gebirge wichtiger als Ergebnisse. Daraus zieht er vor allem die Kraft für neue Taten.

Weil der Alltag immer stressiger wird, ist der Ausgleich umso wichtiger geworden – und genau das bietet der Berg- und Skitourensport für Toni Palzer.


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