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Federvieh im Fels Auf den Hennenkobel im Bayerischen Wald

Der Hennenkobel im Bayerischen Wald ist mit seinen 965 Metern Höhe zwar nur ein kleiner Berg, aber wunderschön mit vielen kleinen Besonderheiten, die man bei einer Wanderung entdecken kann.

Stand: 09.10.2015

Am Hennenkobel im Bayerischen Wald | Bild: BR; Roland Schreder

Insgesamt gibt es eine ganze Reihe Touren auf diesen Hausberg des Dörfchens Rabenstein, das zu Zwiesel gehört und rund 600 Einwohner zählt.

„Hausberg“ ist allerdings fast untertrieben, denn das Dörfchen schmiegt sich malerisch an die unteren Berghänge des Hennenkobels. Entsprechend gern gehen die Rabensteiner selber auf „ihren“ Berg. Manche finden ihn mystisch und verwunschen, auch weil hier in den Wäldern im 18. Jahrhundert der Bayerwaldprophet Stormberger als Viehhirte unterwegs war und seine düsteren Prophezeiungen vom Weltenende machte.

Unsere Wanderung beginnt am Schloss Rabenstein. In Richtung Hennenkobel geht es zunächst eine halbe Stunde auf einem geteerten Forstweg durch Fichtenwald bergauf. Wer einen Abstecher zum ehemaligen Quarzbruch und zum ebenfalls sehr schönen, renaturierten Moorgebiet Kiesau, einem Naturschutzgebiet, machen will, der darf von der Straße noch nicht gleich am Schild Hennenkobel (Markierung 4) links abbiegen, sondern folgt dem Schild „Quarzbruch“ nach. Es sind nur rund 600 Meter bis dorthin, der kleine Umweg ist also nicht mühsam, aber lohnenswert, selbst wenn man kein Mineraliensammler ist. Auch für Unkundige ist das glitzernde „Katzengold“ oder „Katzensilber“ zu erkennen.

Dann geht es wieder zurück zum Schild „Hennenkobel“ und den ebenfalls sehenswerten gläsernen Kreuzweg entlang bergauf, durch einen schönen Mischwald mit einem naturbelassenen Wanderweg, der kurz vorm Gipfel ein wildromantischer Trampelpfad wird. Der Gipfel ist mit einer Eisen-Treppe recht bequem zu erklimmen und bietet eine schöne Aussicht über den Bayerwald. An Föhntagen ist sogar die Alpenkette zu erkennen.

Der Rückweg führt „Um die Felsen“ - so heißt auch das Hinweisschild, das am Hennenkobelsteig durch einen Laubwald mit riesigen moosbewachsenen Felsen bergab leitet. Man folgt zunächst der Markierung 24, wechselt vor dem Weiler Brandten auf die Markierung 29 und wandert auf einer Forststraße zurück nach Rabenstein führt. Alles in allem dauert diese Wanderung – Pausen eingeschlossen - nur eineinhalb Stunden, lässt sich aber beliebig ausweiten, wenn man nicht direkt nach Rabenstein zurückkehrt, sondern noch einen der anderen Bayerwaldorte mitnimmt. Entsprechende Tourenvorschläge kann man bei der Tourist-Info Zwiesel erfragen (Tel. 09922 840 524).

Warum aber heißt der Berg „Hennenkobel“, also Hühnerkobel.? Dazu gibt es zwei Erklärungen. Zum einen lebten hier früher viele Auerhühner, und auch heute noch ist der Berg ein Rückzugsgebiet für den seltenen Vogel. Zum anderen sind im Dreißigjährigen Krieg die Bewohner der Dörfer ringsum vor den Schweden in die Wälder am Berg geflüchtet und haben dabei ihre Hühner mitgenommen. Vom gackernden Federvieh wurden sie dann rechtzeitig vor den Schweden gewarnt und konnten sich noch weiter in den Wald hinein retten. Die Hühner aber bezahlten das mit ihrem Leben und wurden von den Schweden verspeist.

Karte: Hennenkobel

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Karte: Hennenkobel


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