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Zur Hütte Velhon Kota im Ylläs-Nationalpark Langlaufen im rosa Licht in Lappland

Im finnischen Ylläs-Nationalpark, 250 Kilometer nördlich des Polarkreises, liegt ein Langlauf-Paradies. Hier finden sowohl Anfänger als Profis wunderschöne Loipen, die sich auf einer Länge von über 300 Kilometern ausbreiten. Weil jetzt im Januar die Sonne nur zwei bis drei Stunden scheint, sind Teile der Strecken auch beleuchtet.

Von: Petra Martin

Stand: 03.01.2019

Unterwegs zur Hütte Velhon Kota im Yläs-Nationalpark | Bild: BR; Petra Martin

Die Sonne geht zwar offiziell erst um 11 Uhr auf, doch dunkel ist es schon seit 9 Uhr nicht mehr.

Sonnenaufgang am Spätvormittag

Die Dämmerung dauert hier im hohen Norden Finnlands sehr lange und taucht die weiße Hügellandschaft in verschiedene Blau- und Rosa-Farbtöne. Der Schnee reflektiert das Licht und deshalb gibt es auch keine Ausreden: Die Langlaufski werden angeschnallt und los geht’s.

Gleich geht es auf den See

Mikka vom Äkäslompolo-Sportshop empfiehlt für den Anfang einen Ausflug zur Hütte Velhon Kota. Die etwa vier Kilometer lange Tour dorthin ist einfach, sie führt überwiegend flach durch ein paar Hügel. Gemütlich geht es durch die verschneite Landschaft Lapplands, mal leicht bergauf, dann wieder etwas bergab, so dass wir die Ski ein bisschen laufen lassen können. Rundum nur Natur, keine Häuser weit und breit und kaum andere Langläufer - es ist wie im Paradies. Nach ein paar Kilometern lichtet sich der Wald und die Loipe führt über eine große weiße Fläche – über den Äkäslompolo-See, der fest zugefroren ist. Jetzt ist das erste Mal die Sonne zu sehen, es sind ja nur drei Stunden zwischen Sonnenauf- und -untergang. Das rosa Licht  breitet sich überall aus und die Landschaft leuchtet.

Die Hütte von innen

Am anderen See-Ufer führt die gut beschilderte Route wieder durch den Wald, die Loipe ist in einem Top-Zustand. Weiß-glitzernd zieht der Schnee unter den Skiern hinweg, während zwischen den Baumkronen der blaue Himmel zu sehen ist. Die Bäume sind dick schneebehangen, es herrscht absolute Ruhe. Bevor die Sonne wieder verschwindet, wollen wir unser Tagesziel, die kleine Hütte „Velhon Kota“ erreichen. Hier kann man sich nicht nur gemütlich am offenen Feuer aufwärmen, es gibt auch typisch finnische Spezialitäten. Jetzt gegen Mittag sind schon ein paar andere Langläufer in der Hütte. In Lappland ist Selbstbedienung üblich. Besonders gefragt sind bei Hüttenwirt Jaari Kaffee, heißer Beerensaft und dazu Gebäck, entweder Munkki, eine Art finnischer Donut, oder hausgemachte Hilla-Leivos, die aus einem Mürbteig-Boden mit den Hillas, den berühmten Moltebeeren, bestehen. Die Hillas sind gelb oder leicht orange, ähneln in der Form den Himbeeren, schmecken aber viel säuerlicher. Sie wachsen in sumpfigem Gelände und werden im Spätsommer gepflückt.

Sonnenuntergang

Auch wenn man noch lange in der kleinen Hütte verhocken könnte – auch die anderen Langläufer wollen sich aufwärmen. Außerdem ruft der Rückweg, denn kurz vor zwei Uhr geht die Sonne wieder unter und taucht die Landschaft jetzt im Januar dann noch einmal in ein zauberhaftes rosa Licht.

Karte: Velhon Kota

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Karte: Velhon Kota


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