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Die erste Etappe des neuen „Dolomites UNESCO Geotrails“ Bletterbachschlucht und Weisshorn

Weitwanderwege erleben einen Boom. Diesem Trend trägt auch Südtirol Rechnung. “Dolomites UNESCO Geotrail“ heißt der neueste Weitwanderweg, der in zehn Etappen von der Bletterbachschlucht im Südtiroler Südwesten quer durch die Dolomiten bis nach Sexten führt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den geologischen Highlights der „bleichen Berge“. Die erste Etappe des neuen Geotrails führt von der Bletterbachschlucht über das Weisshorn zum Lavazè-Joch.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 31.07.2020

Die erste Etappe des neuen „Dolomites UNESCO Geotrails“ | Bild: BR; Andrea Zinnecker

Die über 200 Millionen Jahre alte Bletterbachschlucht gilt als „Grand Canyon Südtirols“. Nicht umsonst, sagt der Natur- und Wanderführer Alexander Bisan, denn die fünf verschiedenen Gesteinsarten vom Dolomit über vulkanisches Gestein, Sandstein und Porphyr bis zu Werfener Schichten erzählen jeweils eine eigene Geschichte.

Aufstieg zum Weisshorn

Vom Besucherzentrum des Geoparcs Bletterbachschlucht führt der Geotrail auf der Nordostseite der Bletterbachschlucht über knapp 600 Höhenmeter auf den Gipfel des 2317 Meter hohen Weisshorns, oft an der Abbruchkante zur Schlucht entlang mit faszinierenden Tiefblicken, Die bröseligen, bunten Gesteinsschichten erinnern tatsächlich an den Grand Canyon und so mancher Wanderer fühlt sich wie im Wilden Westen. Nur dass man auf dem Weisshorn-Gipfel hoch über dem Südtiroler Grand Canyon dann keine Cowboys, sondern einheimische Weinliebhaber trifft wie den Erwin aus Kurtinig. Das Weisshorn ist sein Hauberg und wird mindestens zwei Mal im Jahr bestiegen – immer dabei im Rucksack für die Gipfelbrotzeit; eine Flasche Wein.

Die Westseite des Latemar

Während der Erwin dann auf dem Zirmensteig nach Radein absteigt, wandern wir weiter auf dem „Dolomites UNESCO Geotrail“ und auf der anderen Seite des Weisshorns hinab in Richtung Lavazè-Joch. Vom einstigen Korallenriff geht es nun hinein in die saftigen Bergwiesen am 2000 Meter hohen Jochgrimmpass. Alexander Bisan, auch Kräuter- und Erlebnispädagoge, ist ein passionierter Barfußwanderer und durchstreift die Bergwiesen ohne Schuhe. Das Barfußwandern stärkt die Bindung an die Erde, sagt er, sorgt für eine permanente Fußreflexzonenmassage und erdet den Menschen auch elektrisch, was wichtig für die körperliche Regeneration ist.

Bergkräuternocken im Berghotel Jochgrimm

Beim Regenerieren helfen aber auch die vielen Bergkräuter, die jetzt im August ihre volle Kraft entfalten, von der Blutwurz bis zum Guten Heinrich, dessen Blätter man als Art Spinat verwenden kann. Alexander Bisan, der elf Jahre lang als Almhirte den Petersberger Leger bei Maria Weißenstein bewirtschaftet hat, ist bekannt für seine Wildkräuterpestos. Als Geheimtipp für einen Bergkräutersalat empfiehlt er als bunte Zutat allerdings Glockenblumen, die etwas herb, aber nicht bitter schmecken. Das macht Lust auf eine Einkehr. Im neugestalteten Berghotel Jochgrimm gibt es bei Küchenchefin Sybille Herbst zwar keine Glockenblumen im Salat, aber wunderbar würzige Bergkräuternocken mit frisch gepflücktem Frauenmantel, Sauerampfer, Thymian sowie Minze und Melisse.

Skizze des Geoparcs Bletterbach

Wer eine Tour mit Alexander Bisan buchen möchte, kann sich unter www.naturheilt.it informieren.

Karte: Das Weisshorn

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Das Weisshorn


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