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„Spuren-Tour“ im Wittelsbacher Land Neue Radroute zur Bayerischen Landesausstellung

Am Mittwoch hat die aufgrund von Corona verschobene Bayerische Landesausstellung 2020 endlich begonnen. In diesem Jahr ist sie zu Gast in Aichach und Friedberg, im sogenannten Wittelsbacher Land. Die Region heißt so, weil dort die bayerischen Könige und Herzöge, die Wittelsbacher, vor rund 800 Jahren ihre Stammburg hatten und die Gegend entsprechend geprägt haben. Eine eigens zur Landeausstellung entwickelte Fahrradroute, die so genannte „Spuren-Tour“, führt an die Orte, die unverkennbar mit den Wittelsbachern verbunden sind.

Von: Doris Bimmer

Stand: 13.06.2020

Neue Radroute zur Bayerischen Landesausstellung | Bild: BR; Doris Bimmer

Das Wittelsbacher Land spielt zwar nicht in einer Liga mit dem Ostallgäuer Königswinkel mit den Schlössern Hohenschwangau und Neuschwanstein, doch auch hier gibt es jede Menge Tages- oder Mehrtages-Ausflüge, die sich lohnen, sagt Wolfgang Müller vom Landratsamt Aichach-Friedberg. Die Landesausstellung ist jetzt die beste Gelegenheit, den Besuchern zu zeigen: Das Wittelsbacher Land ist reizvoll.

Ehemaliges Kloster in Kühbach mit angeschlossener Brauerei

Die rund 55 Kilometer lange Radtour beginnt in Aichach. Vorbei am einstigen Stammsitz der Wittelsbacher führt sie in größerer Runde zu den eindrucksvollen Schlössern in Kühbach und Affing, zur Wallfahrtskirche St. Leonhard in Inchenhofen und endet an dem als Grenzfestung erbauten Wittelsbacher Schloss in Friedberg. Kultur und Natur gehen in der Region Hand in Hand. Von hier aus haben die Wittelsbacher zwischen Freising und dem Lechrain allmählich ihre Herrschaft aufgebaut, viele Städte und Märkte gehen auf die Wittelsbacher zurück.  Kreisheimatpfleger Hubert Raab kennt sich bestens aus mit der Geschichte im Landkreis Aichach-Friedberg. Er hat die Spuren-Tour maßgeblich mitentworfen. Alle Stationen haben auf irgendeine Art und Weise mit den Wittelsbachern zu tun, betont er. Über die Information hinaus ist ihm auch wichtig, dass die Landschaft erlebt wird.

Ein aufgelassenes Spargelfeld entlang der Route

Wer auf der „Spuren-Tour“ unterwegs ist, merkt bald, dass es bergauf, bergab geht durch das tertiäre Hügelland. Auch der Lechrain ist eine besondere Landschaft und wartet für die Radler auch mit schönen Biergärten auf, zum Beispiel in Kühbach. Man kann auch das Angebot des Landkreises Aichach-Friedberg nutze und E-Bikes ausleihen, die für die Besucher der Landesausstellung bereitgestellt werden. Die Strecke hat von allem etwas zu bieten: etwas Straße, lange Feld- und Waldpassagen, mal querfeldein, mal ein Stück weit auf einem Fahrradweg. Extra ausgewiesen ist die Route nicht, deshalb muss man sich auf die Sprachführung des Fahrrad-Navis verlassen, um nicht an jeder Kreuzung anhalten und auf die Karte schauen zu müssen. So gelingt eine perfekte Kombination von Ausstellungsbesuch und entspannter Radtour, von Natur und Kultur.

Langeweile kommt nicht auf, dafür sorgen unter anderem auch Kunstwerke wie diese Schnitzereien auf dem Geschichtspfad

Hubert Raab empfiehlt ganz besonders auch das kurze Teilstück von Aichach über Unterwittelsbach nach Oberwittelsbach und weiter nach Kühbach. Gerade auf dieser Strecke kann man herrliche Fernblicke bis zu den Alpen genießen. Auch erdgeschichtlich hat das Wittelsbacher Land einiges zu bieten, erklärt der Kreisheimatpfleger. Ganz im Süden sind noch Spuren der Riß-Eiszeit zu erkennen, zum Beispiel die riesigen Felsblöcke bei Steindorf. Im Norden befinden sich das Donaumoos und die Aindlinger Terrassentreppe, die gleich auf zwei Eiszeiten zurückgeht, sowie das Lechtal.

Mehr Information zu Bayerischen Landesausstellung und zur Spuren-Tour gibt es unter www.wittelsbacherland.de/bayerische-landesausstellung-2020

Karte: Das Wittelbacher Land

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Das Wittelbacher Land


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