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Nachgefragt auf der Schönfeldhütte und Weilheimer Hütte Sommer-Bilanz der Hütten in Bayern

Es war ein heißer Sommer – im Tal und auf dem Berg. Der Traumsommer hat den meisten Hütten des Deutschen Alpenvereins mehr Besucher als sonst beschert, denn wegen der langen Schönwetterperioden waren mehr Bergsteiger und Wanderer unterwegs. Sowohl die Zahl der Tagesgäste als auch die der Übernachtungen ist deutlich angestiegen.

Von: Elisabeth Tyroller

Stand: 22.09.2018

Nachgefragt auf der Schönfeldhütte und Weilheimer Hütte | Bild: BR/ Elisabeth Tyroller

Claudia Essenfelder ist Wirtin auf der Schönfeldhütte im Mangfallgebirge. Es ist erst ihre zweite Saison in den Bergen, aber sie zieht eine positive Bilanz. Die Hütte war waren immer schön ausgebucht bei dem tollen Wetter, sagt sie, es gab nur drei Regentage - letztendlich war es ein Bombensommer, auf den vielleicht jetzt noch ein schöner Herbst folgt.

Die Weilheimer Hütte in herrlicher Lage über dem Voralpenland

Christian Weiermann ist seit 19 Jahren Hüttenwirt auf der Weilheimer Hütte im Estergebirge. Obwohl er schon so lange als Wirt arbeitet, war dieses Jahr für ihn eine besondere Herausforderung. Denn bei einem schönen Tag nach dem anderen kommt man schnell an die Belastungsgrenze. Weil auf der Weilheimer Hütte alles selber gekocht wird, sind auch Schlechtwettertage vonnöten, um entsprechend vorzukochen zu können. Das aber in diesem heißen schönen Sommer fast nicht mehr zu schaffen. Zeit zum Ausspannen hatte der Hüttenwirt in der bisherigen Saison seit Mitte Mai kaum. Im Gegenteil – oft musste länger gearbeitet werden bis in die Nacht hinein.

Die Schönfeldhütte im Mangfallgebirge

Regentage sind somit eher Urlaubstage für den Hüttenwirt, vor allem aber auch für die Natur. Der ungewöhnliche heiße und trockene Sommer hatte Folgen. Christian Weitermann war auf seiner Hütte zwar nicht direkt vom Wassermangel betroffen, dennoch musste er mit dem kostbaren Nass haushalten, weil die Kälber von der Farchanter Alm auch noch Wasser gebraucht haben. Zum Glück hat es gelangt. Andere Hütten hatten eher Probleme, vor allem, wenn sie auf Regenwasser angewiesen sind. Da wurde das Wasser schon mal knapp, einige Wirte haben sogar das Duschen verboten.

Von der Weilheimer Hütte Ausblick ins Isartal

Doch auch im Hochgebirge und vor allem auf den Gletschern hat der Hitzesommer Spuren hinterlassen: Bergsteiger mussten Umwege gehen, weil viele Gletscher nicht mehr über ursprünglichen Weg gequert werden konnten, so zum Beispiel auch der Taschachferner in den Ötztaler Alpen, und auf der Zugspitze wurde auf dem Höllentalferner die Spalte zwischen Gletscher und Fels immer größer und somit eine zusätzliche Gefahr.

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