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Ein steiler Hintern Wanderung über die Vilser Alm auf den Hundsarsch

Der Name ist nicht sehr einladend: Hundsarsch. Doch der Ausblick macht die Strapazen und den Namen wett!

Stand: 10.07.2015

Rückblick | Bild: BR/Andrea Zinnecker

Hundeelend fühlt sich so mancher, der sich bei einer Bergtour konditionell übernimmt. Auf den "Hundsarsch" bei Vils in Tirol, nahe an der Grenze zu Füssen, sollte daher auch nur gehen, wer über eine passable Kondition verfügt. Dann aber wird er mit einer wunderbaren Aussicht hinaus in die Ostallgäuer Voralpenlandschaft und hinein ins Ammergebirge und auf Schloss Neuschwanstein belohnt.

Diese wunderbare Aussicht belohnt den Wanderer aufs Hundsarsch-Joch.

Ausgangspunkt ist der gut ausgeschilderte Vilser-Alm-Parkplatz südwestlich von Vils in Tirol. Beim Aufstieg ist weit und breit ist kein Hund zu sehen, auch der Hundsarsch - oder besser gesagt das Hundsarsch-Joch - versteckt sich zwischen Luskopf und Vilser Kegel. Aber ein kleiner Tierfreund, der vierjährige Max, kennt den Weg und weiß, wo der Hundsarsch ist: "Da ganz da oben in der Luft!"

Der Alpstrudel liegt auf halber Strecke zur Vilser Alm.

Na dann - nix wie los, nicht auf vier Pfoten, sondern auf zwei Beinen hinauf zur Vilser Alm. Die 350 Höhenmeter führen auch am Finsteren Schrofen vorbei, einem mit Fichten bewachsenen Findling mitten im Bergwald. Felstrümmer sind auch gegenüber zu sehen - im "Steinbruch Fall", in dem Erz und Marmor abgebaut werden. Geologisch interessant ist auch der vom Wasser ausgeschliffene Alpstrudel auf halber Strecke zur Vilser Alm.

Während man sich den Namen Alpstrudel gut erklären kann, kommt man bei der Deutung des Hundsarsch schnell ins Schleudern: ein hundiger Aufstieg, da steil und steinig? Ein Joch am Arsch der Welt? Kein steiler Zahn, sondern ein steiler Hintern? Eine Felsformation, die wie ein Hundsarsch aussieht? So mancher kommt sich zunächst auch "verarscht" vor, wenn es heißt, heute gehen wir auf den Hundsarsch. In jedem Fall aber sorgt der merkwürdige Name bei den Wanderern für Heiterkeit!

In der Mitte liegt das Hundsarsch-Joch auf 1.600 Metern.

Das Hundsarsch-Joch liegt 1.600 Meter hoch und ist von der Vilser Alm aus in einer knappen Stunde zu erreichen - knapp 400 steinige, also durchaus hundige Höhenmeter. Jenseits geht der Blick dann hinab auf die Hundsarschs-Alpe. Dort tummeln sich zwar Schafe, aber ein Hütehund ist nicht zu entdecken. Mit einer Ausnahme: Anka klettert fast jede Woche einmal auf das Hundsarschjoch, auf allen Vieren, denn Anka ist die Hüttenhündin der Vilser Alm und das Hundsarschjoch ihr Revier, schmunzelt Wirtin Erni Schatz.

Wanderer, die beim Auf- oder Abstieg  auf den Hund gekommen sind, kommen auf der Vilser Alm wieder zu Kräften. Der Bergkäse ist selbstgemacht, ebenso Kaspress- und Speckknödel, auch der Topfenstrudel mundet köstlich. Ein Genuss für die Augen ist zudem die Flora rund um die Vilser Alm: Schusternägele, Vergissmeinnicht, Aurikel und vieles mehr. Die Almwiesen sind so bunt wie ein Hund - und die Tourenmöglichkeiten rund um die Vilser Alm vielfältig: Schlicke, Roßberg, Aggenstein und Brentenjoch.

Platz zum Arscherl-Ausruhen: Auf der Vilser Alm gibt's feine Speisen.

"Brenten" sagt man im Füssener Dialekt zu einer recht dicken Frau mit breitem Allerwertesten, der im Allgäu auch "Fidle" heißt, womit wir wieder beim "Arsch" wären - beim Hundsarsch. Fredl Hofmann ist der Diakon von St. Mang in Füssen, und er weiß nämlich, woher der Name kommt: Als die Gemahlin von König Max. II, die preußische Prinzessin Marie, eine begeisterte Bergsteigerin, von Schloss Hohenschwangau aus begann, die Gipfel der Umgebung zu besteigen, schämten sich die Einheimischen der oft derben Namensgebung. So wurde aus dem "Metzenarsch" der Gimpel, aus dem "Hochscheisser" die Köllespitze und aus dem Hundsarsch der vornehme Vilser Kegel. Nur das Hundsarsch-Joch hat alle Zeiten überdauert ...

Hundsarsch-Joch

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Hundsarsch-Joch


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