8

Mit dem Mountainbike über Stock und Stein bei Viechtach Die Pandurentour im Bayerischen Wald

Der Pandurensteig im Bayerischen Wald hat seinen Namen von den Panduren, einer Armee von Söldnern aus slawischen Ländern, die in der Zeit des Österreichischen Erbfolgekriegs in der Region Angst und Schrecken verbreitete. Auf den Spuren dieser Plünderer sind heute Wanderer und Mountainbiker unterwegs - auf der Pandurentour. Mit dem Mountainbike ist die Runde in drei Tagen zu schaffen.

Von: Iris Härdle

Stand: 01.08.2020

Mit dem Mountainbike über Stock und Stein bei Viechtach | Bild: BR; Iris Härdle

Sie beginnt in Viechtach und führt über Furth im Wald und Chammünster wieder zurück zum Ausgangspunkt - mit einem kurzen Abstecher nach Tschechien. Pro Tag sind rund 50 Kilometer und 1000 bis 1500 Höhenmeter zu bewältigen.

Anders als bei vielen Touren in den Alpen, wo es oft stundenlang auf Schotterwegen bergauf geht, führen die abwechslungsreichen Wege hier oft durch eine liebliche und hügelreiche Wald-und-Wiesen-Landschaft, entlang von Flüssen, wie zum Beispiel dem Schwarzen Regen - schön fürs Auge und angenehm zu radeln. Für Mountainbiker hat der Bayerische Wald viele schöne Touren im Angebot - von einfachen Familientouren bis zu Mehrtagestouren mit anspruchsvollen Trails. Von denen schwärmt auch Sebastian Nielsen vom Abenteuercamp Schnitzmühle in Viechtach: „Das Besondere ist, dass es wirklich noch Trails gibt, also Wanderwege, in die Wurzeln reinwachsen, und nicht so wie beim Alpencross lange Schotterwege, das ist auch für die Mountainbiker spannender.“

Tragepassage auf dem Pandurensteig

Mit meinen drei Freundinnen Sandra, Sabine und Anuschka habe ich mich auf die Pandurentour begeben. Normalerweise sind die drei begeisterten Mountainbikerinnen einmal im Jahr irgendwo in den Alpen unterwegs, vorzugsweise in Südtirol. In diesem Jahr bleiben sie Corona-bedingt in heimischen Gefilden. Schöne Trails gibt es viele auf der Pandurentour. Sie führen aber nicht immer in einem angenehmen Flow abwärts, sondern streckenweise auch ordentlich bergauf, was selbst ambitionierte Freizeitradler ziemlich herausfordert. Schnell bekommt man zu spüren, dass auch der Bayerische Wald ein paar knackige Höhenmeter im Programm hat. Was zudem auffällt: Anders als in den Alpen oder im Alpenvorland ist hier sehr wenig los. Wir treffen nur auf ein paar Biker und Wanderer.

Am zweiten Tag führt die Tour mit einem Abstecher nach Tschechien, und zwar auf den Cerchov, zu Deutsch Schwarzkopf, den mit 1042 Metern höchsten Berg des Oberpfälzer Waldes, zugleich der Nordgipfel des Böhmerwaldes. Zur Zeit des kalten Krieges wurde er von der Sowjet-Armee und der DDR-Staatssicherheit als Aufklärungsposten genutzt. Heute zieht er viele Ausflügler an, die allerdings erst einmal einen strammen Anstieg bewältigen müssen. Sie werden aber belohnt; denn bei schönem Wetter reicht der Blick bis zu den Alpen. Außerdem lockt der Kiosk mit Rahmkuchen, einer Tasse Kaffee und einen Erfrischungsgetränk - alles zusammen für sagenhafte € 4,50 !

Verschnaufpause zwischen mächtigen Quarzfelsen im Pfahl bei Viechtach

Die mühsam hinaufgestrampelten Höhenmeter macht die Abfahrt auf dem Cerchovsteig wieder wett. Über einen langen Downhill mit teils kniffligen Wurzel-Passagen geht es wieder zurück nach Bayern - bis Waldmünchen. Hier erst beginnt der eigentliche Pandurensteig, nach dem die Runde benannt ist. Sie ist auch für Wanderer angelegt und mit kleinen roten Hinweisschilder, auf denen der schwarze Pandurensäbel zu sehen ist, gekennzeichnet. Der zweite Tag umfasst die längste und anstrengendste Etappe mit rund 60 Kilometern und 1500 Höhenmetern. Als Übernachtungsmöglichkeit bietet sich der Gasthof Ödenturm in Chammünster an. Die preisgekrönte, regionale Küche lohnt einen Besuch und zieht Gourmets aus dem ganzen Umland an.

Auch die dritte Etappe folgt dem schwarzen Pandurensäbel und führt in einem gemütlichen Auf und Ab auf Feld- und Wiesenwegen zu Bayerns Geotop Nr. 1, dem Großen Pfahl. Diese geologische Besonderheit bildet eine markante Trennlinie zwischen dem vorderen und dem hinteren Bayerischen Wald. Ein schöner, holpriger Waldpfad vorbei an schroffen Quarzfelsen ist der krönende Abschluss der Pandurentour. Weitere Informationen gibt es unter www.bayerwald-bike.de sowie www.schnitzmuehle.de und www.oedenturm.de


8