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Ein Niedermoor als Natur- und Künstler-Landschaft Radtour ins Dachauer Moos

Nur zehn Minuten benötigt der Zug vom Münchner Hauptbahnhof bis Dachau. So muss man nicht stundenlang mit dem Auto im Stau stehen, wenn man die Landschaft vor der Haustüre entdecken möchte, zum Beispiel bei einer Radtour ins Dachauer Moos.

Von: Kristina Dumas

Stand: 31.10.2020

Ein Niedermoor als Natur- und Künstler-Landschaft | Bild: BR; Kristina Dumas

Durch die Nähe zu München sind schon im 19. Jahrhundert viele Künstler hierhergekommen und haben die vom Moos geprägte Landschaft mit ihren ganz besonderen Lichtverhältnissen und reizvollen Motiven gemalt. Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich in Dachau dann eine der bedeutendsten Künstlerkolonien Deutschlands für die Freiluftmalerei etabliert, erklärt Monika Döring von der Tourist-Info Dachau.

Im Niedermoor

Wie aber hat sich die Landschaft verändert und was ist heute, rund 150 Jahre später, noch übrig von der weiten Mooslandschaft? Wir sind mit dem Fahrrad unterwegs ins Dachauer Moos, um diese besondere Landschaft mit ihren Streuwiesen, Bruchwäldern, Auen und vielen Wasserläufen zu erkunden. Vom S-Bahnhof Dachau geht es stadtauswärts. In der Hermann-Stockmann-Straße stehen prächtige Villen, Zeugnisse der ehemaligen Künstlerkolonie. Zwei Kilometer weiter erreichen wir das gut 300 Hektar große Dachauer Moos.

Robert Rossa Geschäˆftsfüˆhrer vom Verein Dachauer Moos e. V

Dort wartet schon Robert Rossa vom Verein Dachauer Moos. Zwar gibt es noch immer die typischen Moorkiefern, sagt er, ansonsten aber hat sich die Landschaft massiv verändert. Vor 150 Jahren, so zeigen es die Gemälde der Freiluftmaler in der Gemäldegalerie Dachau, konnte man von hier bis zur Münchner Frauenkirche schauen, über eine weite, nasse Ebene hinweg. Weil damals aber für die Brauereien in München mit dem Torfabbau begonnen wurde, hat das Moor sein Wasser verloren. Wo man heute trockenen Fußes steht, wäre man vor 150 Jahren nicht einmal mit Gummistiefeln durchgekommen.

Dachauer Schloss

Kaum zu glauben, aber wir befinden uns wirklich in einem Niedermoor. Heute ist das nur noch am offenen Ackerboden und den tiefschwarzen Maulwurfshügeln zu erkennen. Mitten im Moor liegt der Waldschwaigsee, eine idyllische Kiesgrube, denn unter dem Torf befindet sich die Münchner Schotterebene. Der Kies wurde für den Bau von Eisenbahnlinien, Autobahnen und Straßen abgeräumt. Heute ist der See ein Ort der Ruhe. Wir umrunden ihn zu Fuß. Dann geht es wieder aufs Rad, weiter zum Langwieder See, zur Amper und gemächlich auf dem Fürstenweg zum Dachauer Schloss und Schlossgarten. Durch das große eiserne Tor gelangt man vom barocken Teil des Hofgartens in den waldähnlichen Englischen Garten, in dem vor geraumer Zeit ein Bienenlehrpfad angelegt wurde. An föhnigen Tagen sieht man vom Schlossgarten sogar bis zur Zugspitze. Unsere rund 13 Kilometer lange Radtour ist nun fast zu Ende - es geht nur noch den Schlossberg hinab zum S-Bahnhof.


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