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Eine Zweitagestour auf der Route 1000 HMR mit Regen Mountainbiken in der Fränkischen Alb

Für manche Natur- und Sportfreunde ist Urlaub mit dem Mountainbike das Höchste. Am liebsten jedes Wochenende die Räder aufs Auto und los. Gerade in Corona-Zeiten haben viele Menschen in Bayern umgedacht und ihre Heimat neu erkundet. Zwangsläufig, klagen einige. Für drei Franken hingegen ist das genau das Nonplusultra: vom Gartentor weg auf den Trail.

Von: Kilian Neuwert

Stand: 26.09.2020

Eine Zweitagestour auf der Route 1000 HMR mit Regen | Bild: BR; Kilian Neuwert

Die Freunde und Vereinskameraden aus Feucht bei Nürnberg haben auf einer zweitägigen Tour in der Fränkischen Alb Neues zu erkundet: den 1000 HMR - einen Rundwanderweg über 1000 Höhenmeter in der Nähe von Hersbruck. Die Route ist bestens ausgeschildert und führt unter anderem über die Houbirg, wo schon die Kelten siedelten und die Nazis später KZ-Häftlinge Stollen für die Rüstungsproduktion in den Berg treiben ließen. Heute bieten die Wälder der Gegend ebenso herrliche wie fordernde Trails für Mountainbiker und Wege mit zahlreichen schönen Ausblicken für Wanderer.

Das alte Oberbecken des Stausees wird derzeit nicht genutzt

Feucht bei Nürnberg, Freibadparkplatz - Treffpunkt für Birgit, Thomas und Holger. Die drei sind mit ihren Mountainbikes gekommen, tragen Helme, Handschuhe und Rucksäcke für die Zweitagestour. Biken auf einem Wanderweg, 1000 Höhenmeter auf 23 Kilometern, da wird nicht viel Grades dabei sein. Wie das Wetter wird, ist beim Aufbruch offen. Am zweiten Tag könnten die drei nass werden, zumindest der schlechtesten Prognose nach. Doch keiner lässt sich die Vorfreude nehmen, gefahren wird grundsätzlich bei jedem Wetter. Die Freunde sind seit Jahrzenten leidenschaftliche Mountainbiker, fast immer von zu Hause aus unterwegs in Richtung mittelfränkischer Trails, mal steiler, mal flacher. Durch einsame Landschaften geht es auch heute auf schmalen Wegen von Feucht nach Nord-Osten zur Hersbrucker Alb mit ihren Äckern, Buchenwäldern und Felsen.

Durch dichte Buchenwälder geht es mal technisch einfach mal schwer nach Hersbruck

Über 60 Kilometer und rund 1100 Höhenmetern müssen die drei auf dem ersten Abschnitt ihrer Tour bewältigen. Dann erreichen sie das Oberbecken des Happurger Stausees, ursprünglich als Energiespeicher geplant, dann wegen einer undichten Stelle am Grund aber nicht mehr genutzt. Er wirkt wie eine Wunde in der Landschaft: ein leerer See auf dessen Grund nur Gestrüpp wächst. Während das Oberbecken leer bleibt, ist der Happurger Stausee im Tal nach wie vor beliebt als Ausflugsziel. Unweit seiner Ufer beginnt das Neuland für die drei Freunde: 1000 Höhenmeter Rundwanderweg um Pommelsbrunn – abgekürzt 1000 HMR – heißt der Weg, den sie fahren wollen. Dabei ist sich Vereinssportler Thomas Häusinger bewusst, dass die Mountainbiker vordringen in eine Landschaft, die Wanderer ebenso lieben. Rücksicht ist daher oberstes Gebot! Doch Anhalten ist heute nicht nötig, die drei sind allein unterwegs. Der „1000 HMR“ führt sie durch die Wälder hoch über Pommelsbrunn und dabei auch über die Houbirg, eine Hochfläche, die schon die Kelten besiedelten, wovon steile Wälle und Gräben zeugen.

Heute ist die Gegend vor allem beliebt bei Freizeitsportlern, bietet sie doch herrliche Ausblicke über die Hersbrucker Schweiz. Ausblicke, die den drei fränkischen Mountainbikefreunden Birgit, Thomas und Holger verwehrt bleiben sollen. Starker Regen zwingt sie in geschichtsträchtiger Landschaft zum Abbruch der Tour. Im Wald sind die Wurzeln und Steine schon ziemlich glitschig und zu gefährlich zum Downhill. Auch weichen allmählich die Regenjacken durch. Also nix wie ins Trockene! Doch sie wollen wiederkommen und dann die komplette Tour durchziehen.

Karte: Der Happurger Stausee

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Karte: Der Happurger Stausee


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