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Markanter Gipfel ohne Rummel Die Krähe

Nur wenige Berge sind so schlicht und einfach nach einem Tier benannt wie die Krähe in den Ammergauer Alpen. So auffällig der Name, so wenig besucht ist der Gipfel. Ganz anders als auf der benachbarten Hochplatte herrscht auf der Krähe mit 2011 Metern selten Gedränge. Und doch ist der Berg mit seinem markanten Aussehen ein bemerkenswertes Ziel. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Von: Georg Bayerle

Stand: 31.07.2015

Wandern auf die Krähe | Bild: BR; Georg Bayerle

Ganz anders als auf der benachbarten Hochplatte herrscht auf der Krähe mit 2011 Metern selten Gedränge. Und doch ist der Berg mit seinem markanten Aussehen ein bemerkenswertes Ziel. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Am Gipfelgrat der Krähe

Ein Ausgangspunkt für eine Wanderung ist das mächtige Hotel Ammerwald: der moderne Betonkoloß kurz nach der österreichischen Grenze an der Straße zwischen Linderhof und Plansee ist leider nicht zu übersehen.

Berg mit zwei grundverschiedenen Seiten

Oder man wählt die Aufstiegsroute von Kenzen aus. Eine dritte Variante führt über den Tegelberg über den niederen Straußbergsattel zur Krähe. Wer in Ammerwald startet, steigt erst einmal durch den Wald, bis es lichter wird. Dann schlängelt sich der Weg weiter über Blumenwiesen und Weiden hinauf.

Die Krähe scheint gen Himmel zu zielen

Das letzte Stück führt über den begrasten Südrücken zum Gipfel. Markant ist die Gipfelsilhouette der Krähe - wie ausgefranzte Flügel, die in den Himmel ragen. Man sieht die scharfe Gratlinie und verschiedene Zacken und Wülste im Hang. Das, was die Krähe so ausdrucksstark und wild erscheinen lässt, sind die senkrechten düsteren Abstürze nach Norden –eine dunkle Kletterwand aus Kalkstein.

Am Gipfel der Krähe

Dort trafen sich in den 60ziger Jahren die besten Kletterer der Umgebung. Mit dabei war auch Michl Schmid. Damals habe es denn sogenannten Krähenpfeiler gegeben, erzählt der pensionierte Lehrer und Bergführer.

Dohlen statt Krähen

Wer diesen Pfeiler gegangen sei, der könne alle Touren im Gebirge machen, meinten damals anerkennend die Kletterer. Da ist ein ganz berühmter Quergang drin, da sind alle mit ziemlich viel Respekt hingegangen , erinnert sich der Bergführer. Bis zum VI. Schwierigkeitsgrad musste man schaffen.

Gibt's hier was zu Futtern?

Der Name „Krähe“ gibt Rätsel auf – auch für einen Kenner wie Michl Schmid. „Kreen“ ist ein Wort aus dem Früh-Neuhochdeutschen und bedeutet so viel wie Weideplatz . Der Name könnte einfach von den grünen Bergweiden auf der Südseite kommen – sie waren das, was die Menschen einst am meisten interessiert hat.

Karte: Die Krähe

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Karte: Die Krähe


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