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Rock‘n Roll und Dampflok-Flair zwischen Zeitlofs und Wildflecken Der Rhönexpress-Bahnradweg

Wo einst Dampf-Lokomotiven schnauften, schnaufen heute gerne mal die Radfahrer. In Bayern gibt es gleich ein paar Dutzend ehemaliger Bahntrassen, die zunächst jahrelang brachgelegen sind, nachdem der Zugverkehr eingestellt wurde. Dann aber wurden die Gleise abgebaut und die Schotterschichten asphaltiert. Auf diese Weise sind perfekte Bahnradwege entstanden wie zum Beispiel der Rhönexpress-Bahnradweg zwischen Zeitlofs und Wildflecken.

Von: Norbert Steiche

Stand: 12.09.2020

Rock‘n Roll und Dampflok-Flair zwischen Zeitlofs und Wlldflecken | Bild: BR; Norbert Steiche

Ganz sanft steigt der Weg an. Dass wir auf einer ehemaligen Bahntrasse unterwegs sind, merken wir zum einen an den in regelmäßigen Abständen befestigten Kilometerschildern am Wegrand und zum anderen an den ehemaligen Bahnhöfen oder Schrankenwärterhäuschen, die wir passieren. Auf der einen Seite erhebt sich der Schwarze Berg, auf der anderen der Höhenzug der Dammersfeld-Kuppe, die mit dem Kreuzberg bis auf den Meter genau der zweithöchste Gipfel in der Rhön ist. Entlang der Bahntrasse im Tal gurgelt die Sinn. An manchen Stellen haben Biber Dämme gebaut und kleine Seenlandschaften geschaffen. Baumstümpfe ragen wie Inseln aus dem Wasser, die von den Bibern gefällten Baumstämme liegen wie Mikado-Stäbchen kreuz und quer im Wasser.

Ein restauriertes Schrankenwärterhäuschen in Bad Brückenau

Nicht nur Radler kommen auf der Trasse des einstigen Rhönexpresses auf ihre Kosten, auch Langläufer wie Markus Enders trainieren hier auf Rollskiern für den Winter. Rund 26 Kilometer ist die Strecke lang, aber nur 250 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Kurz vor Wildflecken lächelt uns Elvis Presley an - als Graffiti an einem Streckenwärterhäuschen. US-Soldaten waren einst mit einer großen Garnison in Wildflecken stationiert, und so kam auch „The King of Rock’n Roll“ 1959 als GI für ein paar Tage in den kleinen Ort in der Rhön. Damals rollten auch noch regelmäßig Züge mit Panzern an den Dörfern Riedenberg und Oberbach vorbei. Immer wieder sind Relikte zu sehen, sogar aus der Zeit, als die ersten Züge vor gut 110 Jahren hier vorüberrollten.

Von Wildflecken ist es nicht mehr weit zum Kreuzberg. Allerdings wird es nun steil und geht gut 400 Höhenmeter bergauf. Nach einer Brotzeit am Franziskanerkloster rollen wir über den Guggas-Pass wieder zurück nach Wildflecken – 26 Kilometer immer leicht bergab.

Karte: Bad Brückenau und Wildflecken

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Bad Brückenau und Wildflecken


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