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Zum Sonnenaufgang auf die Mondspitze Eine Tour mit Stirnlampe unter Sternen im Brandnertal

Das Brandnertal in Vorarlberg zieht sich von der Bürser Schlucht bis auf den Gipfel der knapp 3000 Meter hohen Schesaplana hin. Ein großartiger Aussichtsgipfel ist die 1967 Meter hohe Mondspitze, vor allem, wenn man zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel steht. Doch dafür muss man sich erst einmal überwinden, mitten in der Nacht aufzustehen.

Von: Claudia Steiner

Stand: 20.07.2019

Eine Tour mit Stirnlampe unter Sternen im Brandnertal | Bild: BR; Claudia Steiner

Der Wecker klingelt, Kilian und Norah schälen sich schwerfällig aus den Federn.

Mit Stirnlampen auf den Weg zur Mondspitze

Kurze Zeit später treffen wir Wanderführer Max Sturm. Es ist früh, stockdunkel und kalt. Neun Grad zeigt das Thermometer an. Wir setzen unsere Mützen und die Stirnlampen auf und gehen los. Startpunkt ist die Tschengla, ein Hochplateau auf knapp 1200 Metern Höhe. Von dort wollen wir über die Schiller Mulde und dann über den Grat hoch auf die Mondspitze steigen. Gut zwei Stunden und knapp 800 Höhenmeter liegen vor uns. Wer sich nicht auskennt im Gelände, der sollte unbedingt einen Bergführer nehmen.

Der Mond leuchtet nur schwach in dieser klaren Nacht

Außer unseren Schritten ist nichts zu hören. Konzentriert steigen wir auf. Schritt für Schritt geht es steil und anstrengend bergauf. Wir haben Glück mit dem Wetter. Die Nacht ist klar, über uns funkeln die Sterne. Der Kleine Wagen mit seinen drei punktförmigen Sternen ist gut auszumachen. Der Weg führt weiter über Almen und durch Latschenfelder. Vor uns huschen mehrere Gämsen über den Pfad. Nach gut einer Stunde halten wir an und schauen uns um. Im Hintergrund ist die Rote Wand zu erkennen, rechts sieht man die Zimba und den Schillerkopf, und weiter drüben die Mondspitze. In der anbrechenden Dämmerung ist schon ganz leicht das Gipfelkreuz zu sehen.

Auf dem Gipfel der Mondspitze, morgens um 7 Uhr

Der restliche Aufstieg sollte in einer Dreiviertelstunde zu schaffen sein, rechtzeitig zum Sonnenaufgang. Das letzte Stück leitet über den Grat. Im Osten erhellt sich der Himmel. Pünktlich zum Sonnenaufgang stehen wir dann auf der 1967 Meter hohen Mondspitze, und zwar ganz allein!  Sie ist der vorderste Berg in der Kette des Rätikon. Unten liegt das Tal im Nebel, weiter oben malt die Sonne bunte Muster in den Himmel. Der Rundumblick reicht bis zum Bodensee, hinein ins Klostertal und Richtung Montafon. Widderstein, Zimba, Lünersee und der Panüeler sind zu sehen, die Schweizer und die Liechtensteiner Grenze mit dem Massiv der Drei Schwestern. Ein leichter Wind weht, wir ziehen unsere Jacken an und trinken heißen Tee. Bei so einem prächtigen Ausblick ist das frühe Aufstehen schnell vergessen. Auch Wanderführer Max, der selbst schon unzählige Male auf der Mondspitze war, genießt die Tour jedes Mal von neuem, denn jedes Mal ist es immer ein wenig anders.

Zum Sonnenaufgang auf die Mondspitze – das ist sicher keine Tour für Morgenmuffel. Wer sie mit Max Sturm unternehmen möchte, kann die Tour über www.brandnertal.at oder www.berg-fit.com buchen.

Karte: Die Mondspitze

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Die Mondspitze


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