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Neue Herausforderung für sportliche Bergradler Die Trans-Bayerwald-Mountainbikerunde

Der Bayerische Wald zählt zu den TOP 10 der deutschen Urlaubsgebiete. Im Bereich Mountainbike belegt der Bayerische Wald unter 34 Destinationen den 1.Rang. Auf diesen Erfolgen weiter aufbauend, wurde in einem europäischen LEADER-Kooperations-Projekt die TransBayerwald MTB entwickelt und Anfang Juni eröffnet.

Von: Christoph Thoma

Stand: 27.07.2019

Neue Herausforderung für sportliche Bergradler | Bild: BR; Christoph Thoma

Die TransBayerwald-Mountainbikerunde umfasst ein Netzwerk aus Mountainbike-Etappen-Routen im Bayerischen Wald und verbindet die anspruchsvollsten Mountainbike-Angebote der Region. Im Mittelpunkt der Route stehen zwei Sieben-Tages-Etappen mit einer Gesamtlänge von gut 700 Kilometern. Etappe drei auf der MTB Nord führt von Waldkirchen über den Dreisessel nach Mitterfirmiansreuth: 63 Kilometer, 1800 Höhenmeter. Allein daran sieht man schon, dass die TransBayerwald für sportliche Mountainbiker gedacht ist. Berthold Rauch ist als Wegpate und Guide für die Strecke verantwortlich. Er fährt die ganze Strecke regelmäßig ab und kontrolliert die Beschilderung. Wenn der Sturm einen Baum quergelegt hat, meldet er das im Landratsamt.

Sanfte Feldwege

Die ersten Kilometer sind noch flach. Auf geschotterten Wegen nähern wir uns dem Dreisessel. Kühle Luft empfängt uns im Mischwald und Wasserrauschen am Michelbach, der seinen Ursprung an der Südseite des Dreisessel-Massivs hat, gleich hinter Breitenberg nach Oberösterreich hineinfließt und dort zur Mühl wird, die wiederum dem Mühlviertel den Namen gibt.

Unter dem Dreisessel

In Serpentinen geht es auf Schotter und Riesel bergauf in Richtung Ewigkeitsstraße, wir treten kräftig in die Pedale. Daniela Schilling ist im Tourismusverband Ostbayern verantwortlich für die abwechslungsreiche Mountainbike-Route durch den Bayerischen Wald. Sie hat darauf geachtet, dass die Mischung stimmt. So gibt es nicht nur Single-Trails, weil sonst die Tagesetappen nicht zu bewältigen wären, aber auch kaum Asphalt-Stücke, dafür sehr oft Waldwege - technisch gut machbar, aber konditionell fordernd! Steil, von Felsbrocken übersät und mit tiefen Querrillen durchsetzt, strampeln wir die Route hinauf zum Drei-Sessel-Haus. Wir bewegen uns jetzt auf dem Wittiko-Steig. „Wittiko“, ist ein Romantitel von Adalbert Stifter. Wo Wanderweg und MTB-Route auf einer Trasse verlaufen, ohnedies die Ausnahme, wird immer wieder ausdrücklich um Toleranz und wechselseitige Rücksicht gebeten. Klar ist aber auch: Im Zweifel haben die Wanderer Vortritt!

Das endlose Waldmeer

Es sind an die 40 Treppenstufen aus Granit, die auf 1312 Meter Höhe zum Drei-Länder-Punkt hinaufführen. Einst sollen die Könige von Bayern, Böhmen und Österreich hier über die Grenzen ihrer Reiche verhandelt haben. Der Blick schweift jedenfalls frei in alle Richtungen: hinüber zum Großen Arber, zum Falkenstein, zum Lusen und zum Rachel und tief hinein ins Böhmische und ins Mühlviertel. Im Westen ragt der Brotjacklriegel auf, an dem später unsere TransBayerwald auch vorbeiläuft.

Downhill mit Hindernissen

Nach einem kräftigen Zug aus der Trinkflasche richten wir uns und die Räder her für das Downhill-Abenteuer. Jetzt heißt es achtsam mit der Vorderbremse umzugehen. Es ist sinnvoll, den Sattel tiefer zu stellen, um den eigenen Schwerpunkt nach hinten zu verlegen, denn bei zu heftigem Bremsen in Verbindung mit dem Einknicken der Federgabel kann es leicht dazu kommen, „dass man über den Lenker absteigt!“ Die Single-Trails durch den Wald und letztlich über holpriges Wurzelwerk erfordern volle Konzentration. Plötzlich geht es gar nicht mehr weiter. Bernhard Hain, der für Trails und Wanderwege im Landkreis Freyung-Grafenau zuständig ist, erklärt uns, dass es bis in den Hochsommer hinein kleine Umleitungen geben kann, weil der Forst noch dabei ist, die Spuren des massiven Schneebruchs aus dem Spätwinter zu beseitigen. 

Bei der Quelle der Kalten Moldau

An der Quelle der Kalten Moldau und beim Marienwasserl von Kohlstattbrunn kann man die Trinkflaschen fürs Finale auffüllen. Dazu lädt die Dreisessel-Alm zur Jause auf der Terrasse ein. Es ist das einzige Gasthaus an der Strecke zwischen Neureichenau und Phillipsreut. Hans-Günter Sageder, der Wirt, hat schon festgestellt, dass nach der Eröffnung der TransBayerwald MTB Anfang Juni immer mehr Gäste auf seiner Terrasse Kaiserschmarren oder Gulasch bestellen.

Wer die TransBayerwald auf der Süd- oder der Nordroute unter die Stollenräder nimmt, bekommt vom Tourismusverband Ostbayern ein Reisetagebuch mit Stempelkarte, die der Mountainbiker beim Gastgeber, in der Tourist-Info oder auch bei Einzelhändlern in den Etappenorten abstempeln lassen kann.  Wer mindestens sieben Etappen gefahren ist, kann sich in die „Online-Finisher-Liste“ eintragen lassen und erhält als Erinnerung ein Markierungszeichen der TransBayerwald mit dem Vermerk: „Geschafft“.

Die TransBayerwald MTB verläuft von Neureichenau nach Mitterfirmiansreut. Die Südroute führt von Furth im Wald nach Eging am See, die Nordroute verbindet Passau mit Furth im Wald. Gratis-Starterpakete und Kartenmaterial bekommt man unter www.trans-bayerwald.de, www.ostbayern-tourismus.de oder www.bayerischer-wald.de

Karte: Mitterfirmiansreuth

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Karte: Mitterfirmiansreuth


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