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Der südlichste Berg Deutschlands Der Biberkopf erfordert Mut und Kondition

Er ist der südlichste Berg Deutschlands und beinahe der südlichste Punkt überhaupt, der Biberkopf. Ein stolzer Gipfel am Ende des Allgäuer Hauptkamms, 2599 Meter hoch. Nicht nur der niedliche und besondere Name, sondern auch das markante Aussehen bleibt im Gedächtnis.

Stand: 27.09.2014

Auf den Biberkopf | Bild: BR; Georg Bayerle

Nur für trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger

Die ganze Ecke an der Südspitze Deutschlands ist von besonderer landschaftlicher Schönheit. Aber nur wenige Wanderer ‚verirren‘ sich an diesen von Bayern aus abgelegenen Ort am Ende des langen Rappenalptals. Ein besonders schöner Höhenweg verbindet die Mindelheimer Hütte und die Rappenseehütte über diesen Punkt, das Haldenwanger Eck. Die Rappenseehütte ist auch einer der Ausgangspunkte für die Besteigung des Biberkopfs. Der Weg über den Hochrappenkopf und dann durch die schattige und schuttige Nordflanke ist so wie jetzt im Herbst oft schneebedeckt und insgesamt alpin, also nur trittsicheren und schwindelfreien Gehern zu empfehlen.

Unterhaltsame Kletterei

Der wesentlich kürzere und beliebtere Anstieg verläuft buchstäblich auf der Sonnenseite des Bergs. Vom kleinen Bergdorf Lechleiten am obersten Ende des Lechtals führt der Steig nahezu gerade nach oben über den grünen Hundskopf und dann bald in die Felsen, die in leichter Kletterei durchaus unterhaltsam auf den weithin freistehenden Gipfel führen. Auch für diesen Weg, der sich oben im Fels mit dem Zustieg von der Rappenseehütte vereinigt, sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unerlässlich. Oben ist der Ausblick vor allem ins Lechtal, hinüber ins Arlberggebiet und über die Allgäuer Berge einzigartig schön. Nur woher hat der Berg seinen Namen?

Zur Damentracht gehören sogar Biberfellmützen

Die einen assoziieren die Kopfform mit breitem Rücken, die vor allem von Süden her erscheint, mit dem Biber, der seinen Kopf hochreckt. Aber Udo Zehetleitner, bestens mit dem Gebiet vertrauter und außerordentlich kundiger Bergführer der Allgäuer Alpen, kann aus tieferen natur- und kulturgeschichtlichem Wissensquellen schöpfen: Demnach hat es in der einst verwilderten Flusslandschaft des Lechtals auch Biber gegeben; nicht umsonst gehören Biberfellmützen zur Damentracht im Tal. So wäre der Berg ein Abbild dieser Pelzmützen und noch viel inniger mit Land und Leuten verbunden. Tatsächlich soll es aber auch noch viel näher am Gipfel Biber gegeben haben: nämlich in den Hochmooren, die heute noch zur oberen und unteren Biberalpe gehören. Vielleicht war dieser besondere Biber-Lebensraum einst der Anstoß für den eigentümlichen Namen dieses markanten Gipfels.

Karte: Der Biberkopf im Allgäu

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Der Biberkopf im Allgäu


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