2

Hitze und Höhenmeter, Rosen und Weißlacker Radeln von der Burg zum Bier im Allgäu

Im Allgäu lassen sich der Märchenkönig, Damaszenerrosen und der Weißlacker gut unter einen Hut – oder besser gesagt: unter zwei Räder bringen. In zwei Radltagen geht es von der Burg zum Bier.

Von: Wolfgang Schneider

Stand: 13.07.2019

Nur ein paar Kilometer sind es - vom Pfrontner Zentrum kommend - zum Falkenstein. Dort oben, auf 1277 Meter Höhe, thront eine Burgruine auf einem exponierten Felsen. Genau hier wollte Bayerns Märchenkönig Ludwig II. seinen letzten Prachtbau errichten, wohl auch, weil man von hier aus ein fantastisches Panorama genießen kann. Man blickt hoch zum Breitenberg, Aggenstein und Kienberg und hinab zum Forggensee, Hopfensee und Weißensee.

Hier wollte König Ludwig II ein weiteres Märchenschloss errichten

Die nächsten Ziele sind der Grüntensee und dann Wertach, der Ort, wo die Gebrüder Kramer vor 145 Jahren den Weißlacker erfunden haben. Der halbfeste, würzig durftende Schnittkäse aus Kuhmilch wird auch gerne als Bierkäse bezeichnet wird und ist ein echter „Stinker“. In der Gebirgskellerei Wertach, wo zahlreiche Blüten- und Beerenweine gekeltert werden, probieren wir den Weißlacker mit Erdbeerwein – zwar ungewohnt, aber ein durchaus schönes Zusammenspiel von Salz und Süße. Der Anstieg von Wertach hinauf nach Oberellegg in der prallen Nachmittagssonne bei weit über 30 Grad ist dann hart, wird aber belohnt mit einem Allgäu-Rundumblick auf eine Landschaft, die bisweilen wie eine Postkarte anmutet.

Die BierAlp der Familie Göhl in Rettenberg / Kranzegg

Nach rund 50 Kilometern und etwa 1000 Höhenmetern sind wir dann am Ziel: beim Bernardi Bräu in Rettenberg/Kranzegg auf knapp 1000 Meter Höhe. Die Brauerei wurde in eine frühere Skiliftstation am Fuße des Grüntens hineingebaut, quasi die Konsequenz der schneearmen Winter. Seit kurzem gibt es hier auch die BierAlp, ein große Almhütte, ganz in Holz. Selbstverständlich wird hier zum Bier eine deftige Brotzeit serviert, oder - wie der Allgäuer loben würde – „besser goht’s it.“

Wie auf der Postkarte, der Alpsee

Der zweite Tag unserer Allgäu-Radtour führt uns von Rettenberg nach Oberstaufen, etwa 30 Kilometer und 150 Höhenmeter.  Teilweise sind wir dabei auf der sogenannten „Radrunde Allgäu“ unterwegs, die 450 Kilometer lang ist und seit 2013 besteht. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat sie immerhin mit vier von maximal fünf Sternen ausgezeichnet. Man kann sich ganz individuell seine Touren zusammenstellen und - wie wir es auch getan haben -, einen Stopp am Großen Alpsee bei Immenstadt einlegen, dem größten Natursee im Allgäu, malerisch gelegen inmitten von Wiesen, Wäldern und Bergen. Im architektonisch sehenswerten AlpSeeHaus erwartet Sie einie kleine und teilweise interaktive Ausstellung zur Nagelfluhkette. Der Naturpark Nagelfluhkette liegt grenzüberschreitend zwischen dem Bregenzerwald in Vorarlberg und dem Allgäu. Die letzten Kilometer nach Oberstaufen sind nun pures Genussradeln - durch eine Landschaft, die manchmal so schön ist, dass sie fast unwirklich erscheint. 

Informationen zur „Radrunde Allgäu“ sowie zu weiteren touristischen Angeboten gibt es unter www.allgaeu.de

Hitze und Höhenmeter, Rosen und Weißlacker | Bild: Stefan Dorner zum Audio Hitze und Höhenmeter, Rosen und Weißlacker Radeln von der Burg zum Bier im Allgäu

Im Allgäu lassen sich der Märchenkönig, Damaszenerrosen und der Weißlacker gut unter einen Hut - oder besser gesagt: unter zwei Räder bringen. In zwei Radltagen geht es von der Burg zum Bier. Wolfgang Scheider erzählt wie schön es war. [mehr]

Karte: Die Burgruine Falkenstein

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Die Burgruine Falkenstein


2