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Im Bärlauch-Meer unter Buchen am Hetzleser Berg Frühlingsradtour in der Fränkischen Schweiz

Der Frühling ist im Anmarsch! Langsam steigen die Temperaturen und das erste Grün spitzt schon hervor. Die Märzenbecher sind bereits erblüht, auch die Blausternchen und der Bärlauch sprießen. Alles reckt sich nach dem Sonnenlicht, das in den Wäldern zurzeit durch die blattlosen Laubbäume auf den Boden fällt – wie beispielsweise am Hetzleser Berg am Rande der Fränkischen Schweiz. Dort erstreckt sich unter den Buchen jetzt ein regelrechtes Bärlauch-Meer – ein wirklich „duftes“ Ziel für eine Frühlingsradtour.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 27.03.2021

Im Bärlauch-Meer unter Buchen am Hetzleser Berg | Bild: BR; Ulrike Nikola

Wir starten in Erlangen und radeln erst einmal durch den Meilwald hinauf in Richtung Atzelsberg.

Zu Fuß oder mit dem Rad

Nach wenigen Kilometern haben wir oberhalb von Marloffstein auf der Hochfläche einen ersten schönen Ausblick nach Norden hin zum Walberla, aber auch ins Nürnberger Land hinein sowie zum Hetzles und Lindelberg. Weiter geht es dann zum kleinen Ort Hetzles am Fuße des gleichnamigen Berges. Von hier radeln wir 200 Höhenmeter kontinuierlich bergauf – nach der Winterpause ist die dreistündige Frühlingsradtour mit insgesamt rund 800 Höhenmetern genau das richtige Maß zum Beinmuskel-Training, auch wenn wir oben auf dem Hetzleser Berg erstmal nach Luft schnappen. Einmal tief durchatmen, dann radeln wir hier das Plateau mit kleinen schönen Trails entlang und genießen immer wieder tolle Ausblicke.

Bärlauch-Meer

Der Hetzles ist wie das benachbarte Walberla ein Zeugenberg, der wie eine Insel abgetrennt ist – ein erhabener Berg über dem Umland. Es geht vorbei an Äckern, Hecken, Wald und Streuobstwiesen. Im Sommer gibt es hier Kirschen, im Herbst Äpfel und jetzt im Frühling den Bärlauch. Der Buchenwald am Hetzles ist noch kahl, doch unter den Buchen duftet es nach Bärlauch – das heißt, es riecht wie Knoblauch. Zwischen dem Laub am Boden sprießen die jungen, frischen Bärlauchblätter hervor. Beim Bärlauch-Sammeln sollte man allerdings genau hinschauen, denn man kann ihn mit giftigen Pflanzen wie beispielsweise Maiglöckchen, Aronstab oder Herbstzeitlose verwechseln. Deshalb am besten Blatt für Blatt einzeln sammeln und auf die spezifischen Merkmale achten, rät Kräuterexpertin Marion Reinhardt. Eines der wichtigsten Kennzeichen ist die ausgeprägte Mittelrippe, die jedes Blatt vom Bärlauch hat. Wenn man das Blatt in der Mitte knickt, dann gibt es im Gegensatz zu den drei anderen Pflanzen einen hörbaren Knacks. Ein wichtiger Unterschied zum Maiglöckchen ist zudem noch, dass bei den Maiglöckchen die Blätter immer paarweise an einem Stiel herauskommen und der Stiel rund ist. Beim Bärlauch dagegen sind die Stiele ganz deutlich eckig, und es kommt auch immer nur ein Blatt an einem Stiel aus dem Boden. Wenn man am Bärlauchblatt reibt, dann riecht man den leichten Knoblauchduft, den Aronstab, Herbstzeitlose und Maiglöckchen nicht verströmen. Doch das kann als Unterscheidungsmerkmal trügerisch sein, weil dieser Geruch vielleicht schon an den Fingern haftet.

Kräuterexpertin Marion Reinhardt

Marion Reinhardt ist als Kräuterexpertin regelmäßig in der Natur rund um Fürth, Nürnberg und Erlangen unterwegs. Sie sammelt den Bärlauch gerne wegen seiner gesunden Inhaltsstoffe. Mit Bärlauch kann man eine entgiftende und entschlackende Frühjahrskur machen. der Bärlauch wirkt auch blutreinigend, er kann den Blutdruck senken und sogar Arteriosklerose vorbeugen und wirkt somit ähnlich wie Knoblauch. Bärlauch beinhaltet auch viel Vitamin C, Kalium und Eisen. Dass er zu neuen Kräften verhilft – das steckt schon im Namen, heißt es doch im Volksmund, dass die Bären nach dem Erwachen aus ihrem Winterschlaf viel Bärlauch fressen, damit sie wieder zu Kräften kommen – Bärenkräfte durch Bärlauch also!

Pesto zubereiten aus Bärlauch

Von der Radtour wieder zurück verarbeite ich die frischen Bärlauchblätter gleich zu Pesto: mit dem Pürierstab zerkleinern, Pinienkerne und Parmesan hinzufügen, mit Olivenöl vermengen, etwas Salz und Pfeffer dazugeben – fertig. Fein schmecken auch Bärlauch-Spätzle, für die pürierter Bärlauch in den Spätzle-Teig kommt, weshalb sie dann eine schöne knallgrüne Farbe bekommen und mit geriebenem Käse herrlich schmecken. Wer länger etwas vom Bärlauch haben will, kann die Blätter auch einfrieren oder mit Salz im Mörser zerkleinern und für ein aromatisches Bärlauch-Gewürz trocknen. Das gibt in jeder Variante echte Bärenkräfte für die nächste Radtour!

Karte: Hetzleser Berg

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Karte: Hetzleser Berg


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