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Der Zittergrat-Klettersteig Kein Eisenmangel am Brunnistöckli bei Engelberg

An Eisenmangel leidet Engelberg in der Zentralschweiz sicher nicht, denn von dem Bergdorf am Titlis aus spannt sich ein wahres Netz von Klettersteigen in alle Himmelsrichtungen. Eine lohnende Ferrata ist zum Beispiel der Zittergrat-Klettersteig am Brunnistöckli.

Von: Folkert Lenz

Stand: 13.07.2018

Am Brunnistöckli bei Engelberg | Bild: BR; Folkert Lenz

Die Kinder gehören an die Hand, denn haben sie erst mal die Schuhe ausgezogen, dann wollen sie vom Kitzelpfad am Härzlisee vielleicht gar nicht mehr weg.

Am Zittergrat geht es gleich ordentlich zur Sache

Doch für das Barfußvergnügen an dem kleinen Weiher gleich bei der Brunnihütte ist später noch genug Zeit. Thomas Küng drängt zum Aufbruch - hinauf zu den Kalkfelsen, die sich über den grasigen Hochalmen von Engelberg aufsteilen. Am Brunnistöckli sind die Felswände nicht gar so hoch und bieten eine gute Gelegenheit für eine kurze Klettersteig-Einlage.

Kreuz, aber kein Gipfel - Das Wahrzeichen ziert nur einen Felsturm

Der Einstieg ist allerdings knackig, da ein bisschen überhängend. Zwischendurch geht es in eine Passerelle, die man queren muss und wo es schon mal etwas zittrig wird in den Knien. Deswegen auch der Name Zittergrat! Der Start gleich in der Vertrilalen soll tatsächlich etwas abschrecken, sagt Thomas Küng. Als Chef der Brunnibahnen ist der 35-Jährige hier so etwas wie der Hausmeister der Drahtseile. Der Zittergrat gilt als der schwierigste Klettersteig hier oben - K4 auf der Klettersteigskala.

Die Himmelsleiter

Ein starker Bizeps hilft bei dieser senkrechten Route aufs Brunnistöckli genauso wie eine gute Fußtechnik beim Klettern. Denn Passagen wie das „Wändli“, mancher Überhang und eine luftige Querung sind fordernd. Wer sich sputet, der braucht aber kaum eine Dreiviertelstunde für die 200 Höhenmeter Klettervergnügen. Oben folgt dann ein Tiefblick mit Gipfelparade: Hahnen, Hutstock, Titlis und Graustock sind zu sehen, und unten der grün schimmernde Härzlisee, der aufgrund seiner Herzform so heißt.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen - Die Brunnibahn bringt alle heil nach unten

Weil der Zittergrat-Klettersteig nur bedingt familientauglich ist, gibt es noch ein zweites Drahtseil, das aufs Brunnistöckli hinaufführt. Über Schrofen und kleine Felsaufschwünge geht es aufwärts zu einem kleinen Kreuz, das zwar nicht den Gipfel, wohl aber einen Felsturm markiert. Gleich dahinter wartet die 20 Meter lange „Engelsbrücke“ – eine wackelige Seilkonstruktion, die für Kinder schon eine kleine Mutprobe ist und ein paar beherzte Schritte erfordert, aber ein grandioses Panorama mit zahllosen Fotomotiven bietet.

An der Talstation

Der Abstieg von hier wie da ist schnell absolviert und spätestens nach einem halben Tag ist man wieder zurück am Härzlisee. Jetzt ist Zeit fürs Planschen.

Am Brunnistöckli


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