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Trekking durch Nepals Berg-Nebelwald Tolkien-Feeling im Unteren Sherpa-Land

Nepal bietet auch ganz andere Impressionen – selbst, wenn man auf dem Weg zum Sechstausender Mera Peak ist, der ganz in der Nähe zum Mount Everest liegt. „Unteres Sherpa-Land“ nennt sich die Region. Die nepalesischen Midhills sind jedenfalls keine grüne Hölle, sondern eher ein grünes Paradies.

Von: Folkert Lenz

Stand: 28.12.2018

Blumenwiesen: Typisch fürs Untere Sherpaland  | Bild: BR/Folkert Lenz

Beim Stichwort Himalaya oder Nepal denken die meisten Alpinisten wohl unwillkürlich an eisgepanzerte Gipfel und die höchsten Berge der Welt. Doch Nepal bietet auch ganz andere Impressionen – selbst, wenn man auf dem Weg zum Sechstausender Mera Peak ist, der ganz in der Nähe zum Mount Everest liegt. „Unteres Sherpa-Land“ nennt sich die Region, die man dabei durchqueren muss. Die nepalesischen Midhills sind jedenfalls keine grüne Hölle, sondern eher ein grünes Paradies.

Verwunschen: Der Dschungel bietet ungewohnte Anblicke in Nepal

Pferdeleiber dicht an dicht – an die 40 Lasttiere drängeln sich auf dem staubigen Pfad. Die Karawane schiebt sich mit Säcken, Körben und Tonnen auf den Rücken über den Steig zwischen Terrassenfeldern und Bauernhäusern. Links vom Weg wächst Getreide, rechts gedeihen Kartoffeln und in den Gärten Gemüse und Kräuter. Auf nicht einmal 2000 Meter Höhe gedeiht alles, was die Menschen im Sherpa-Land zum Essen brauchen.

Vom kleinen Bergdorf Phaplu im unteren Solukhumbu-Areal zieht sich der Trek in Richtung Hinku-Tal, das an den hohen Gipfeln des Himalaya endet. Oft geht es durch Felder, immer wieder aber durch üppigen Wald mit zahllosen knallbunten Farbtupfern jeglicher Größe. Magnolien – und Rhododendren blühen mitten im Wald. In diesem Teil der Midhills wohnen nur wenige Menschen. Kein Wunder, denn das Terrain wird steiler und steiler, der Berg-Nebelwald immer dichter und dichter. Mit Macheten, Sägen und Hacken haben die Sherpas durch das Unterholz einen Pfad geschlagen, der zusehends an Höhe gewinnt.

Der Berg-Nebelwald gleicht der Zauberwelt eines Tolkien-Films. Durch den Nebel bildet sich sehr viel Feuchtigkeit, und das sieht man auch an den Bartflechten und Moosen. Alles fühlt sich glitschig an. Der kalte Dschungel überwuchert die steilen Bergflanken. Nebelschwaden, moosbedeckte Felsen und daneben Baumgiganten, flankiert von Bambusgewirr.

Abgelegen: Die schlichten Unterkünfte im Nebelwald sind wie eine Insel für die Trekker

Ningsow und Chhetrakhola heißen die Etappenziele mitten im Dschungel. Es sind verwunschene Landmarken und abgelegene Häuschen tief im Bergwald des Hinku-Tals. Auf mehreren Tagesetappen schraubt sich der Pfad in stetigem Auf und Ab bis über die 3000-Meter-Marke. Ein typisches Himalaya-Gefühl kommt angesichts des grünen Dickichts nicht auf, dafür Bewunderung, denn manchmal haben die Sherpas den ausgesetzten Steig an einen Abhang oder eine Felswand scheinbar angeklebt. Absolute Konzentration ist vonnöten, ein Fehltritt hätte fatale Folgen. Nach dieser Passage senkt sich der Trek allmählich zum Talboden ab und zum Hinku Khola hin.

An dem Fluss tritt man dann ins Hochgebirge ein. Erste schneebedeckte Gipfel zeigen sich links und rechts, eine Yak-Karawane passiert den Weg - alles Zeichen, dass die Höhen des Himalayas erreicht sind.

Karte: Sherpaland

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Karte: Sherpaland


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