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Loipenvergnügen im Falzthurn-, Gern- und Tristenau-Tal Langlaufen in den Karwendeltälern am Achensee

Wenn man sich jüngst im Fernsehen die Bilder von Langläufern angesehen hat, kam man ums Schmunzeln nicht herum, denn die Profis waren zum Teil in kurzen Hosen und T-Shirts in der Loipe unterwegs. Kein Wunder bei zweistelligen Temperaturen! Auch wenn es wieder kühler wird, so lassen sich im Alpenpark Karwendel am Achensee ein paar sonnige Langlauf-Kilometer sammeln.

Von: Bernd-Uwe Gutknecht

Stand: 09.03.2019

Loipenvergnügen im Falzthurn-, Gern- und Tristenau-Tal | Bild: BR; Bernd-Uwe Gutknecht

Drei Karwendeltäler locken dort mit ihren Loipen – für sehr sportliche Skater wie auch für gemächliche Genussläufer.

Die Loipe bis zur Gern-Alm ist mit 10 Kilometern eigentlich entspannt zu laufen, aber bei 190 Höhenmetern zum Teil knackig ansteigend

Am ersten Tag geht es gemütlich los und ins Falzthurn-Gramaital, das mir Langlauflehrer Christoph Leitner aus Pertisau empfohlen hat. Die Loipe führt am Talboden entlang, überquert zwei Bäche und erreicht auf halbem Weg die Falzthurn-Alm als Einkehrmöglichkeit. Auf dem Rückweg wartnt dann eine durchaus anspruchsvolle Abfahrt und ein grandioses Panorama mit Blick auf Sonnjoch, Lamsenspitze und Rappenspitze. Die 14 Kilometer und 400 Höhenmeter gehen allerdings ordentlich in die Arme und Beine. Der Vater von Christoph ist übrigens eine Tiroler Langlauf-Legende. 1960 hat er in Pertisau die Skischule gegründet. Die ersten Gäste kamen mit nordischen Skiern und wollten in die abgelegenen Täler hinein. So entstand die Idee für den Langlauf-Unterricht. Die Loipen wurden damals mit einem Motorschlitten gespurt, der einen Langläufer hinter sich herzog.

Zum Thema Steinöl gibt`s in Pertisau ein spannendes Museum, in dem Bernhard Albrecht gerne erklärt, wie aus Schiefer das Steinöl gewonnen wird

Nach der Langlauftour durch das Falzhurn-Gramaital lohnt ein Abstecher zum „Vitaberg“, dem Museum zum Thema Steinöl, das in der Nähe des Achensees seit über 100 Jahren von der Familie Albrecht in mittlerweile vierter Generation abgebaut wird. Der Urgroßvater, Martin Albrecht Senior, hatte 1902 am Seeberg den Ölschiefer gefunden und den Mariastollen angeschlagen. Seither wird aus dem Ölschiefer das Steinöl hergestellt. In riesigen Öfen werden die Schiefersteinbrocken gebrannt, das freiwerdende Gas kondensiert, wird abgeleitet und dann zu Heilsalben, Massageöl und weiten Produkten veredelt. Wer seinen müden Langlauf-Waden etwas Gutes tun will, kann das in vielen Hotels am Achensee in Form von Steinöl-Massagen machen.

Verdiente Pause am Langlaufstüberl

Am zweiten Tag geht es dann ins zweite Tal. Das Tristenau-Tal zeichnet sich dadurch aus, dass es keine Hütte zum Einkehren gibt. Wer hierher kommt, der kommt wirklich des Laufens wegen, wie zum Beispiel Christian. Zuhause hat er 40 Milchkühe im Stall und daher wenig Zeit zum Langlaufen. Die sportliche Loipe im Tristenau aber lässt sich auch halbtags oder mal schnell nach dem Mittagessen machen. Am dritten Tag folgt eine sportliche Herausforderung. Es geht in alle drei Karwendeltäler hintereinander: Falzthurntal, Tristenautal und zum krönenden Abschluss das Gerntal, dessen Loipe mit einem deutlich direkteren Anstieg aufwartet. In der Summe sind das dann 31 Kilometer und 800 Höhenmeter. Danach folgt die Belohnung im Langlaufstüberl direkt am Loipeneinstieg der drei Täler. Hier warten Speck-, Germ- und andere Knödel-Klassiker und das selbstgebraute, süffige Achensee-Bier auf den hungrigen und durstigen Langläufer.

Karte: Das Tristenautal

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Das Tristenautal


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