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Langlaufen mit Teeküche, Ringbauten und Flutlicht Die Valüna-Höhenloipe in Liechtenstein

Mit knapp 25 Kilometer Länge und gut 12 Kilometer Breite ist das Fürstentum Liechtenstein sehr klein. Vom Rheintal geht es bis zur Vorderen Grauspitze auf 2599 Metern hoch. Trotzdem hat das Land eine wunderschön gelegene Langlaufloipe auf rund 1300 Meter Höhe: die Valüna-Höhenloipe bei Steg.

Von: Chris Baumann

Stand: 29.02.2020

Langlaufen mit Teeküche, Ringbauten und Flutlicht | Bild: BR; Chris Baumann

Nach der Fahrt durch den Gnalp-Steg-Tunnel ist man plötzlich in einer anderen Welt - in einem Tal mit lauter traditionellen Holzhäusern und Hütten. Gebhard Negele, der Präsident des Vereins „Valünalopp“, der die Loipe präpariert, erzählt, dass die Walser vor rund 400 Jahren den Triesenberg besiedelt haben und hier auf der Alp Steg Ringbauten errichtet haben, also Häuser rund um die Alpwiese, damit die wertvollen Weideflächen frei blieben und vom Vieh genutzt werden konnten. Heute sind diese Ringbauten zumeist Ferienhäuser und Ferienwohnungen.

Die Loipahötta mit Wachstisch

Schon am Loipeneinstieg an der „Loipahötta“, also Loipenhütte, beeindruckt der Blick auf die Berge. Richtung Süden ist mit dem Schwarzhorn und der Grauspitze das höchste Bergmassiv von Liechtenstein zusehen, knapp 2600 Meter hoch. Die 15 Kilometer lange Höhenloipe wird vom Verein Valünalopp seit 1974 unterhalten und präpariert. In den Anfangsjahren gab es noch keine Pistenfahrzeuge und nach starken Schneefällen stampften vier bis fünf Personen auf Skiern die Loipenspur in den Schnee. Heutzutage geht das zum Glück viel einfacher mit der Pistenraupe. Die Loipe verläuft im Bereich Chleistäg (Kleinsteg) und Grund ziemlich eben und führt dann mit ein paar steileren Stücken zur Alp Valüna auf 1450 Metern Höhe. Somit bietet sie jeden etwas. Anne aus Konstanz arbeitet in der Schweiz, fährt somit immer an Liechtenstein vorbei und probiert nun endlich einmal die Valüna-Loipe aus, die sie ein wenig an Loipen im Engadin erinnert.

Blick auf den Valünabach

Wildromantisch und einsam führt die Loipe entlang des Valünerbachs über Almwiesen und durch lichten Wald bis etwa einen halben Kilometer hinter die Valüna-Alp. Kurz nach dem Umkehrpunkt ist an der im Winter geschlossenen Alp trotzdem eine Rast empfehlenswert, zumal auf den Bänken und Tischen vor der Alp der Proviant ausgepackt und verzehrt werden kann. Richtung Schwarzhorn wirbelt gerade der Föhnwind Schneefahnen an den Bergkämmen hoch, die Sonne strahlt dem Langläufer ins Gesicht. Ambitionierte Langläufer, die tagsüber keine Zeit haben, können hier auch abends trainieren, das Flutlicht einschalten und auf der drei Kilometer langen Nacht-Loipe unterwegs sein - mit etwas Glück sogar ganz allein.

Von Vaduz aus verkehren auch öffentliche Busse ins Langlaufgebiet Steg-Valüna. Am Einstieg zur Loipe gibt es zudem einen Umkleideraum und eine kleine Teeküche. Die Nachtloipe ist täglich bis 21.30 Uhr geöffnet. Die Langlauf-Tageskarte kostet 6 Schweizer Franken.

Karte: Valüna

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Karte: Valüna


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