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Die Bayern 2-Rucksackradio-Kino-Preview im Rückblick " Free Solo": Nervenkitzel und atemberaubende Bilder

800 Zuschauer kamen am vergangenen Dienstag zur Bayern2-Kinopreview im Mathäser-Kino in München. Zu sehen gab es „Free Solo“, den oscarprämierten Dokumentarfilm über die seilfreie Begehung von Kletterer Alex Honnold am berühmten El Capitan im Yosemite Valley. Atemberaubende Bilder aus der Vertikalen, große Emotionen und eine Spannung, die kaum auszuhalten war. Und das alles auf einer riesigen Kinoleinwand.

Von: Sebastian Nachbar

Stand: 16.03.2019

Free Solo: Alex Honnold bewältigt als erster die Freerider-Route am El Capitan im Yosemite Nationalpark | Bild: National Geographic/Jimmy Chin

Mit einem Lächeln am Gipfel

Geschafft! Alex Honnold auf der Spitze des El Capitan

Schlussszene einer bildgewaltigen Kinovorstellung: Kletterer Alex Honnold steht im roten T-Shirt am Gipfel. Unter ihm ein gigantischer Abgrund. Er kratzt sich am Kopf, als müsste er überlegen, was gerade passiert ist. Das ist passiert: Alex Honnold hat den El Capitan durchklettert, diese berühmte 1000 Meter hohe Felswand im kalifornischen Yosemite Valley. Das Besondere: alleine und ohne Seil, Free Solo, als erster Mensch überhaupt. Die Kamera zoomt weg, Alex Honnold schrumpft zu einem roten Punkt zusammen, unter ihm nichts als glatter, senkrechter Granit. Das Licht im Kino geht an, die Leute sind baff. „Sein Lächeln zum Schluss, war eigentlich fantastisch. Zu wissen, dass er es geschafft hat. Obwohl jeder im Kino vorher schon wusste, dass er es geschafft hat. Zwischendrin, glaube ich, hat jeder gezittert. Da war Gänsehaut“, sagt ein Zuschauer. „Schon beeindruckend. Dass ein Mensch so weit geht, sein Leben zu riskieren“, sagt eine Zuschauerin.

Mehrfach ausgezeichnet

Alex Honnold in der Wand über Markus Aicher und Ernst Vogt

Triumph oder Tod – Alex Honnolds ultimatives Wagnis am El Capitan, davon erzählt Free Solo. Seit Monaten macht der Film Schlagzeilen. In den USA lief er schon vergangenen Herbst in den Kinos, räumte Preise auf diversen Festivals ab und wurde mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Am vergangenen Dienstag lief Free Solo zum ersten Mal in einem deutschen Kino. In einer exklusiv vom Bayern2-Rucksackradio veranstalteten Preview im Mathäser Filmpalast am Münchner Stachus. Eine Woche vor dem offiziellen Kinostart.

Die Beziehung auf die Probe gestellt

Hier klettert Alex Honnold durch die Enduro Corner der Freerider-Route am El Capitan

Seven Summit-Bergsteiger und Arzt Karl Flock hat schon viel gesehen am Berg. Aber was Free Solo an Spannung auffährt, überwältigt selbst ihn. Und das, obwohl das Ende von Anfang an bekannt ist. Wirklich bewegend wird der Film für Flock aber durch etwas anderes: „Weil der Film nahe am Leben aufgebaut ist. Man fragt sich nicht nur: Kommt er da durch? Man hofft insgeheim auch: Mensch, lass die Beziehung bestehen. Das macht den Film nochmal viel wertvoller.“

An seine Träume glauben

Liebe, Leistung, Leidenschaft. Und die philosophische Frage danach, was der Mensch alles erreichen kann, wenn er es unbedingt will. Das ist das, was einem Free Solo mitgibt. Fast jeder hat ja seinen eigenen El Capitan im Leben. Entscheidend ist, wie man mit großen Herausforderungen umgeht. Alex Honnold kann da eine tolle Inspirationsquelle sein, sagt Profikletterer und Abenteuer Stefan Glowacz: „Sein ganzes Leben hat sich zehn Jahre nur um dieses eine Projekt gedreht. Und das zeigt auch im überhöhten Sinne, dass man an seine Träume und an seine Ziele und an seine Vorstellungen glauben muss. Und dass man auch hartnäckig genug sein sollte, um diese Träume dann auch zu realisieren.

Bodenständiger Typ

Der Arzt und Extrembergsteiger Dr. Karl Flock steht Rede und Antwort zum Film aus medizinischer Sicht

Alex Honnold ist jetzt ein Star. Kletterern gelingt das eigentlich nie. Seine nächste Herausforderung liegt allerdings gerade nicht in der Höhe. Doch auch die wird Alex Honnold meistern, sagt Stefan Glowacz: „Ich gönne es kaum einem Menschen mehr als dem Alex, weil der so natürlich ist und auch am Boden bleiben wird. Davon bin ich überzeugt. Er wird ein ganz großes Vorbild sein für alle jungen Kletterer in Zukunft.“

Der Film „Free Solo“ kommt am 21. März in die Kinos.


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