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Die Rohrmoosloipe bei Oberstdorf Langlaufen im Angesicht der Gottesackerwände

Schnee in den Tälern ist in diesem Winter eher eine Seltenheit. Aber es gibt wenigstens etwas höher gelegene Loipen, die gut präpariert sind, wie zum Beispiel die Höhenloipe im Rohrmoostal bei Oberstdorf. Auf 1070 Meter Höhe kann man beim Skaten oder klassischen Langlauf die unberührte Natur auf sich wirken lassen.

Von: Chris Baumann

Stand: 14.02.2020

Rohrmoosloipe: Blick Richtung Nebelhorn kurz nach dem Start | Bild: BR/Chris Baumann

Die Anreise erfolgt über eine Mautstraße. Weil sie gleichzeitig ein Alpweg ist und die Alpgenossenschaft die Schneeräumung zahlen muss, was jeden Winter bis zu 27.000 Euro kosten kann, wird eine Mautgebühr von 5 Euro erhoben. Wohl kein Langläufer, der diesen Obolus nicht gerne berappt. Am Parkplatz in Rohrmoos fällt sofort die schroffe Felsformation der Gottesackerwände ins Auge. So manchen Langläufer erinnert diese eindrucksvolle Szenerie ein wenig an die Dolomiten, vor allem, wenn die steilen Felswände am späten Nachmittag von der Sonne beleuchtet werden.

Seit 40 Jahren kümmert sich Franz Rietzler als Pistenbullyfahrer um die Rohrmoosloipe. Er schätzt seinen Arbeitsplatz in der Natur, das abwechslungsreiche Gelände und die Ruhe. Selbst wenn mehrere Leute auf der Loipe sind, merkt man das kaum, da sie sich auf der zehn Kilometer langen Loipe gut verteilen, sagt er.

Die Sonne blinzelt vorsichtig durch die verschneiten Bäume

Immer wieder führt die Loipe über kleine Bäche. Entstanden ist die Rohrmoosloipe vor 40 Jahren aus einem Rennen heraus. Damals hat der Skiclub Tiefenbach den so genannten „Wildtrophäenlauf“ hier durchgeführt, immer am ersten Sonntag im Dezember, und daraus hat sich dann die Langlaufloipe im Rohrmoostal entwickelt. Die Loipe wartet auch mit einer geographischen Besonderheit auf: Auf dem mit knapp 1100 Metern höchsten Punkt der Loipe befindet sich kurz nach der Alpe Aibele die Europäische Wasserscheide zwischen Donau und Rhein. Trotz Schild muss man schon genau hinschauen, um das zu bemerken.

Berufsjäger Nick Manuel vom Forstbetrieb Hirschgund

Auf dem Hinweg zur Alpe Aibele verläuft die Loipe überwiegend im Schatten. Am Umkehrpunkt wird man mit einem grandiosen Blick in den Bregenzer Wald belohnt und auf dem Rückweg dann mit viel Sonne. Nicht in der Loipe, sondern auf dem Winterwanderweg ins Rohrmoostal ist oft auch Nick Manuel anzutreffen, der Berufsjäger vom Forstbetrieb Hirschgund. Er verzichtet bei seiner Arbeit auf motorbetriebene Fahrzeuge und ist ganz traditionell mit Maultier oder Haflinger unterwegs, um die vielen unter Naturschutz stehenden Flächen zu schonen. Denn hinten im Tal befindet sich ein großes Wintergatter für das Rotwild, das gefüttert werden muss. Oft bleibt Nick Manuel auch mehrere Tage in der kleinen Hütte ohne Strom und fließendes Wasser im Hirschgund.

Auf dem Rückweg rücken in der Rohrmoosloipe zwei majestätische Oberstdorfer Berge in den Blick: das Nebelhorn und das Rubihorn. Wenn Pistenbullyfahrer Franz Rietzler abends die Loipe präpariert, dann sieht er auch seine Kollegen auf den Skipisten am Nebelhorn und man blinkt sich gegenseitig an zum Gruß. Am Ende der Langlauftour lockt dann das Berggasthaus Rohrmoos mit Gaumengenüssen wie Kässpatzen, Maultaschen, Gamsbraten und Kaiserschmarrn.

Karte: Rohrmoosloipe

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Karte: Rohrmoosloipe


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