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Lieblings-Bergseen Der Taubensee - das blaue Auge des Chiemgaus

Am Südrand der Chiemgauer Alpen, genauer gesagt an der deutsch-österreichischen Grenze zwischen Schleching, Kössen und Reit im Winkl liegt auf 1150 Metern Höhe der Taubensee, das "blaue Auge" des Chiemgaus. In ein bis zwei Stunden lässt er sich genussvoll "erwandern." Rucksackradio-Reporter Manfred Wöll stellt ihn vor.

Von: Manfred Wöll

Stand: 31.07.2020

Der Taubensee - das blaue Auge des Chiemgaus  | Bild: BR; Manfred Wöll

Man sieht ihn allerdings erst ganz zum Schluss, wenn man direkt vor ihm steht. Versteckt und umgeben von Wäldern ist er ein landschaftliches Schmuckstück, ein Juwel.

Eine Stunde Aufstieg und man erreicht die Taubenseehütte

Seinen Namen hat der See allerdings nicht von Tauben, sondern von den "Dauppn" - so heißen die Flusskrebse im hiesigen Dialekt und im Taubensee sind sie in so großer Menge vorhanden, dass vor allem kleine Wanderer ihrem Jagdtrieb mit Begeisterung frönen können. Natürlich werden die gefangenen Krebse nach kurzer Frischlufteinlage mit Begutachtung und Zwickprobe wieder lebend zurück ins Wasser gelassen. Dass sich die Flusskrebse hier wohlfühlen, spricht übrigens auch für die Wasserqualität des Taubensees.

Schöner Blick vom Sonnwendköpfl (1279m) – nur 30 Minuten entfernt von der Taubenseehütte

Wer auf die Jagd geht, der braucht eine Stärkung. Nur zehn Minuten vom Taubensee entfernt liegt die gleichnamige Hütte. Auch hier kommen keine Flusskrebse auf den Tisch, sondern typische Tiroler Gerichte wie Gerstlsuppe, Käspressknödel und Kaiserschmarrn. Hans Fahringer ist der Seniorchef der Hütte und seiner Ansicht nach ist ein Bergsee erst dann ein guter Bergsee ist, wenn man auch Berge in der Nähe sieht - in diesem Fall nach Süden hin. Der Blick reicht vom Zahmen und Wilden Kaiser über die Kitzbüheler Alpen bis zu den schneebedeckten Zillertaler Gipfeln.

Da lässt sich’s gut sitzen...

Den Taubensee samt Hütte erreicht man idealerweise aus allen Himmelsrichtungen, zum Beispiel vom Parkplatz Streichenkapelle bei Schleching aus über die Donauer Alm und Chiemhauser Am, die zu einem Zwischenstopp mit frische Milch einlädt. Über den sogenannten Kroatensteig oder Luftbodensteig, die beide etwas Trittsicherheit erfordern, braucht man knapp zwei Stunden, aber Achtung, nach Regen verwandeln sich diese Steige gerne in eine unangenehme Rutschpartie. Trockener, südseitiger und auch kürzer, in nur einer Stunde, kommt man von Kössen hinauf zum Taubensee. Und wenn man dort ist, weiß man gar nicht was man zuerst tun soll: Landschaft bewundern, Einkehren, Baden oder Krebse suchen…vielleicht alles zu seiner Zeit.

Infos

Der kürzeste Anstieg geht oberhalb von Kössen los - vom Parkplatz Mühlberg aus (gebührenpflichtig)

Lage: 1.150 Meter in den Chiemgauer Alpen an der bayerisch-tirolischen Grenze zwischen Schleching und Kössen. Die beste Aufstiegsroute: vom Parkplatz Streichenkapelle (Tagesgebühr 2 Euro) bei Schleching über den so genannten Luftbodensteig (Nr.9) in 2 1/2 Stunden zum Taubensee, Rückweg über den Kroatensteig, für beide Steige Trittsicherheit erforderlich. Besonderheiten: Flusskrebse im See, Einkehr in der nur 10 Minuten vom See entfernten Taubensee-Hütte. Info: www.taubensee.at

Karte: Der Taubensee

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Der Taubensee


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