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Stützpunkt auf dem Zentralalpenweg des ÖAV im Steinriesental Ein Porträt der Gollinghütte

Genau von 115 Jahren wurde die Gollinghütte eröffnet, und zwar als letzte von drei Hütten, die von den Mitgliedern der „Alpinen Gesellschaft Preintaler“ erbaut wurden. Sie steht nahe des Gollingswinkels, der bereits um 1880 ein beliebtes Ziel von Bergtouristen war.

Von: Angela Braun

Stand: 21.09.2019

Stützpunkt auf dem Zentralalpenweg des ÖAV im Steinriesenral | Bild: BR; Angela Braun

Vor dem Talschluss des Hochgolling, mit 2862 Metern der höchste Gipfel der Niederen Tauern, haben die Erbauer einen geschützten Platz mit eindrucksvoller Felskulisse ausgesucht. Die Gollinghütte steht in 1643 Metern Höhe auf der Oberen Steinwenderalm. Eine Gruppe Wiener Bergfreunde kam Ende des 19. Jahrhunderts häufig in die steirische Bergregion und entdeckte bereits damals die Schönheiten wie den berühmten Klafferkessel - ein vom Gletscher geformtes Hochplateau mit zahlreichen Seen.

Riesenfindling am Steinriesenbach

Die Wiener Bergfreunde gründeten 1885 die „Alpine Gesellschaft Preintaler“ und errichteten zuerst die Preintaler Hütte. Das Schutzhaus befindet sich in 1656 Metern Höhe und im Herzen der Schladminger Tauern. Die Preintaler Hütte ist ein Tagesausflugsziel, aber auch ein idealer Stützpunkt am Tauern-Höhenweg und Ausgangspunkt für aussichtsreiche Touren. Sechs Jahre später, im Jahr 1871, wurde die 1533 Meter hochgelegene Hans-Wödl-Hütte am östlichen Ende der Schladminger Tauern errichtet. Die Gollinghütte ist das jüngste Berghaus der „Alpinen Gesellschaft Preintaler“ und wurde 1904 erbaut. Damit begann die touristische Erschließung, in dessen Zuge auch Verbindungswege angelegt wurden, zum Beispiel über den Klafferkessel zwischen Preintalerhütte und Gollinghütte.

Blick zurück auf den Hochgolling

Die Schneefelder in der Gollingscharte bleiben meist den ganzen Sommer über. Wer von der Landawirseehütte aufsteigt und auf der anderen Seite über das Felskar absteigt, der landet im Gollingwinkel, in einem natürlichen Amphitheater umgeben von Felswänden. Der Name auf den Wegweisern passt zu dieser Naturkulisse. Auf der saftig grünen Wiese grasen junge Pferde. Es sind Islandpferde, viele haben ein Fohlen an der Seite.  

Die Wirtsleute: Mutter und Sohn - Herta und Herwig Reiter

Herta Reiter bewirtschaftet die Gollinghütte zusammen mit ihrem Sohn Herwig in der vierten Saison. Die Steinwender Alm, das Gebiet, auf dem die Hütte steht, gehört immer schon der Familie. Die Schutzhütte wurde im Laufe der Jahrzehnte aus- und umgebaut, renoviert und modernisiert und wie die beiden anderen Hütten auch mit biologischen Kläranlagen und Wasserkraftwerken ausgestattet. Rund 100 Schlafplätze gibt es, verteilt auf gemütliche Lager und Zimmer. Die Zimmer sind klein, aber fein, die Lager gemütlich und das Essen ist wunderbar. In der Hütten-Küche kocht ein Nepali, mal nepalesisch und mal steirisch.

See unterhalb des Greifenberggipfels

Zwei Tage nach Saisonbeginn hatte sich talauswärts ein riesiger Felsbrocken gelöst und war ins Tal gedonnert. Zum Glück wurde niemand verletzt, erzählt Hüttenwirtin Herta Reiter. Allerdings hing eine mächtige Staubwolke zwei Tage lang im Tal. Ein Geologe habe die Felswände dann untersucht, aber nichts Auffälliges entdeckt.

Gipfel Greifenberg 2618 Meter hoch

Die meisten Wanderer übernachten auf der Gollinghütte, wenn sie auf dem Schladminger Tauern-Höhenweg unterwegs sind. Andere bleiben gern für eine Tagestour, zum Beispiel auf den Hochgolling. Der mächtige Felsgipfel ist mit 2862 Metern der höchste Berg in den Niederen Tauern. Zwei Aufstiege gibt es – der eine führt über den Normalweg, der andere über den Nordwestgrat mit leichter Kletterei. 

Karte: Die Gollinghütte

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Karte: Die Gollinghütte


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