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„Koasa-Gefühl“ in imposanter Felsenarchitektur Eine Tour auf die Karlspitze im Wilden Kaiser

Die Felsmauer des Wilden Kaiser gehört zu den Formationen in den Nordalpen, deren Gipfel am unzugänglichsten und schroffsten wirken. Die Normalwege auf viele der bekannten Gipfel verlangen bergsteigerisches Können, doch auch Wanderer finden ihre Ziele, um das berühmte „Koasa-Gefühl“ zu erleben: jenen eindrucksvollen Schauer, der von den lotrechten, glattgeputzten Wänden ausgeht und eine Tour mitten hinein zwischen Totenkirchl und Fleischbank so besonders macht.

Von: Georg Bayerle

Stand: 23.08.2019 | Archiv

„Koasa-Gefühl“ in imposanter Felsenarchitektur | Bild: BR; Georg Bayerle

Der Wilde Kaiser gilt als Inbegriff des alpinen Tirols. Anja stammt aus Nordfriesland und ist tatsächlich vollkommen geplättet vom Eindruck der Felsenarchitektur auf dem Ellmauer Tor. Von beiden Seiten führt der Weg schluchtartig zwischen senkrechten Felswänden auf diesen die Wanderer begeisternden Sockel des Ellmauer Tors hinauf, heute auch noch nebelumtost.

Rast im Ellmauer Tor

Judith und Niklas sind auf einer Mehrtagesrunde unterwegs: von Kufstein übers Stripsenjochhaus zur Gruttenhütte und über den Scheffauer wieder zurück nach Kufstein. Das schroffe und alpine Ambiente an sich beeindruckt schon allein, und erst recht die, die etwas Höhenangst haben. Die Hintere Goinger Halt ist eines der attraktivsten Wanderziele im Wilden Kaiser, umfasst von den Felswänden.

Felsrippen am Predigtstuhl

Es braucht Kletterfertigkeit und Übung. Nach ein paar Schritten ins Wilde Gelände, etwa zur Felsflanke der knapp 2300 Meter hohen Karlspitze, verklingt das lebhafte Treiben am Ellmauer Tor rasch. In unterhaltsamer II-er Kletterei führt ein dezent markierter Weg auf den sehr selten besuchten Doppelgipfel der Karlspitze. Für geübte Bergsteiger ist der stellenweise ausgesetzte Aufstieg durch die brüchige Felsflanke und oben über den Grat eine tolle Herausforderung und der Tieflblick auf Totenkirchl, Stripsenjoch und das Ellmauer Tor grandios. Allerdings braucht es nicht unbedingt den Gipfel, um sich das Staunen und Fühlen zu erhalten, - eben das Koasa-Gefühl.

Karte: Die Karlspitze

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Karte: Die Karlspitze


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