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Mountainbike-Pilotprojekt bei Bad Tölz Neuer Anlauf des DAV für mehr Toleranz und Verständnis

Mountainbiker und Wanderer haben viel gemeinsam - sie lieben die Natur und haben eine besondere Beziehung zum Wald. Doch wenn sich ihre Wege kreuzen, gibt es immer wieder Ärger. In einem neuen Anlauf will der Deutsche Alpenverein schlichten und für mehr Toleranz und Verständnis auf beiden Seiten sorgen.

Von: Martin Breitkopf

Stand: 03.07.2020

Mountainbike-Projekt:  | Bild: BR/Martin Breitkopf

Mountainbiker und Wanderer haben viel gemeinsam - sie lieben die Natur, sind gern in der frischen Luft unterwegs und haben eine besondere Beziehung zum Wald. Doch wenn sich ihre Wege kreuzen, gibt es immer wieder Ärger. Die Schlagzeilen der letzten Zeit haben es in sich und klingen nach einem regelrechten Kleinkrieg in den Bergen: Wanderer verpasst am Schliersee einem Mountainbiker einen Faustschlag -  Rabiater Mountainbiker verprügelt Wanderer am Kaiserstuhl – Fahrradfallen mit Nagelbrettern - Mountainbiker werfen Steine auf Wanderer usw. In einem neuen Anlauf will der Deutsche Alpenverein die Fronten aufweichen und schlichten und für mehr Toleranz und Verständnis auf beiden Seiten sorgen. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gibt es dazu ein Pilotprojekt.

Benjamin Trotter vom DAV

Von wegen gleich losradeln zur Tutzinger Hütte! Benjamin Trotter vom DAV packt zuerst eine Karte aus, denn wer gut plant, geht Ärger besser aus dem Weg. Benjamin Trotter ist seit gut zwei Jahren der DAV-Projektleiter für den Mountainbike-Testlauf rund um Bad Tölz. Er selbst ist leidenschaftlicher Mountainbiker - und auch er hatte schon Diskussionen mit Wanderern.

Nicolas Gareis vom DAV

Auch Nicolas Gareis begleitet uns auf dem Bergradl. Er ist der DAV- Mountainbike-Beauftragte und erklärt, warum sich der Alpenverein berufen fühlt, zwischen Wanderern und Mountainbikern zu vermitteln: Fast die Hälfte der über 1,2 Millionen DAV-Mitglieder fahren auch Mountainbike. Allein deshalb fühlt sich der Verein in der Pflicht.

Durchfahrtsverbote sollten beachtet werden

Aufklärungsarbeit ist dringend nötig, betont Benjamin Trotter, denn das Bayerische Naturgesetz gewährt eigentlich jedem ein freies Betretungsrecht der Natur. Allerdings sollte man lokale Gegebenheiten berücksichtigen. Die warten gleich paar Höhenmeter weiter oben auf uns - wir stehen wir vor einem selbstgemalten Schild mit einem Durchfahrtsverbot für Radfahrer. Man sollte es respektieren, in diesem Fall werden gerade Wegebauarbeiten durchgeführt.  

Um mutig nach unten zu fahren, muss man üben!

Wir pedalieren weiter den Berg hoch. Viele Wanderer sind heute nicht unterwegs, der Weg wird enger und matschiger - und prompt steht plötzlich ein Wanderer ausgerechnet an einer engen Stelle vor uns. Wir halten an und lassen den Wanderer passieren. Genau das sollte die Regel sein, meint Benjamin Trotter. Wenig später zeigt uns dann ein anderer Mountainbiker bei der Abfahrt auf einem Trail, wie man es nicht machen soll: Sein Hinterrad blockiert beim Bremsen, eine tiefe Furche bleibt zurück im Weg. Naturschonender wäre es, die Bremse leicht zu lösen und mutig nach unten zu fahren, was aber gar nicht so einfach ist. Doch auch hier gilt: Übung macht den Meister!

Karte: Bad Tölz

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Bad Tölz


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