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Spätherbst-Radtour im Münchner Norden Mit dem Gravelbike unterwegs auf der „Nord-See-Runde“

Jetzt im Herbst werden nicht nur die Tage kürzer, sondern auch die Radtouren. Es wird nicht nur früher dunkel, sondern auch kalt. Doch auch mit einer kurzen Herbstrunde lässt sich frische Luft tanken, zum Beispiel im Münchner Norden auf einer „Nord-See-Runde“.

Von: Petra Martin

Stand: 16.11.2018

Erster See auf der Runde: der Feldmochinger See im Münchner Norden | Bild: BR/Petra Martin

Mit Blick auf Schloss Nymphenburg geht es los. Von der Gerner Brücke schweift der Blick über das spiegelglatte Wasser des Schlosskanals, gesäumt von Bäumen, die in herbstlichen Farben leuchten. Das Schloss lasse ich jetzt aber buchstäblich links liegen und fahre nördlich auf Nebenstraßen aus der Stadt hinaus. Sobald ich in Moosach unter den Bahngleisen hindurchgeradelt bin, beginnt der schöne Teil der Tour. Er führt erst am Bahndamm entlang nach Norden, dann wird die Straße über den Rangierbahnhof zu einem Schotterweg - perfekt für ein Gravelbike oder Crossrad, denn mit diesem kann man nicht nur Asphalt fahren, sondern auch Schotter und mit etwas Mut auch Singletrails.

Auf den ersten Blick sieht das Gravelbike oder Crossrad aus wie ein Rennrad: Diamantrahmen und geschwungener Lenker. Die Reifen sind etwas breiter, aber die Technik ist wie auf dem Rennrad. Man sitzt etwas aufrechter, weil der Rahmen kürzer ist, erklärt Christian Höchst. Er fährt mit seinem Gravelbike bei Amateurrennen mit, auch in seiner Freizeit oder auf dem Weg zu Arbeit sitzt er am liebsten auf dem Gravelbike, weil es so vielseitig ist und dank der Scheibenbremsen gerade im Herbst bei Nässe und Laub auch sicherer. Ein Schutzblech lässt sich ebenfalls montieren.

Hinter den gold-gelben Birkenblättern leuchtet blau der Feldmochinger See

Für die „Nord-See-Runde“ ist das Gravelbike eine gute Wahl. Schon bald glitzert der Feldmochinger See blau hinter den letzten gelben Birkenblättern. Ein kurzer Foto-Stopp, dann geht es weiter in Richtung Norden zur Ruderregatta-Strecke an. Ab hier folgen viereinhalb Kilometer über groben Schotter zum Regattabadesee. Hier treffe ich Isa, die in der Früh mit ihrem Trekkingrad noch im Nebel gestartet ist und den Herbst ganz besonders gern mag - die Ruhe, den sich lichtenden Nebel und die bunten Blätter.

Freilich sind die kleinen Seen im Münchner Norden keine klassischen Touristenziele, die mit Bergpanorama bestechen. Dafür lässt sich das herbstliche Farbenspiel in aller Ruhe fernab der Massen genießen. Der nächste See ist nicht weit: Über einen Schotterweg führt die Route zum Karlsfelder See, von dem es dann nur ein Katzensprung ist zum tiefgrünen Waldschwaigsee. Die Farben der Blätter spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche. Da wird die Seele so ausbalanciert wie dieser spiegelglatte See, schwärmt eine Frau aus der Nachbarschaft.

Der Waldschwaigsee besticht mit seinem tiefgrünen Wasser

Eine Schotterpiste führt weg vom See und zurück zur Straße. Hier bieten sich viele Möglichkeiten. Wer mag, kann die Nord-See-Runde beliebig nach Westen erweitern, denn der Olchinger See und der Ampersee sind nur etwa zehn Kilometer entfernt. Thorsten Brönner ist nicht nur begeisterter Radler, er hat auch zahlreiche Radbücher geschrieben. Sein Tipp: Auf der Asphaltstraße nach Süden radeln und dann rechts in den Schotterweg einbiegen, der zum Lußsee führt, dann im Halbkreis um den See herum und auf einem Kiesweg zwischen den beiden Baggerseen hindurch. Von dort radeln wird nun gemeinsam weiter in Richtung Schloss Blutenburg, und zwar auf einem kaum bekannten Schotterweg nahe der Autobahn, die dank der Lärmschutzwand kaum zu hören ist.

Sechs ruhige Kilometer später sind wir am Schloss Blutenburg angekommen. Idyllisch steht es über dem kleinen Weiher, eingerahmt von goldenen und roten Herbstblättern, die noch an den Bäumen hängen oder als raschelnde Laubpracht schon auf dem Boden liegen.

Karte: Radln im Münchner Norden

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Radln im Münchner Norden


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