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Die ersten Allgäuer Alpen CleanUp-Days Eine Müllsammelaktion für „plasticfree peaks“

Wer gern in die Berge geht, sollte eigentlich wissen, dass Müll auf Wanderwegen, Trails und in Almwiesen nichts verloren hat. Doch nicht alle Bergbesucher halten sich daran, und so sammelt sich gerade auf hochfrequentierten Wegen oft viel Abfall. Zwei junge Allgäuer wollen dagegen aktiv vorgehen und haben eine große Aufräumaktion gestartet: die Allgäuer Alpen CleanUP-Days. Bei der ersten Aktion waren wir mit dabei.

Von: Antonia Schlosser

Stand: 20.07.2019

Eine Müllsammelaktion für „plasticfree peaks“ | Bild: BR; Antonia Schlosser

Über 300 Wanderer und Bergsteiger haben sich zu den ersten Allgäuer Alpen CleanUP-Days angemeldet.

Sorgfältig wird jeder noch so kleine Plastikschnipsel aufgehoben und weggeworfen.

In rund 90 Teams wollen sie möglichst viele Wege, Wiesen und Gipfel der Region nach Plastikmüll & Co. absuchen. Unsere Gruppe besteht aus 12 Allgäuerinnen und Allgäuern, die sich den 1838 Meter hohen Breitenberg in Pfronten als „Aufräum-Ziel“ ausgesucht haben. So richtig kann ich noch nicht glauben, dass wir heute unsere Müllsäcke voll bekommen, als ich auf dem Wanderparkplatz im Achtal in Pfronten aus dem Auto aussteige. Immerhin bin ich den Forstweg hoch zur Ostlerhütte schon viele Male gewandert, und nie sind mir besonders viele Hinterlassenschaften anderer Bergbesucher aufgefallen.

Plastikverpackungen, Sportflaschen und Zigaretten: Knapp 20 Kilogramm kommen am Ende zusammen.

Um möglichst viel Müll zu finden, teilen wir uns in drei Teams auf: Eines startet an der Talstation der Breitenbergbahn in Pfronten, das zweite wandert vom Parkplatz Fallmühle über den Grat nach oben, und das dritte räumt den Forstweg, der etwas weiter hinten im Achtal beginnt, auf. Ausgerüstet sind wir mit speziellen Clean-Up-Kits, die jeder Teilnehmer bereits am Vortag an den Sammelstellen abholen konnte: Handschuhe, recycelte Müllsäcke und kleine Greifzangen aus Edelstahl. Bereits nach wenigen Schritten auf dem breiten Forstweg ruft der Erste: „Ich hab‘ Müll gefunden.“ Es sind kleine Plastikschnipsel, die überall verteilt am Wegrand herumliegen – vermutlich die Überbleibsel eines Müsliriegels.

Oben angekommen gibt’s für das ganze Team eine ordentliche Brotzeit.

Die Riegelverpackung bleibt leider nicht unser einziger Fund. Schritt für Schritt, der Blick konzentriert auf den Weg und die angrenzenden Wiesen gerichtet, gehen wir die lang gezogenen Serpentinen weiter. Mit Erfolg: In unsere Müllsäcke wandern Unmengen an Plastikverpackungen, Flaschen, Zigarettenstummeln und sogar halb verrottete Kleidung. Auf den letzten Metern zu unserem Ziel, der Ostlerhütte auf dem Breitenberg-Gipfel, werden wir nicht nur von einer kleinen Herde Allgäuer Rinder begleitet, sondern auch mit einem herrlichen Blick auf den Aggenstein belohnt. Oben angekommen, ziehen die drei Teams nach einer stärkenden Brotzeit gemeinsam eine „Abfall-Bilanz“: Knapp 20 Kilo sind in nur drei Stunden zusammengekommen.

Bei der Sammelstelle in Kempten gibt es Bier, Musik und ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer.

Nach dem Abstieg bringen wir unseren Müll zurück nach Kempten zur Sammelstelle in der Alten Weberei, wo bereits andere Teams ihre Tour mit einem Feierabendbier ausklingen lassen. Das Motto des Tages - „je voller der Müllbeutel, desto sauberer die Umwelt“ - geht letztendlich auf: Insgesamt haben die Allgäuer bei der Aktion über 1000 Kilo Abfall gesammelt, der ordnungsgemäß entsorgt und recycelt wird. Für die Veranstalter Martin Säckl und Raphael Vogler ist das ein voller Erfolg. „Vielleicht klingt das für viele komisch, aber unser Ziel lautet, dass irgendwann diese Aktion hier überflüssig wird. Wir wollen das so lange machen, bis wir sagen können: Jetzt haben wir keinen Job mehr!“, betont Martin. Der Plan ist, dass auch im nächsten Jahr die Allgäuer wieder gemeinsam losziehen und Müll in ihren Bergen sammeln. Wer sich bis dahin einen Eindruck von den ersten Allgäuer Alpen CleanUP-Days verschaffen möchte, kann das auf der Instagramseite der Veranstalter unter www.instagram.com/plasticfreepeaks tun.

Karte: Der Breitenberg bei Pfronten

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Der Breitenberg bei Pfronten


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