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Neue Perspektiven im schwierigen Corona-Winter Sanfter Wintersport rund um den Arber

Der Wert der Bergnatur als Fluchtort vor den Schwierigkeiten des derzeitigen Alltags ist in den vergangenen Wochen noch einmal besonders deutlich geworden. Ein Sehnsuchtsziel für viele Niederbayern ist dabei der Große Arber, der mit 1455 Metern höchste Gipfel im Bayerischen Wald.

Von: Georg Bayerle

Stand: 13.02.2021

Neue Perspektiven im schwierigen Corona-Winter  | Bild: BR; Georg Bayerle

Die Skilifte dort stehen still wie überall in Bayern, aber umso mehr haben viele Natursportler dieses Mittelgebirge an der bayerisch-tschechischen Grenze ganz neu für sich entdeckt.

Endlich Auslauf

Eltern und Kinder mühen sich die brachliegende steile Skipiste hoch. Der Vater bepackt wie Robert Scott auf dem Weg zum Südpol: zwei paar Kinderski im Rucksack, die Skistiefel und dazu noch ein Schlitten zum Hinterherziehen. Wenn die Lifte abgestellt sind, ist eben Einsatz gefragt und der Bayerwald ein gefragter Erholungsraum schlechthin in diesen Monaten. Rund um den Arber ist zu spüren, wie sehr die Menschen hier durchschnaufen.

Fast geschafft

Einziges Streitthema an den vergangenen Wochenenden war die Parkplatzsituation, denn die Arber-Seilbahn ließ die meisten Parkplätze geschlossen, was bei vielen Besuchern zu Unverständnis geführt hat. Doch spätestens oben auf dem weitläufigen Gipfelplateau ist der Ärger verflogen. Vor allem auch Kinder entdecken nun gezwungenermaßen neue alpine Disziplinen wie das Skitourengehen mit der Mama als Lehrmeisterin. Zu kaufen gibt es Tourenski so gut wie gar nicht mehr, auch Schneeschuhe sind kaum zu ergattern. Der Trend der vergangenen Jahre ist in diesem Winter endgültig zu einem Winter-Breitensport geworden. Neben solchen sportlichen Neuentdeckungen gibt es dann noch eine Menge Natur-Besucher, die bisher gar nichts mit solchen Aktivitäten am Hut hatten. Paula Hollmann von der Tourismusinfo in Bayrisch-Eisenstein beobachtet das Phänomen auch jenseits der Grenze im Nationalpark Sumava, den die „Knödelbevölkerung“ für sich entdeckt hat. Das sind städtische Ausflügler, die gern motorisiert unterwegs sind, gut essen gehen und sich jetzt am Natursport versuchen. Mal schauen, was außer Plastikmüll von solchen Versuchen übrigbleibt, wenn der Schnee geschmolzen ist. Sicher ist: Es hat sich einiges getan im Winter-Natursport, wenn die Lifte zu und die Bewegungsradien eingeschränkt sind. In jedem Fall ist es ein Schub für den sanften Wintersport, der sich auch in der Zukunft fortsetzen wird.

Eine ausführliche Reportage zu bayerischen Wintersportorten im Lockdown gibt es heute Nachmittag um 14.30 Uhr hier auf Bayern2 in der Nahaufnahme.

Karte: Der Arber

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Karte: Der Arber


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