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Fire & Ice und Bayerns längste Naturrodelbahn Mit Schlitten und Schneeschuhen über den Arber

Traumwinter im Bayerischen Wald - rund um den 1456 Meter hohen Arber herrschen seit November hervorragende Wintersportbedingungen, und der beliebte Ferienort Bayerisch Eisenstein an der tschechischen Grenze, auch mit dem Zug über Plattling aus München bequem erreichbar, wird seinem Ruf als Wintersportplatz für die ganze Familie im Arberland wieder einmal gerecht.

Von: Christoph Thoma

Stand: 20.01.2018

Mit Schlitten und Schneeschuhen über den Arber | Bild: BR; Christoph Thoma

Jeden Samstag-Nachmittag steht die „Fire & Ice“-Tour auf dem Programm, eine spannende Kombination aus Schneeschuh-Tour und Rodelspaß. Vom Arbergipfel führt die mit acht Kilometern wohl längste Naturrodelbahn Bayerns bis hinunter nach Bodenmais. Die Tour ist eine Arber-Überschreitung der besonderen Art und ein Draußen-Erlebnis der Extraklasse, auf Wunsch mit abschließender Fackelwanderung und romantischer Übernachtung im Igludorf.

Start an der Bergstation der Arber-Bahn

Tourguide Martin Bredl hat alles im Griff. Wir sind schwer bepackt: Schlitten, Schneeschuhe, Rucksack. Es ist sinnvoll, eine Thermoskanne mit heißem Tee und eine kleine Brotzeit dabei zu haben, und so ist es letztlich gar nicht so einfach, die Ausrüstung und uns selbst in die bunten Sechser-Kabinen der modernen Arber-Gondelbahn zu hieven. 340 Höhenmeter später, nach neun Stützen und gut vier Minuten Fahrzeit, ist der eigentliche Startpunkt unserer Kombi-Adventure-Tour erreicht: die Bergstation der Gondelbahn. Wir machen uns in Ruhe startklar und ratschen die Schneeschuhe mit Riemenbindung zu. Wer noch unerfahren ist, bekommt selbstverständlich von Tourguide Martin fachkundige Unterstützung. Auch rät er uns, im Steilgelände die Zacken der Harscheisen einzusetzen, um nicht abzurutschen.

Arber-Gipfelkreuz

Gut 120 Höhenmeter kratzen wir auf dem knochenharten Buckel von König Arber hinauf zum Gipfelkreuz. Weglos, steil und glatt – das Gelände, vom Böhmischen Wind abgeblasen, ist die anstrengendste halbe Stunde der Runde. Aber es lohnt sich, denn auf 1456 Metern, der höchsten Erhebung des Bayerischen Waldes, hat man eine exzellente Aussicht hinüber in den Böhmerwald, hinunter in den Lamer Winkel und – bei guten Bedingungen – bis zu den Alpen. Dann ziehen wir die Anoraks zu, verstauen die Schneeschuhe am oder im Rucksack und hocken uns auf die Schlitten. Zwei Kilometer zum Warmfahren sind es bis zu der vom Skiclub Bodenmais betriebenen Chamer Hütte. Die 1289 Meter hoch gelegene Hütte ist eine beliebte Einkehr für Langläufer, Skitourengeher, Schneeschuhwanderer und Rodler.

Die Kufen der Schlitten laufen gut auf dem hartgefrorenen Boden, auch an den flacheren Stellen, die bei Neuschnee schon mal zu Zieh-Wegen werden können. Die Gehpassage im Sattel zwischen Großem und Kleinem Arber führt durch den Hochwald. Man sieht, dass es sogar unter den Bäumen gut einen Meter Schnee hat. Die Basis für eine lange Wintersportsaison im Arberland stimmt endlich mal wieder.

Hausschuh-Pflicht in der Chamer Hütte

Im Schuhraum der Chamer-Hütte gibt es Hausschuhe in alle Größen und Farben. Der Schuhwechsel ist Pflicht, so bleibt die Gaststube immer sauber und trocken. Und für uns ist es auch ganz erholsam, während der Brotzeit eine halbe Stunde aus den Bergschuhen zu kommen. Nach der zünftigen Hütten-Einkehr geht es nun wieder mit Schneeschuhen sanft bergauf entlang der Arber-Langlaufloipe. An einer Weggabelung heißt es dann wieder „bitte setzen“ – auf den Schlitten. Hier beginnt die eigentliche Rodelbahn. Die Arber-Überschreitung - mit zwei Kilometern Zugabe vom Arber-Gipfel bis zur Chamer Hütte - machen die Wenigsten. Tourguide Martin Bredl erklärt noch einmal die Lenk- und Bremstechnik und warnt davor, zu schnell zu starten: „Gleich am Anfang kommen die steilsten Passagen!“ Aber die Bahn ist heute hart und griffig, kein Eis und kein Weichschnee. So läuft es prima und sturzfrei. Mal rasanter und mal flacher führt die Rodelbahn in langgezogenen Kurven in Richtung Bodenmais. Verfahren kann man sich nicht und Engstellen sind rar. So ist die wohl längste Naturrodelbahn Bayerns bei derart guten Bedingungen Genuss pur.

Darfs ein Bayerwald-Bärwurz sein

Bei Anbruch der Dämmerung sind wir in Bodenmais. Ein Kleinbus wartet und bringt uns zurück nach Bayerisch Eisenstein, wo uns Fackeln den Weg ins Igludorf zeigen. Der Glühwein blubbert schon im Kessel über dem Lagerfeuer. Wer mag, kann in einem der Eishäuser auf Liegematten und Schaffellen auch übernachten – im Zweierschlafsack für Paare ein durchaus romantisches Finale der „Fire & Ice“-Tour am Arber, dem König des Bayerischen Waldes.

Das vorgestellte Outdoor-Erlebnis-Programm „Fire & Ice“ mit Tourguide Martin Bredl wird von „Bohemiatours“ und der Arberland Regio GmbH veranstaltet. Es beginnt jeweils am Samstag-Nachmittag um 14.00 Uhr. Treffpunkt ist an der Talstation der Arber-Kabinenbahn. Weitergehende Infos und Anmeldung unter Tel: 0152-54184537 oder  www.bohemiatours.de  bzw.  www.arberland-regio.de 

Der Arber


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