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Ein „kecker“ Zacken“ in den Lechtaler Alpen Klettern am Spiehlerturm zwischen Parzinn- und Dremelspitze

Eine eigene Geschichte könnte geschrieben werden über all die besonderen Nadeln und Zacken, die Bergsteiger und Kletterer seit jeher herausfordern und oft zu den spektakulärsten Bildern gehören. Das Wiener Würstel an den Drei Zinnen, La Fiamma im Bergell, die Frau Hitt über Innsbruck und einer der prominentesten in den Nordalpen: der Spiehlerturm im Lechtal.

Von: Georg Bayerle

Stand: 14.07.2018

Der Spiehlerturm zwischen Parzinn- und Dremelspitze | Bild: BR; Georg Bayerle

Benannt ist der oben schräg geknickte Turm, den jeder sofort von der Hanauer Hütte oder der Steinseehütte aus sehen kann, nach dem Memminger Anton Spiehler, einem der großen Erschließer der Allgäuer und Lechtaler Alpen im 19.Jahrhundert.

Und da steht der „kecke Zacken“ wie ein Alpenvereinsführer schreibt, außerdem in einer einmalig schönen Umgebung, die aus der Nähe dann immer wilder und rauer wird. Immerhin steilt der graue Kalkturm knapp 100 Meter senkrecht vom Wandfuß auf. Boris Klingler ist Alpinklettertrainer der DAV-Sektion Geltendorf und will mit einer Fortgeschrittenengruppe gleich einmal den markantesten Zapfen des für Normalverbraucher besten Klettergebiets der Lechtaler Alpen ausprobieren. Im IV. und V.Grad führen die Routen auf den nach oben hin immer schmaleren Felsturm.

Und jetzt wird es richtig eng auf der kleinen Turmspitze. Zu zweit sind wir von der anderen Seite heraufgekommen und hocken eng aneinander auf einem der ganz speziellen Gipfelzapfen der nördlichen Kalkalpen in dieser urwüchsig gebliebenen Umgebung des Lechtals, die Leute anzieht, die die Ursprünglichkeit lieben. Wild und wüst wie kaum ein anderes Gebirge haben die Lechtaler Alpen ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Und nach Stunden in rauem, grauem Kalk treffen Wanderer und Kletterer über der Steinseehütte auf einen denkbar lieblichen Gegenpol: wie ein blaugrünes Juwel liegt der Steinsee, eingebettet in grüne Wiesen in der Umgebung der bizarren Felsgipfel.

Rein oder nicht rein, ist die Frage. Dann aber geht es eigentlich nur noch darum, jenen magischen Moment zu finden, in dem die Zeit stillsteht und den Spiegelungen der Bergspitzen im grünblauen See zuzuschauen.

Karte: Der Spiehlerturm

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Karte: Der Spiehlerturm


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