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Von Kathmandu nach Balthali Entdeckerwanderung in Nepal: 20 Kilometer durch die Randgebirge

Eigentlich ziehen die großen Trekkings Bergreisende nach Nepal. Doch wie so oft verbergen sich in den eher unbeachteten Gegenden überraschende Entdeckungen - gerade wenn man einfach aufbricht.

Von: Georg Bayerle

Stand: 14.11.2019

Nepal: Die Wolken reißen auf über dem Kloster Namobuddha | Bild: BR/Georg Bayerle

Die mittelgebirgsartigen Vorberge bleiben im Himalaya oft links liegen. Deshalb habe ich die Nacht in Doulikhel verbracht, einem Ausflugsziel im Randgebirge des Kathmandu-Tals an der alten Handelsstraße nach Tibet. Frühmorgens um vier hatte es zu regnen begonnen. Jetzt weckt ein mit Zimt, Kardamon und Pfeffer gewürzter Tee die Lebensgeister; was tun, frage ich Utsop, den Hausherrn des kleinen Shiva-Guesthouse, wo ich übernachtet habe. Balthali ist sein Tipp, eine 20-Kilometer-Wanderung über die Berge. Allerdings weiß er nicht, ob das bei dem Wetter eine gute Idee ist.

Auf dem Weg: Bilder von hinduistischen Gottheiten

Kleine Idole im Buschwerk

Ich mache mich trotzdem auf den Weg, durch den Regenwald, wo, verwunschen an einem Bach, ein der hinduistischen Hauptgottheit Shiva geweihter Tempel steht. Der süßliche Duft von Räucherstäbchen zieht durch die Frische des regennassen Walds. Von Gewächsen umwuchert stehen Standbilder da: Shiva, der tanzende Gott, der elefantenköpfige Ganesha – mit den rituellen zinnoberroten Farbpunkten bekleckert.

Der heilige Berg: Namobuddha

Das tibetische Kloster Namobuddha

Schnell bin ich auf einem kleinen Pfad der alten Pilgerroute zum heiligen Berg Namobuddha. Mit drei Stunden Umweg finde ich ans erste Ziel: Die alte Stupa von Namobuddha – ein kreisrunder weißer Sockel mit pfeilartigem Aufsatz mit den mandelförmigen Augen Buddhas verziert. Durch einen Wald von Gebetsfahnen führt eine steile Treppe auf den Berg, wo ein recht neues Kloster tibetischer Mönche liegt.

Das passend zur Gipfellage „Café de Heaven“ genannte Himmelscafé ist leider geschlossen.

Im Schatten von Manaslu und Everest

Mittlerweile haben sich die Wolken aufgelockert, Manaslu und Everest sind zwar nie zu sehen, aber die kleinen Dörfer und einfachen einzelnen Häuser, in denen die Menschen im Bergland leben. Sechs Stunden bin ich jetzt unterwegs. Es geht durch malerische Reisterrassen im strömenden Regen durch den Matsch nach Balthali, ein malerisches Dorf mit einem hübschen Hotel auf dem Hügel. So schließt sich der Kreis dieses Tages. Müde sinke ich in einen Stuhl, man bringt mir ein kühles nach den bekannten nepalesischen Gorkha-Kriegern benanntes Bier. Was für ein Tag, der bis auf zwei Ortsnamen ins Blaue hinein geführt hatte und dann so viele unerwartete und überraschende Ereignisse mit sich gebracht hat. Auch das ist ein Zauber dieses Landes, dass es genügt, einfach aufzubrechen, weil erstaunliche Dinge geschehen werden.

Karte: Von Kathmandu nach Balthali

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Karte: Von Kathmandu nach Balthali


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