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Der Drachenwand-Klettersteig am Mondsee Magnet für Via-Ferrata-Fans im Salzkammergut

Der Drachenwand-Klettersteig im oberösterreichischen Teil vom Salzkammergut gehört nicht nur zu den schönsten seiner Art, sondern auch zu den beliebtesten. 2008 hat der einheimische Bergführer Hans Gaßner die Initiative ergriffen und diesen Klettersteig mit viel eigenem Engagement, aber auch mit Unterstützung seiner Gemeinde erbaut. Im Herbst 2018 wird dieser Magnet für Klettersteigfreunde nun zehn Jahre alt.

Von: Bernhard Ziegler

Stand: 24.05.2018

Drachenwand-Klettersteig: Bereits am so genannten Steilen Zahn hat man einen tollen Blick auf den Mondsee | Bild: BR/Bernhard Ziegler

Mächtig und imposant ragt die Drachenwand über dem lieblichen Mondsee auf. Entlang des Ostgrates zieht der Klettersteig eine elegante Linie hinauf zum Kreuz. Daneben erkennt man ein Felsenfenster, das sagenumwobene Drachenloch.

Die Sage erzählt von der Köchin eines Pfarrers, die ihrem Dienstherrn heimlich den Rahm von der Milch gestohlen und dem Geistlichen nur eine verwässerte Milch untergejubelt hatte. Zur Strafe holte sie der Teufel. Doch die Köchin war eine Zwiderwurzn. Sie beschwerte sich lautstark über die harte Strafe und begann fürchterlich zu zetern und zu schreien. Derart irritiert, kam der Teufel von seinem Flugkurs ab und krachte mitten durch den Berg. Dabei riss er ein Loch in die Felswand, das so genannte Drachenloch.

Das sagenumwobene Drachenloch

Den Drachenwandklettersteig erreicht man von St. Lorenz am Mondsee in nur 30 Gehminuten. Der kurze Zustieg und auch die gute Verkehrsanbindung an die Autobahn sind ein Geheimnis seines Erfolges. Auf 15.000 pro Jahr schätzt man die Zahl der Begehungen, wobei etwa die Hälfte der Bergsteiger aus Bayern kommen, so Bergführer Hans Gaßner. Wegen der geringen Gipfelhöhe von nur 1060 Metern kann man diesen Klettersteig – abgesehen vom tiefsten Winter – auch fast das ganze Jahr über machen. Doch all das erklärt noch nicht seine enorme Beliebtheit.

Der Götterquergang - die landschaftlich vielleicht schönste Passage im Drachenwandklettersteig

Der Klettersteig kommt so gut an, weil er einfach so reizvoll ist. Man bewegt sich in gut gestuftem Fels, und die Anforderung ist recht homogen. Etwa 60 Prozent der Route führen über B-Gelände, 40 Prozent erreichen den Schwierigkeitsgrad C. Es handelt sich also durchwegs um einen mittleren Schwierigkeitsgrad, allerdings sind viele Passagen recht ausgesetzt. Für Geübte ist diese recht luftige Kletterei mit Steilstufen, Querungen und sogar einer Hängebrücke purer Genuss! Doch das Allerbeste ist die Aussicht. Schon beim Klettern bietet sich ein toller Blick auf den Mondsee und das Gipfelpanorama ringsum.

Etwa zwei Stunden dauert die 400-Höhenmeter-Tour durch den Klettersteig. Für den etwas hantigen Abstieg mit einem lästigen Gegenanstieg („die Rache des Drachens“) sollte man eineinhalb Stunden einplanen. Der Klettersteig ist bestens versichert und wird regelmäßig vom Erbauer Hans Gaßner gewartet. Für die Tour benötigt man volle Klettersteig-Ausrüstung, außerdem besteht eine Helmpflicht! Es gibt keinen Notausstieg. Wer in die Route einsteigt, muss den Drachen auch ganz besiegen ...

Karte: Drachenwand-Klettersteig im Salzkammergut

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Drachenwand-Klettersteig im Salzkammergut


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