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Ybbstal-Radweg im Mostviertel Unterwegs von Waidhofen nach Lunz am See

Radeln an einem Fluss entlang ist sehr beliebt, denn die Wege verlaufen meist relativ eben, so dass man herrlich durch die verschiedenen Landschaften pedalieren kann. Eine besonders schöne und entschleunigende Tour für Genussradler führt entlang der Ybbs durch die gleichnamigen Ybbstaler Alpen in Niederösterreich.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 16.10.2020

Ybbstal-Radweg im Mostviertel: Apfelernte im Mostviertel | Bild: BR/Ullie Nikola

Der gut ausgebaute und 107 Kilometer lange Radweg verläuft von der Donau bis zum Bergsee, zuerst durch das sanfte Hügelland der Mostbirnbäume, dann durch die bergige Region der Ybbstaler Alpen. Besonders malerisch ist die 55 Kilometer lange Etappe von Waidhofen an der Ybbs bis Lunz am See.

Traumstrand an der Ybbs

Gemeinsam mit Norbert Dürauer starte ich in seinem Heimatort Waidhofen an der Ybbs. Als passionierter Rennradfahrer kennt er hier jeden Radkilometer und jede Steigung im weiten Umkreis. Doch auf dem Ybbstal-Radweg, der nun vor uns liegt, geht es nicht um Höhenmeter und Leistung, sondern um das Naturerlebnis und die Freude an der Bewegung. Es geht immer an der Ybbs entlang und dementsprechend ohne Steigung vorbei an vielen Rastplätzen. Zudem gibt es ein Rad-Taxi, mit dem man dann zurückfahren kann und somit nicht hin- und zurückradeln muss.

Bei Waidhofen liegen der Buchenberg und der Schnabelberg im Sonnenlicht und schon nach wenigen Metern geht es flussaufwärts an der Ybbs entlang. Je weiter wir uns dem Ursprung der Ybbs nähern, umso tiefer gelangen wir ins wilde Mostviertel, erklärt Ernst Zettel, der im Ybbstal aufgewachsen ist. Die Ybbs entspringt am Großen Zeller Hut und mündet bei Ybbs in die Donau. Bis Lunz am See heißt sie noch „Uis“, ab Lunz dann Ybbs. Nahe der Mündung ist das Mostviertel geprägt durch die Obstbäume, die der Region seinen Namen geben. Doch hier oben in den Ybbstaler Alpen ist es gebirgiger, der Radweg aber trotzdem recht eben, denn er folgt der einstigen Ybbstal-Bahntrasse und ist daher autofrei.

Opponitzer Tunnel

Bei Opponitz geht es durch das sogenannte Ofenloch. In dieser Schlucht zeugen Rundbogenbrücken und ein Tunnel noch von der alten Bahngeschichte inmitten schönster Natur. Bei Opponitz sind Fliegenfischen und Flussbaden im glasklaren Wasser der Ybbs sehr beliebt. Weiter führt der Radweg vorbei an Gärten, Feldern und Wiesen, wo Königskerzen, Eisenhut, Schafgarbe und Sängerkraut blühen und duften. Auf dem Rad lässt sich die Natur mit allen Sinnen genießen. Dann kommen wir durch Hollenstein an der Ybbs, einem Eldorado für Mountainbiker. Schöne Trails gibt es beispielsweise auf der Kitzhütten-Almtour oder Gamsstein-Tour. Rennradfahrer Norbert Dürauer schwärmt dazu von den vielen weiteren Routen auf dem Asphalt, zum Beispiel mit einem fordernden 1000-Höhenmeter-Anstieg auf das Hochkar. So kann sich jeder etwas Passendes heraussuchen – immer aber mit Blick auf die Ybbstaler Alpen.

Ybbstaler Fisch

Statt Picknick am Ufer der Ybbs kehren wir im Landhotel Zellerhof an der Radstrecke ein. Dominik Daurer bringt ausschließlich frischen regionalen Fisch auf den Tisch: Seesaibling aus dem Lunzer See oder Ybbstaler Lachsforelle mit Tomaten-Gnocchi oder in Sesamkruste auf Blattsalat. Nach der Einkehr ist es nicht mehr weit bis zum Lunzer See, dem Ziel dieser Tagesetappe. Wunderschön gelegen am Fuße des Dürrensteins glitzert das klare Wasser in Trinkwasserqualität im Sonnenlicht. Boote legen an und ab, am Ufer rasten Wanderer und Radfahrer.

Mehr Informationen zum Ybbstal-Radweg im Mostviertel gib es unter www.mostviertel.at/ybbstalradweg

Karte: Mostviertel

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