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Mit Langlaufski auf Rentierfährte Naturerlebnis mit Poronpipa im Ylläs-Nationalpark

Nördlich des Polarkreises, in Lappland, herrschen derzeit beste Bedingungen für Langläufer, zumal vor genau einer Woche bereits die Tag-und-Nacht-Gleiche war. Ab nun bleibt es in Lappland länger hell als bei uns und man hat sozusagen noch mehr „Zeit“ zum Langlaufen hoch oben im Norden. Egal ob Anfänger oder Profi, Skater oder klassischer Läufer - im Ylläs-Nationalpark ist für jeden was dabei, auch für Tierliebhaber. Mit Langlaufski geht es zum Beispiel den Rentieren auf die Fährte.

Von: Petra Martin

Stand: 27.03.2020

Langlaufen in Lappland: Rentiere | Bild: BR/Petra Martin

Das Thermometer am Beginn der Loipen zeigt minus 27 Grad. Erstaunlich schnell gewöhnt sich jedoch der Körper an die kalte, sehr klare Luft und es wird schön warm beim Langlaufen.

Hufabdrücke auf der Loipe

Ein kleiner Anstieg führt uns in den verschneiten Wald. Mikka vom Äkäslompolo-Sportshop in Finnland hat nicht zu viel versprochen als er von der Einsamkeit, von den Fjells und dem arktischen Klima schwärmte. In der Loipe ist kein Mensch weit und breit zu sehen. Ganz allein scheinen wir trotzdem nicht unterwegs zu sein. Auf der Loipe sind Hufabdrücke zu sehen – vielleicht von Rentieren? Etwa murmelgroße schwarze Kugeln zeugen ebenfalls von Tieren. Als „Poronpipa“, also „Rentierpfeffer“, bezeichnen die Finnen die Hinterlassenschaften der Vierbeiner.

Als wir an einer Lichtung vorbeikommen, hören wir ein Glöckchen und sehen hinter den Bäumen tatsächlich ein paar Rentiere laufen. Doch das ist noch nicht alles: Plötzlich kommen sie um die Ecke und rennen über die Loipe, 15 Stück braune und weiße Rentiere, mit und ohne Geweih - und dann sind sie auch schon wieder weg. Fast ein Spuk!

Die Rentiere leben hier halb wild und vergleichbar mit unseren Kühen im Sommer auf der Alm. Beflügelt von dieser Begegnung läuft es sich gleich leichter, obwohl die 15 Kilometer lange Tour zu Kotamaja leicht bergauf geht. Für den Rückweg kann man dann eine andere Route wählen. Nach einer kleinen Schussabfahrt liegt aber erst einmal „Kotamaja“ vor uns.

"Lavu" heißen diese Schutzhütten auf Finnisch

Die kleine Holzhütte ist vor lauter Schnee kaum zu sehen und versinkt fast in der weißen Pulverpracht. „Lavu“ heißen diese Schutzhütten auf Finnisch. Sie gehören dem Staat und bieten immer eine Feuerstelle und Feuerholz. Man kann sein eigenes Feuer machen, Würstl grillen und Kaffee kochen. Wir zögern nicht lange, denn noch immer ist es arktisch kalt.

Als wir den kleinen Raum betreten, müssen sich unsere Augen erstmal an die Dunkelheit gewöhnen. Doch dann erkennen wir in der Mitte die Feuerstelle mit den Bänken rundherum. Auch eine Schubkarre mit Feuerholz steht bereit. Als das Lagerfeuer nach ein paar Minuten brennt, können wir unsere kalten Finger aufwärmen. Wir trinken den mitgebrachten Tee aus der Thermoskanne. Im Rucksack sind unsere Wurstbrote fast eingefroren. Doch mit einem der Spieße halten wir sie einfach übers Feuer. Eine typisch finnische Langlaufpause – einfach herrlich, denn außer dem Feuerknistern ist in der Stille nichts zu hören. 

Karte: Ylläs Nationalpark

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Karte: Ylläs Nationalpark


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