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Gipfel, Seen und Wasserfälle Der Schladminger Tauern-Höhenweg

Die Schladminger Tauern gehören zu den Niederen Tauern und ziehen sich durch die Steiermark und das Salzburger Land. Dieser Gebirgszug ist für seinen Wasserreichtum bekannt. In über 2000 Metern Höhe gibt es viele kleine Bergseen, überall plätschern Bäche dahin und Wasserfälle rauschen ins Tal.

Von: Angela Braun

Stand: 21.09.2019

Gipfel, Seen und Wasserfälle zwischen Steiermark und Salzburger Land | Bild: BR; Angela Braun

Vor gut 130 Jahren haben ein paar bergbegeisterte Wiener die Schönheiten der Region entdeckt und dort Schutzhütten erbaut. Sie sind ideale Unterkünfte für mehrtägige Wanderungen. Heute ist der Schladminger Tauern-Höhenweg eine beliebte Hüttentour von vier oder fünf Tagen. Ausgangs- und Endpunkt ist Schladming.

Blick auf die Giglachseeehütte in 1956 Metern – natürlich am Giglachsee

Die erste Etappe beginnt an der Bergstation der Hochwurzenbahn. Es geht mal bergauf, mal bergab auf einem Höhenkamm entlang, mal durch felsiges Gelände, mal durch Bergwiesen bis man nach fünf bis sechs Stunden an der 1956 Meter hoch gelegenen Giglachsee-Hütte ankommt. Die Hütte liegt – wie der Name schon sagt - am Giglachsee. Eine Gruppe von Höhlenforschern erkundet schon seit Jahren die Lungauer Kalkspitze. Mit dabei sind Eckhard Herrmann, Barbara Wielander vom Landesverein für Höhlenkunde für Wien und Niederösterreich. Die Höhlenforscher haben zwei Höhlen entdeckt, die sie digital vermessen und ausführlich dokumentieren werden.

Vorbei geht’s an den Giglachseen zur Rotmandlscharte

Die zweite Etappe des Schladminger Tauern-Höhenwegs führt am Giglachsee entlang und vorbei an der Ignaz-Matthis Hütte steil hinauf zur Rotmandlscharte und auf der anderen Seite über grobe Felsblöcke hinab zur Keinprechthütte. Der Weg ist gut markiert, an wenigen Steilpassagen sorgen Stahlseile für Halt. Auf der Keinprechthütte locken Kaffee und Kaiserschmarrn. Gut gestärkt geht es dann hinauf zur Trockenbrotscharte. Auf knapp 2300 Metern hat man einen grandiosen Blick hinüber zum Hochgolling und hinunter zur Landawirseehütte.       

Schnee auch im Sommer an der Gollingscharte 2326 Meter

Am nächsten Tag steigen wir auf zur 2326 Meter hohen Gollingscharte, dann hinab in den Gollingwinkel, wo junge Pferde grasen und unbedingt wissen wollen, was in unserer Brotzeitbox ist., und weiter zur Gollinghütte, dem Etappenziel Nr. 3. Am vierten Tag erwartet uns die „Königsetappe“ - der Aufstieg von der Gollinghütte durch ein Bergblumenparadies hinauf zum 2618 Meter hohen Greifenberg und hinein in den Klafferkessel. Das Hochplateau liegt auf 2200 Metern und ein See neben dem anderen, einer schöner als der andere. Überall plätschert und gluckert es in dieser vom Gletscher geformten Landschaft.

Josef Höflehner, Wirt der Preintaler Hütte

 „Wir sind vom Wasser gesegnet,“ sagt Josef Höflehner, der Wirt der Preintaler Hütte. Aufgrund der geologischen Verhältnisse verschwindet das Wasser nicht im Boden, sondern bleibt an der Oberfläche. Die ganze Landschaft ist daher grün, ein nasser Fleck, Wasserfall oder See ist nie weit entfernt. Josef Höflehner ist auf der 1657 Meter hoch gelegenen Preintaler Hütte aufgewachsen. Sein Vater hat 40 Jahre lang die Hütte der „Alpinen Gesellschaft Preintaler“ bewirtschaftet - so heißt der Wiener Verein, der die Gollinghütte und die Hans Wödlhütte erbaut hat. Gut 100 Schlafplätze hat die Schutzhütte, davon etwa ein Drittel in neu renovierten Zimmern. Das Haus am Ende des Riesachtals ist nicht nur ein schönes Etappenziel am Schladminger Tauern- Höhenweg, sondern auch ein lohnender Stützpunkt für Tagestouren. Die Spezialitäten auf der Preintaler Hütte sind regional geprägt. Josef Höflehner erzählt von der „Almkulinarik“, einem neuen Programm, das ein angesehener Koch aus der Steiermark mitentwickelt hat. Als Schmankerl gibt es steirisches Wurzelfleisch mit Kartoffeln und Gemüse. Zuletzt geht es von der Preintaler Hütte hinunter zum Riessachsee und Riessachfall, einem beliebten Ausflugsziel, und dann mit dem Planaibus zurück nach Schladming.

Karte: Die Preintaler Hütte

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Karte: Die Preintaler Hütte


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