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Der Königsjodler am Hochkönig Salzburgs längster Klettersteig über die Teufelshörner

Wenn sie den Namen „Königsjodler“ hören, dann löst das bei Klettersteig-Fans oft Ehrfurcht, Respekt oder auch einfach nur die Erinnerung an eine besonders schöne Bergtour aus. Denn trotz des Klettersteig-Booms in den Alpen mit zahllosen neuen Wegen ist dieser Klettersteig wirklich einmalig: der Königsjodler am Hochkönig.

Von: Sebastian Nachbar

Stand: 28.06.2018

Salzburgs längster Klettersteig über die Teufelshörner | Bild: BR; Sebastian Nachbar

In ständigem Auf und Ab führt er luftig über die Teufelshörner, einen gezackten Grat mit mehreren senkrechten Türmen. Wer dort einsteigt, muss jeden Turm hinauf und hinab klettern. Mit jeder Minute werden die Arme länger, die Ausblicke aber grandioser.

2001 wurde der Königsjodler errichtet

Es ist tatsächlich ein Meisterstück, das der Dientner Bergretter Richard Franzl und eine Gruppe von den Naturfreunden mit dem Königsjodler im Jahr 2001 hinterlassen haben: ein gewagter und sportlicher Klettersteig, der dabei aber ganz der natürlichen Linie im Fels folgt. Genau sie gibt dem Königsjodler seinen ganz eigenen Reiz. Die Teufelshörner kleben wie ein gezackter Kamm aus Fels an dem massiven Bergstock des Hochkönigs. Fast ein wenig wie die filigranen Nadeln, die der große, dicke Montblanc so zahllos um sich schart. Viel kleiner freilich und doch groß genug für richtig viel Luft unter den Sohlen. Über diesen Kamm aus Fels, über jeden einzelnen Turm führt der Königsjodler.

Vier bis sechs Stunden reine Kletterzeit sollte man schon rechnen

1700 Meter ist der Steig lang, länger als jeder andere Klettersteig im Salzburger Land, und in seiner Ernsthaftigkeit vielleicht auch schwerer. Es braucht eine sehr gut Kondition, allein schon wegen der vielen Gegenanstiege. Die Schwierigkeit bleibt C/D über längere Strecken. Neben der oft schweren Kletterei geht es immer wieder spektakulär von einem Turm zum nächsten: Ein Spreizschritt über eine Schlucht, eine Balancier-Einlage auf dem Drahtseil, ein Flying-Fox über eine Seilbrücke – und das alles sicher und durchgängig eingerichtet. Das lockt die Klettersteig-Fans.

Die waagrechte Gratpassage

An schönen Tagen rücken sie oft zu Dutzenden an. Viele haben Kameras auf den Helm gepflanzt und filmen alles mit. Im Netz gibt es jede Menge Videos von Königsjodler-Begehungen, unterlegt mit dramatischer Musik und einer ganzen Reihe bewundernder Kommentare. Dabei geht oft unter, dass der Königsjodler mehr ist als ein Sportklettersteig, nämlich eine lange und hochalpine Bergtour, sagt Roman Kurz, der Hüttenwirt auf dem Matrashaus direkt am Hochkönig-Gipfel.

Die Wegführung ist abwechslungsreich, ausgesetzt und anspruchsvoll

Kondition aus dem Fitness-Studio allein reicht nicht aus für den Königsjodler-Klettersteig, alpine Erfahrung ist vonnöten, vor allem wenn schlechtes Wetter aufzieht oder ein rascher Wettersturz erfolgt. Aber wenn das Wetter passt und noch dazu wenig los ist, dann entlockt der Königsjodler seinen Begehern schon mal freudige Juchzer!

Karte: Der Hochkönig

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Karte: Der Hochkönig


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