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Rundtour auf der ladinischen Rosengartenseite Val di Dona, Rifugio Dona und Val Udai

Das berühmte Val Duron, das sich von Campitello di Fassa unter den Felswänden des Plattkofels hin zur Seiser Alm und zur Antermoia-Gruppe zieht, kennen viele. Aber das Val di Dona? Das kennen sogar viele Einheimische nicht. Doch das kleine zauberhafte Tal zwischen dem Val Duron und dem Val Udai lohnt eine Wanderung, zumal mit dem Rifugio Dona ein wahres Hütten-Kleinod auf der ladinischen Seite des Rosengartens zur Einkehr einlädt.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 24.07.2020

Oberkante des Val Udai | Bild: BR/Andrea Zinnecker

Der Aufstieg ins Val di Dona beginnt gleich hinter der Kirche von Fontanac im Fassa-Tal und führt schon bald an der Barcia Veia vorbei, einer kleinen Almhütte mitten im Rottannenwald. Mauro Spina bereitet gerade Polenta mit frischen Steinpilzen für die Mittagsgäste zu. Viele Wanderer kommen hier nicht vorbei, sagt er, trotz der Via Alpina, denn das Val di Dona ist nicht sehr bekannt. Dafür ist es hier aber sehr ruhig – ruhig und einsam.

Im oberen Val di Dona

In fast senkrechtem Zickzack führt der zum Teil gut eingewachsene, zum Teil neu angelegte Pfad durch dichten Bergwald 700 Höhenmeter steil nach oben. Keine Menschenseele, nur Ameisen und Knabenkräuter. Erst nach zwei Stunden leitet der Steig aus dem Wald heraus in saftige Bergwiesen zwischen hellgrün-samtig schimmernden, baumlosen Bergflanken. Noch ein kurzes Stück am Bach entlang, dann ist das 2100 Meter hochgelegene Rifugio Dona erreicht.

Eine kleine Zahl von eingeschworenen Stammgästen kommt jedes Jahr zum Rifugio Dona, weil das Tal so wild und einsam, die Hütte so sympathisch und das Essen hervorragend ist. Für die Wohlfühl-Atmosphäre sorgen Andrea und Bruno Amplatz, Vater und Sohn, Ladiner aus Canazei. 1972 hat Andrea Amplatz, der in jungen Jahren Träger unter anderem für die Antermoia-Hütte war, die vorhandene Almhütte zum Rifugio Dona um- und ausgebaut. Sie ist bis heute ein Geheimtipp – klein, aber fein. Mit ihm, schmunzelt Andrea, gibt es im Sommer noch zwei andere Esel hier oben – vierbeinige.

Klein, aber fein - das Refugio Dona

Die Berglandwirtschaft mit Kühen und Schafen wurde aber schon lange aufgeben, trotz des Wasserreichtums im Val di Dona. Nur einige kleine Heuhütten erinnern noch an die alten Zeiten – und ein Ort namens La Cisterna, verrät Sohn Bruno. Ganz oben auf einer Bergspitze entspringt eine Quelle. Das ist so besonders wie die ladinische Sage vom Drachen im Val di Dona. Der Name Dona kommt übrigens von einem venezianischen Grafen, der einst unten im Fassatal gewohnt hat. Im Rifugio Dona aber gibt es statt venezianischer Küche beste ladinische Hausmannskost, alles frisch gekocht:  Polenta, Pasta, Knödel, Gulasch, Strudel - und dazu den angeblich besten Espresso in den Dolomiten. Die Wanderer wissen diese Authentizität zu schätzen.

Blick bis zur Marmolada

Vom Rifugio Dona führt der Weg nun weiter in Richtung Antermoia-Hütte und auf die Hochebene des Camerloi. Molignon, Croda di Lago, Cima di Dona, Sellastock und Marmolada sind von hier aus zu sehen. Für den Rückweg empfiehlt Bruno den nicht weniger steilen Abstieg vom Camerloi durch das schmale, wildromantische Val Udai. Über senkrechte Felswände stürzen lichtglitzernde Wasserfälle in die Tiefe, die verwegenen Türme des Larsec ziehen alle Blicke auf sich. Im Val Udai öffnet sich eine sagenhafte Zauberwelt auf der ladinischen Seite des Rosengartens.

Auf dem Rifugio Dona kann man auch übernachten. Da in Corona-Zeiten aber nur wenige Schlafplätze vorhanden sind, sollte man unbedingt reservieren. Nähere Informationen gibt es unter www.rifugiodona.com

Rosengarten: Val di Dona

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Rosengarten: Val di Dona


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