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Hahn im Fels Wanderung auf den Hahnenkamm bei Reutte

Dieser "Hahnenkamm" hat mit Kitzbühel und dem berühmten Skirennen auf der Streif nichts zu tun. "Hahnenkämme" gibt es in den Alpen einige und einer befindet sich zwischen dem Tannheimer Tal und dem Außerfern bei Reutte. Der Aufstieg beginnt auf der Tannheimer Seite in Nesselwängle.

Stand: 07.08.2015

Schneetalalm | Bild: BR/Christoph Thoma

Tierisch schön ist diese Tour nicht nur wegen des Bergnamens, sondern auch wegen der Einkehr auf der Schneetalalm, wo es Kühe, Esel, Hasen, Ziegen und allerlei Federvieh gibt, auch den einen oder anderen stolzen Hahn. Aber ob davon der 1.938 Meter hohe "Hahnenkamm" über Reutte seinen Namen hat, ist eher zweifelhaft.

Auf der Schneetalalm gibt's Hühner.

Der Ausgangsort Nesselwängle liegt am Haldensee auf 1.136 Metern Höhe. Der Wanderparkplatz ist ausgeschildert und der Weg zum Hahnenkamm über die Schneetalalm gut markiert und viel begangen. Geschottert, mit flachen Stufen, und sanft angelegt, ist der Bergweg zur 1.650 Meter hoch gelegenen Schneetalalm in eineinhalb Stunden gut zu machen - genussreich mit Pausen und Augen für die schier unglaubliche Bergblumenpracht. Der Weg führt durch einen Bachtobel. Es folgt ein letzter Aufschwung, dann kündigt sich mit Eseln, Kühen, Ziegen, Hühnern und Hasen die beliebte Alm an: Rastplatz und Ausgangspunkt für zahlreiche Touren in den Tannheimer Bergen.

Ein herrliches Panorama bietet sich den Wanderern.

Da es noch früh ist, wird nur kurz eine Trinkpause auf der Schneetalalm eingelegt und dann an Karins Hühnerhof und der Schwarzhalsziegen-Herde vorbei gleich weiter aufgestiegen zum "Hahnenkamm". Das Tiefjoch ist die Einkerbung zwischen Gehrenspitze und Hahnenkamm. Man hält sich nun rechts und steigt steil zum Gipfel des Hahnenkamms hinauf, der sich wegen der unglaublichen Aussicht unbedingt  lohnt, auch wenn mehrere Sendeantennen das Bergerlebnis ein wenig trüben. Doch das 360-Grad-Panorma ist sensationell: Seen, Almen, Gipfel.

Auf der Schneetalalm wird musiziert.

In knapp 30 Minuten ist dann auf der anderen Seite die Bergstation der Hahnenkamm-Gondelbahn erreicht. Ob man hier wohl weiß, warum der Hahnenkamm tatsächlich Hahnenkamm heißt? Ein freundlicher Bahnmitarbeiter meint: "Der lange Rücken des Berges sieht aus wie ein Kamm. Und dann gibt es da oben viele Berghühner. Aus der Kombination beider Aspekte ist wohl der Name entstanden." Das klingt plausibel. Nun könnte man mit der Gondel zu Tal schweben und per Postauto zurück nach Nesselwängle fahren, schöner aber ist ein Besuch im Alpenblumengarten oberhalb der Hahnenkamm-Bergstation mit Almrausch, Soldanelle und Teufelskralle und dann der Rückweg zu Fuß zur Schneetalalm mit den seltenen Haustierrassen. Nachmittags wird auf der Terrasse Musik gemacht, und da schmecken Bärlauchknödel oder Kaiserschmarrn gleich doppelt so gut.

Man kann von Nesselwängle aus auf den Hahnenkamm steigen oder von Reutte aus. In beiden Fällen muss man mit zweieinhalb bis drei Stunden Gehzeit rechnen. Wer die Reuttener Hahnenkamm-Gondelbahn benutzt, braucht bis zum Gipfel nur noch 45 Minuten. Informationen gibt es auch unter www.schneetalalm.at und www.reuttener-seilbahnen.at.

Hahnenkamm bei Reutte

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Hahnenkamm bei Reutte


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