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100 Jahre Jugend des Deutschen Alpenvereins Risiko-Einschätzung bei einer Klettertour am Aggenstein

Sein 150jähriges Bestehen feiert der Deutsche Alpenverein in diesem Jahr, und auf 100 Jahre kann die JDAV zurückblicken, die Jugend des Deutschen Alpenvereins, die nach dem Ersten Weltkrieg gegründet wurde. In der JDAV lernen Kinder und Jugendliche die Berge und das Bergsteigen kennen und auch das damit verbundene Risiko.

Von: Georg Bayerle

Stand: 30.05.2019

JDAV Aggenstein: Auf schmalem Grat | Bild: BR/Georg Bayerle

Dabei geht es nicht darum, Risiko zu vermeiden, sondern ganz bewusst mit den Risiken am Berg umgehen zu lernen und dadurch die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse zu erwerben, um dann eigenverantwortlich unterwegs sein zu können - ein spannendes Konzept, wie sich auf einer Klettertour einer Jugendgruppe der JDAV Kempten am Aggenstein in den Tannheimer Bergen zeigt.

Leonie, Arnim, Johannes und Kilian mit der Jugendleiterin

Morgens packen sie auf dem Parkplatz am Aggenstein: zwei Jugendleiterinnen und vier Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren. Heute wollen sie zum ersten Mal selbständig eine längere Klettertour über mehrere Seillängen am Aggenstein gehen. Veronika Zimmermann hat zuvor im Klettergarten mit ihnen geübt und leitet das Abenteuer. Bei allen Schritten werden die Jugendlichen soweit wie möglich einbezogen. Sie sollen lernen, möglichst früh Verantwortung für sich und die anderen zu übernehmen. Die Herausforderung der Klettertour und das damit verbundene Risiko dienen dem Lernen.

Nach zwei Stunden Aufstieg stehen die Jugendlichen über der Bad Kissinger Hütte am Fels. Nur das Wetter schaut ein bisserl durchwachsen aus. Leonie ist selbst gerade dabei, die Ausbildung zur Jugendleiterin zu machen. So wachsen die Jugendlichen ganz automatisch ins alpine Unterwegssein hinein. Während der Jüngste, Johannes, jetzt am Seil der beiden Jugendleiterinnen aufsteigt, bilden die anderen drei eine eigenständige Seilschaft. Die Leiterinnen haben sie im Blick, aber jeder muss genau wissen, was er tut. Nach zwei Seillängen ist Birgit, die zweite Jugendleiterin, sichtlich zufrieden.

Pause und Lagebesprechung

Wenn das Risiko, wie jetzt durch den beginnenden Regen, größer wird, gilt es nochmal eine Atempause einzulegen, sich selbst und die andern zu befragen – auch das gehört zu den Grundregeln. Noch ist der Fels griffig, aber dann erledigt sich die Frage von selbst: Der Regen nimmt zu und vom Standplatz können sie seitlich aus der Route heraus abseilen. Neben der Risikoabschätzung und der richtigen Art, zu entscheiden, lernen die Jugendlichen so ganz nebenbei, dass es nicht immer der Gipfel sein muss. Der Tag ist auch so erlebnisreich und voller neuer Erfahrungen, zum Beispiel eben, wann aus dem Risiko eine echte Gefahr werden kann, die man besser vermeidet.

Programm-Tipp

Die "Bergauf Bergab"-Kamera in Position

Bilder von der Klettertour am Aggenstein gibt es bei uns im Internet und am Sonntag, den 2. Juni um 18.45 Uhr in unserer Bergsteigersendung Bergauf Bergab, die sich diesmal ganz der Alpenvereinsjugend widmet.

Karte: Aggenstein

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Aggenstein


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