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Kleinod mit Katzen, Kas und Kaiserschmarrn Mountainbiketour zur Baumgartalm im Lechtal

Mountainbiken ist eine gute Alternative zum Bergwandern – und da bietet sich auch das Tiroler Lechtal mit seinen hochalpinen Seitentälern an. Vom 42 Kilometer langen Haupttal zweigen zehn Seitentäler ab und locken mit wenig bekannten Zielen. Vom Talort Bach geht es hinein ins Madautal, aber nicht auf dem „E5-Runway“ zur Memminger Hütte, sondern zur versteckt gelegenen Baumgartalm im geologisch vielfältigen und farbenprächtigen Gebiet nahe der Fallenbacherspitze.

Von: Chris Baumann

Stand: 22.08.2020

Einsames Kleinod mit Katzen, Kas und Kaiserschmarrn | Bild: BR; Chris Baumann

Gut 600 Höhenmeter und 15 Kilometer gilt es zu bewältigen. Zuerst geht es auf einer kleinen Teerstraße durch Schatten spendenden Wald hinein ins Madautal hinein und dann gleich bergauf – gerade recht zum Aufwärmen. Links rauscht tief unten der Alperschonbach in der Madauschlucht, rechts erheben sich die noch bewaldeten Hänge des Vorderen Sonnkogels.

Angenehme Steigung zum Einfahren

Nach etwa zwei Kilometern zweigt der schottrige und steile Almweg Richtung Baumgartalm ab. Die freie Sicht nimmt zu, der Schatten dagegen ab. Immer wieder fließen kleine Bäche über den Weg. Kurz öffnet sich der Blick zur Saxer Spitze. Aber auch in der Nähe, direkt neben dem Weg, lohnt es sich genauer hinzuschauen, zeigt sich hier doch die ganze Pracht der berühmten Lechtaler Flora von Trollblumen und Rittersporn über Knabenkräuter und Storchenschnabel. bis zu Braunelle, Fingerhut und Natternkopf. Vorbei an der 1400 Meter hochgelegenen Grießlalpe geht es weiter bergauf. Noch eine Kurve, dann taucht markant und majestätisch die Tajaspitze auf. Auf den nächsten eineinhalb Kilometer ist Muskelentspannung angesagt. Mehrere Gatter sind zu passieren, immer mehr Gipfel spitzen hervor. 

Das letzte Stück, nochmal anspruchsvoll

Nach der Hochalm heißt es noch 250 Höhenmeter weiter bergauf strampeln. Der grobe Schotter verlangt fahrerisches Können. Dann ist die 1661 Meter hoch gelegene Baumgartalm erreicht. Sie versteckt sich im Talschluss unterhalb der Fallenbacherspitze und des markanten Fallenbacherturms. Auf den Weiden der Baumgartalm stehen 140 Hochlandrinder. Die zotteligen und geländegängigen Gesellen mit den langen Hörnern haben es sich mitten auf dem Weg bequem gemacht. Almpächter Michael Wolf rät den Mountainbikern abzusteigen und zu schieben, damit die Tiere nicht erschrecken. Aber nicht nur die Hochlandrinder genießen den Bergsommer auf der Baumgartalm, sondern auch zahlreiche Murmeltiere.

Die Baumgartalm

Den Sommer über hüten Michael Wolf und seine Freundin Bettina das Vieh und verwöhnen von Donnerstag bis Sonntag auch die wenigen Mountainbiker und Wanderer mit Kässpatzen, Kaspressknödeln und Kaiserschmarrn. Heidi, die Hauskatze, freut sich, wen ab und zu etwas für sie abfällt. Sie ist eine dreifarbige Maine-Coon, also eine amerikanische Waldkatze, gilt den Native People im Nordosten der USA, aber auch Michael und Bettina als Glücksbringer und fühlt sich auf der Baumgartalm sauwohl. Der Tag auf der Alm beginnt für Michael Wolf sehr früh. Viele steile und felsdurchsetzte Bergwiesen mit gefährlichen Absturz-Stellen gehören zur Alm gehören. Zwei bis drei Mal am Tag steigt Michael bis auf 1800 Meter Höhe auf und schaut nach dem Vieh. Bisher hat sich noch kein Tier verletzt – vielleicht auch, weil Almkatze Heidi für Glück sorgt.

Karte: Baumgartalm

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Karte: Baumgartalm


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