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Zwischen Sonne und Pluto Der Planetenweg bei Obergummer in Südtirol

Auf dem Hochplateau zwischen Steinegg und Gummer nordöstlich von Bozen gibt es die Max-Valier-Volkssternwarte. Hier beginnt auch der Planetenweg, auf dem man von der Sonne bis zu Pluto und wieder zurück zur Erde wandern kann.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 19.07.2019

Der Planetenweg bei Obergummer in Südtirol | Bild: BR; Andrea Zinnecker

Auf dem Hochplateau zwischen Steinegg und Gummer nordöstlich von Bozen gibt es die Max-Valier-Volkssternwarte. Hier beginnt auch der Planetenweg, auf dem man von der Sonne bis zu Pluto und wieder zurück zur Erde wandern kann.

Waldwege von Planet zu Planet

Die Sonne strahlt, auf den Bergwiesen zwischen Merkur und Venus gackern fette Hühner, bei der Erde folgt der erste Anstieg und spätestens bei Mars umfängt den Weltenwanderer intensiver Zirbendurft. Wer auf dem Planetenweg unterwegs ist, der wandert im Maßstab eins zu einer Milliarde, schmunzelt der Vorsitzendende der Amateur-Astronomen Max Valier, Gerhard Mair. Oder anders gesagt: ein normaler Wanderschritt entspricht 600.000 Kilometern. Stelen in entsprechendem Abstand zur Sonne beschreiben den jeweiligen Planeten mit all seinen Besonderheiten – Umfang, Durchmesser, Temperatur, Zusammensetzung der Atmosphäre und vieles Mehr. Professionelle Astro-Fotografien des Planeten und Zeichnungen von Schulkindern sind ebenfalls zu sehen. 

Wegweiser zum Herrn der Ringe

Der Planetenweg ist als zweieinhalb- bis dreistündiger Rundweg angelegt und  nach sechs Milliarden Kilometern ist man wieder zurück. Als letzter Planet liegt Pluto am weg. Damit die Kondition bis zu Pluto reicht, gibt es drei Wirtshäuser am Weg, neben Uranus zum Beispiel den Gasthof Lärchenwald.

Auf zu Pluto!

Wer sich allerdings schon hier den Rotwein ausgiebig schmecken lässt, der sieht dann schnell die Sterne funkeln. Bis zu Neptun und Pluto ist es noch ein weiter, aber wunderschöner Weg, der abwechslungsreich durch Bergwald und über Bergwiesen und auch durch zwei Biotope mit Rohrkolben und duftigen Gräsern führt.

Magischer Latemar

Den schönsten Ausblick auf Schlern, Rosengarten und Latemar bietet dann Pluto, weshalb man diesen abgelegenen Zwergplaneten keinesfalls auslassen sollte. Von hier geht es dann direkt zurück zur Sonne, also Sternwarte, und kurz davor lädt der Gasthof Unteregger zur Einkehr ein.

Die Einkehr lockt

Wirtin Verena Gummerer empfiehlt die hausgemachten Schlutzkrapfen, aber auch herzhafte Rohnen- und süße Erdbeerknödel. Feine „Sterne-Küche“ wird jeweils in der Woche des Vollmonds geboten. In vielen Gasthöfen des 1. Europäischen Sternendorfs Steinegg-Gummer stehen dann Venus-Muscheln, Neptun-Spieße, Milch-Sterne und vieles mehr auf der Speisekarte. Von der Astronomie zur G-astronomie ist es kein weiter Weg, und so kommen sowohl Topfgucker als auch Sterngucker auf ihre Kosten.

Teleskop der Max-Valier-Sternwarte

Wer im Sommer schon eine Stunde vor Sonnenaufgang draußen unterwegs ist, der kann hell und deutlich die Venus sehen – den Morgenstern, der ja eigentlich ein Planet ist. Natürlich lohnt – bei klarem Wetter -  auch ein abendlicher Besuch der 1350 Meter hoch gelegenen Max-Valier-Sternwarte, um den einen oder anderen Planeten vor die Linse zu bekommen. Die Kapazität des Teleskops würde zum Beispiel auch ausreichen, um am rund 100 Kilometer entfernten Nordufer des Gardasees von einer 1-Cent-Münze die Aufschrift abzulesen.

Die Planeten-Symbole

Kein Wunder, dass dann beim Teleskop-Blick in den Nachthimmel der Herr der Ringe in den Blick rückt. Deutlich ist sogar die Teilung der Saturn-Ringe zu erkennen. Und es ist schon ein besonderes Erlebnis Saturn, Mars und Sommersterne wie zum Beispiel den Atahir vor der nächtlichen Kulisse des Latemar zu beobachten.

Jeden Donnerstagabend findet auf der Max-Valier-Volkssternwarte eine öffentliche Führung statt. Sonderführungen sind nach Vereinbarung Mittwoch und Freitag möglich. Jeden Freitag gibt es zudem um 10 Uhr eine geführte Wanderung auf dem Planetenweg.

Neptun im Wald

Das Südtiroler Sternendorf Gummer-Steinegg hat zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung übrigens ein Extra-Programm aufgelegt. Heute Nachmittag ist auf dem Dorfplatz in Gummer der ehemalige ESA-Astronaut Waleri Ivanowitsch Tokarev zu Gast, um 20 Uhr gibt es ein Percussion-Konzert „From earth to the moon“ und ab 22.30 Uhr lässt sich in der Sternwarte der Mond beobachten. Heute und morgen werden Mondfilme gezeigt, es gibt Mondlesungen und einen Workshop für Kinder ab 6 Jahren – sie dürfen dann einen Mondrover steuern. Das genaue Programm mit allen Infos unter www.eggental.com/mondlandung

Weitere Informationen finden Sie unter www.sternwarte.it oder unter www.maxvalier.org 

Karte: Die Max-Valier-Volkssternwarte

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Die Max-Valier-Volkssternwarte


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