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Knödel, Kufen & klasse Kurven Rodeln am Grasberg bei Garmisch-Partenkirchen

Ein absolutes Traumpanorama, eine pfundige Einkehrmöglichkeit und eine tolle Naturrodelbahn mit knackigen Kurven – wer das alles auf einen Schlag erleben möchte, der muss auf den Grasberg nach Garmisch-Partenkirchen und hinauf zur 1040 Meter hoch gelegenen St.-Martins-Hütte.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 31.01.2019

Rodeln am Grasberg bei Garmisch-Partenkirchen | Bild: BR

Von der urigen Bergwirtschaft führt eine zweieinhalb Kilometer lange Naturrodelbahn hinab ins Tal - und zur Zeit sind die Verhältnisse einfach perfekt – und das wissen auch viele Einheimische zu schätzen.

Hightech-Blau im Bergwald

Doch vor der „großen Sause“ kommt erst einmal der kurze, aber steile Aufstieg. Eine gute Stunde und 350 Höhemeter sind es bis zur Bergwirtschaft St. Martin. Hier auf der ruhigen Seite von Garmisch, vis-à-vis von Zug- und Alpspitze und fern des Pistentrubels, führt der Aufstieg durch die Waldeinsamkeit unterm Kramer. es riecht nach Wild und Winterrauch. Für bunte Farbtupfer sorgen die Winterwanderer mit ihren knallfarbigen Hightech-Schlitten oder klassischen Holzrodeln. Und so mancher „dopt“ sich schon am Beginn des Aufstiegs: Kamillentee mit viel Honig heißt das Geheimrezept. Doch das richtige Rodelgewicht ist nur mit einer ausgiebigen Einkehr auf der Hütte zu erzielen. Darauf freuen sich auch zwei Garmischerinnen, deren „Haus- und Hofstrecke“ die Naturrodelbahn am Grasberg ist, weil sie am Fuß des Grasbergs wohnen und je nach Lust und Laune auch mal in der „Talstation“ einkehren. Sie kennen jede Kurve, jede Finesse der Rodelstrecke, schätzen die fünffache S-Kurve und die lange Gerade. Zudem wissen die beiden Damen auch um die Tücke des so genannten „Magnetbaums“, der so heißt, weil er viele Rodler magnetisch anzieht, und sie verraten, dass das Rodeln am Grasberg auch bei Vollmondlicht ein Erlebnis ist.

Die Brotzeit wartet

Ein Erlebnis für sich ist aber auch die Einkehr in der St.-Martinshütte. Schon König Max II. hatte diesen Platz als „schönsten Fleck im Werdenfelser Land“ bezeichnet und hier, in seinem Gamsjagdrevier, eine Ruhebank errichtet. 1920 wurde dann die St.-Martinshütte gebaut. Sie ist allerdings nicht nach dem Heiligen benannt, sondern nach ihrem Erbauer: Martin Bader. Wie dann noch das „Sankt“ hinzukam, ist bis heute ein Rätsel, die Hütte aber eine einzigartige Aussichtsloge hoch über Garmisch-Partenkirchen. Der Ort liegt einem zu Füßen, der Blick schweift über die Sprungschanze hinweg bis zum Karwendel. Dreitorspitze, Alpspitze, Jubiläumsgrat, Zugspitze, Waxenstein und ganz im Osten der Daniel reihen sich wie auf einer Perlenschnur aneinander.

Die Hütte selbst ist gediegen, urig und nostalgisch - gerade recht zum Verhocken am grünen Kachelofen unter der riesigen Wilderer-Kuckucksuhr, die, so erzählt die Wirtin Sabine Scherer, einst die Amerikaner mitnehmen wollten – doch sie hatten nicht mit dem Widerstand der damaligen Wirtsleute gerechnet. So scheint hier oben in der St.-Martinshütte am Grasberg fast ein wenig die Zeit stehengeblieben zu sein.

Tradition trifft Hightech

Hungrig bleibt garantier keiner auf der St.-Martinshütte, dafür sorgen schon die großen Portionen. Ein Klassiker ist das Wiener Schnitzel nicht aus der Fritteuse, sondern aus der Pfanne und in Butterschmalz ausgebacken und mit Röstkartoffel statt mit Pommes serviert. Auf der Karte stehen Eintöpfe, Suppen, Wurstsalat, Griebenschmalz, Schinkennudeln, Speckpfannkuchen, hausgemachte Dampfnudeln mit Vanillesoße, Apfelstrudel und Blechkuchen und vieles mehr. Bei Rodelbetrieb gibt es sogar bis 21 Uhr warme Küche, sagt Sabine Scherer. Nur wenn einer noch um Viertel nach Neun etwas bestellen will, werde sie grantig ...

Bei Rodelbetrieb ist die St.-Martins-Hütte Mittwoch bis Samstag von 10 bis 22.30 Uhr geöffnet, Sonntag und Montag von 10 bis 18 Uhr, Dienstag ist Ruhetag. Aber Achtung: Oben auf der Hütte kann man keinen Rodel ausleihen, man muss ihn schon selbst hinaufziehen und sich den Hunger ehrlich erarbeiten. Ausgangspunkt für die Tour ist die Bayernhalle in der Brauhausstraße. Weitere Informationen sind unter martinshuette-grasberg.de zu finden.

Karte: Die St.-Martins-Hütte

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Die St.-Martins-Hütte


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