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Drei Hütten in vier Tagen zwischen Piz Buin und Piz Fliana Eine Skidurchquerung der Silvretta

Die Silvretta ist ein Skitourenparadies in den Ostalpen mit 64 Dreitausendern und zahlreichen Möglichkeiten, die hochalpine Region je nach der Schneelage zu durchqueren. Hier kann jeder wie er will seine eigene Tour zusammenstellen und dabei auch ganz einsame Ecken entdecken, zum Beispiel nach dem Motto „Vier Tage und drei Hütten“: Von der Tuoi-Hütte geht es über die Wiesbadener Hütte zur Silvretta Hütte. Dazwischen liegen die Jamtalscharte, der Piz Buin, das Silvretta-Horn und der Piz Fliana.

Von: Elisabeth Tyroller

Stand: 06.04.2019

Drei Hütten in vier Tagen zwischen Piz Buin und Chapütschin | Bild: BR; Elisabeth Tyroller

Los geht es bei frühlingshaften Temperaturen in der Schweiz im kleinen Ort Guarda. In dem urigen Bergdorf haben sogar Ziegen ihren eigenen Balkon und damit einen Blick auf die majestätische Bergwelt ringsum. Das erste Ziel ist die Jamtalscharte.

Erste Station, die Tuoi-Hütte, kurze Rast in der Sonne, dann der Aufstieg zur Jamtalscharte

Allerdings stoppen wir nach zweieinhalb Stunden und 600 Höhenmetern an der Tuoi-Hütte und lassen dort einen Teil unseres Gepäcks zurück, damit der Rucksack etwas leichter wird. Wirt Christian gibt uns noch eine kurze Gipfeleinweisung und erklärt, dass direkt vor uns der Piz Buin liegt, der bekannteste und drittgrößte Berg in der Silvretta. Links davon ist der Piz Fliana zu sehen, ein schöner Skiberg, und weiter vorn der Piz Chanbaz, der aus dem Rätoromanischen übersetzt „Feldberg“ heißt.

Aufstieg vorbei am Ochsentalgletscher Richtung Silvretta-Hütte

Am nächsten Morgen geht es – immer den markanten Piz Buin im Blick – Richtung Wiesbadener Hütte und zwischen dem Piz Fliana und dem Piz Buin hoch in Richtung Silvretta Gletscher. Oben auf der Scharte, der Furcla da Dolfin, angekommen, auf der übrigens die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz verläuft, sind schon die Karawanen zu sehen, die zum Piz Buin, dem höchsten Berg Vorarlbergs ziehen. Deshalb entscheiden wir uns für eine längere Pause in der Sonne und verzichten auf den Gipfel. Dann verlassen wir die Schweiz und nehmen eine Nordabfahrt hinab nach Österreich zur Wiesbadener Hütte. Oft halten wir an, um den Blick auf die türkis-bläulich funkelnden Gletscher zu genießen. Ein Anblick, der nicht so bleiben wird. Hüttenwirt Erwin beobachtet den Gletscherrückgang in Folge steigender Temperaturen schon seit einigen Jahren.

An der Silvretta Hütte warten schon die Sonnenstühle

Nach einer Nacht auf der Wiesbadener Hütte ist das Silvretta-Horn das nächste Ziel. Obwohl es mit seinen 3255 Metern nicht zu den höchsten Dreitausendern der ganzen Silvretta zählt, ist es ein lohnendes Ziel mit Blick auf die Gletscherbecken ringsherum. Allerdings braucht man die letzten Meter zum Gipfel – wie so oft der Silvretta – Steigeisen, Pickel und starke Nerven. Doch egal ob ganz oben oder ein bisschen unterhalb des Gipfels - die Aussicht ist grandios: Ist das erste kurze steile Stück bewältigt, geht es über sanft geschwungene Pisten auf feinem Firn hinab zur Silvretta-Hütte. Hier gibt es Sonne satt bis abends, und so hocken wir lange auf dem Hausbankerl vor der Hütte, zumal die Aussicht grandios ist und von Klosters über Lenzerheide bis zum St. Wolfgangspass du zur Parsenn bei Davos reicht.

Auf dem Weg zum Gipfel des Piz Fliana

Für den letzten Touren-Tag haben wir uns den 3281 Meter hohen Piz Fliana ausgesucht und laufen uns am Morgen erstmal gemütlich ein in Richtung Silvretta-Horn. Am Silvretta-Pass haben wir den Piz Fliana mit dem Nordanstieg direkt vor Augen und sehen, dass der Hängegletscher ziemlich weggeschmolzen und die steile Route durch Absturzgelände nicht unbedingt ratsam ist. Deshalb fahren wir an die 300 Höhenmeter ab in Richtung Tuoi-Hütte und steigen von der anderen Seite auf einer sicheren Variante auf. Unterhalb des Gipfels heißt es erneut: Steigeisen anziehen, Pickel in die Hand nehmen. Das wolkenlose 360°-Panorama oben am Gipfel belohnt dann alle Mühen und ist ein perfekter Abschluss für vier Skitourentage in der Silvretta.

Karte: Die Tuoi-Hütte

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Karte: Die Tuoi-Hütte


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