1

Ewige Ruhe für den Kederbacher und Hermann Buhl Der Friedhof im Bergsteigerdorf Ramsau

Allerseelen ist in der christlichen Tradition der Gedenktag für die Verstorbenen. Gläubige besuchen die Gräber ihrer Angehörigen und zünden eine Kerze an. Manche Friedhöfe sind aber auch so einen Besuch wert, zum Beispiel der Friedhof im Bergsteigerdorf Ramsau: Dort findet man auch Gräber berühmter Bergsteiger.

Von: Barbara Weiß

Stand: 02.11.2019 | Archiv

Ewige Ruhe für den Kederbacher und Hermann Buhl
| Bild: BR; Barbara Weiß

Gräberbesuch an Allerseelen - in der Ramsau im Berchtesgadener Land wird diese Tradition noch heute gepflegt. Auch wer dort keine Angehörigen liegen hat, für den lohnt sich ein Besuch des Ramsauer Friedhofs: Mit Blick auf den Watzmann sozusagen sind hier bekannte deutsche Bergsteiger begraben, auch Johann Grill, der Erstbezwinger der Watzmann-Ostwand im Jahr 1881 und bekannt als Kederbacher. Obwohl schon vor über 100 Jahren verstorben, ist er nicht vergessen. Eine Kerze brennt auf seinem Grab.

Blick vom Friedhof aus

Seit 1658 gibt es den Ramsauer Friedhof vor der Pfarrkirche St. Sebastian. Heute ist der Friedhof denkmalgeschützt. Neben Johann Grill wird hier noch weiterer berühmter Bergsteiger gedacht, beispielweise Hermann Buhl, dem Erstbesteiger des Nanga Parbat 1953 und des Broad Peak 1957, zwei der höchsten Berge im Himalaya. Eine Gedenktafel erinnert an Hermann Buhl, denn seine Leiche ist im Himalaya verschollen. Buhls Frau lebt hochbetagt noch im Berchtesgadener Land. Nicht nur sie, auch andere Ramsauer Witwen kommen regelmäßig zum Friedhof: "Es wird angepflanzt und ein Lichtlein drauf, ein bisschen muss man schon an die Verstorbenen denken, ein bisschen schon", erzählt eine ältere Dame.

Der Bergfriedhof

Was in der Ramsau noch selbstverständlich ist, das Gedenken an die Toten an Allerseelen, ist in Städten eine immer seltenere Familientradition. Fritz Rasp kann sich nicht vorstellen, dass man nicht zum Grab der Angehörigen geht. "Ist ja klar, dass man aufs Grab geht, das ist seit Jahrhunderten so, ich kenn es nicht anders, muss ich sagen", sagt der Ramsauer. Der Friedhof und die Kirche St. Sebastian, die man von unzähligen Kalenderbildern und Postkarten kennt, ist in jedem Fall einen Besuch wert, auch wenn man hier nicht die Gräber der eigenen Angehörigen besucht. Allein der Blick von der Ramsauer Ache zur Kirche und zum Friedhof ist ein Muss für jeden Hobbyfotografen.

Karte: Der Bergfriedhof Ramsau

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Der Bergfriedhof Ramsau


1