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Eine Wanderung zum Schusterhüttl im Ultental Alpine Puppenstube mit Panoramablick

Es gibt große Berghütten und kleine Berghütten - und ganz kleine, genauer gesagt: winzige Hütten, fast schon „alpine Puppenstuben“ Eine solche ist das Schusterhüttl im Ultental. Die urige Almhütte liegt am Ultner Höhenweg, der vom Weißbrunnsee bis nach Kuppelwies führt. Wer einmal das Schusterhüttl besucht hat, der wir das ganz sicher nie vergessen.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 06.07.2018

Eine Wanderung zum Schusterhüttl im Ultental | Bild: BR; Andrea Zinnecker

Urige Berghütte oder originelle Almwirtschaft – das Schusterhüttl ist vor allem eines: ein alpines Puppenhaus.

Wie ein alpines Puppenhaus - das Schusterhüttl

Besteht es doch nur aus zwei winzigen Gebäuden mit spitzen Dach – in der einen „Puppenstube“ wird gekocht, in der anderen stehen  zwei Tische mit Platz für maximal zehn Personen, wenn das Wetter schlecht ist. Ansonsten sitzen sowieso alle draußen vor den beiden Spitzgiebeln und genießen den Panoramablick von den Gipfeln im Nationalpark Stilfser Joch bis hinüber zu den Geislerspitzen und dem Peitlerkofel - kein Wunder, liegt das Schusterhüttl doch in 2300 Metern Höhe auf einem baumfreien Hochplateau, weshalb hier oft  der Wind pfeift. Manchmal aber bläst es auch anders – dann, wenn Konrad und Roland zur Freude der Wandergäste ein paar Weisen auf der Trompete spielen.

Hochbetrieb auf dem Schusterhüttl

Der Juniorwirt kümmert sich derweil um den Wein, der auf dem Schusterhüttl nur „kiloweise“ ausgeschenkt wird. Die meisten bestellen ein Kilo Wein, vor allem die Einheimischen, die das spezielle Flair des Schusterhüttls zu schätzen wissen und am Wochenende oft heraufsteigen. Die winzige Küche ist das Reich von Berta Gruber und Ultner Hausmannskost ihr Geheimnis: einfach, aber unglaublich gut, egal ob Omelett mit Marillenmarmelade, Gerstlsuppe, Speckbrettl oder Kaiserschmarrn. Bertas Vater hat das Schusterhüttl einst nur als Hirtenhütte gebaut. So sind die beiden winzigen Behausungen zustande gekommen, eine als Unterschlupf fürs Vieh, eine für den Hirten.

Los geht's am Weißbrunn-Stausee

Natürlich führen mehrere Wege zum Schusterhüttl: der einfachste von der Bergstation der Schwemmalm herüber, der steilste von St. Gertraud im Ultental hinauf, gut 800 Höhenmeter, und der vielleicht einsamste und schönste Weg vom Weißbrunn-Staussee über die beiden Pilsbergalmen, die Hintere Flatschbergalm und das Burgstallegg, einen prähistorischen Kultplatz mit Blick bis zu den Zufallspitzen. Bis zum Schusterhüttl sind es gute drei Stunden, mal im lichten Bergwald, mal über der Baumgrenze – eine Genussetappe auf dem Ultner Höhenweg zwischen Lärchen, Latschen und Urgesteinsblöcken.

Die Bergziegen von der Tufer-Alm

Das Schusterhüttl hat bis Mitte Oktober geöffnet. Wer am Weißbrunn-Stausee gestartet ist, der kann vom Schusterhüttl den Burgstallweg zurückwandern, zur Vorderen Flatschbergalm absteigen und weiter zu den Pilshöfen. Der Weg endet dann direkt an der letzten Bushaltestelle an der Straße hinauf zum Weißbrunnsee - die letzte Bergfahrt ist um 17 Uhr.

Karte: Das Schusterhüttl

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Karte: Das Schusterhüttl


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Fernsebner Josef, Sonntag, 09.Juli, 18:33 Uhr

1. schöne Tour

Herzlichen Dank für den Tipp. Mit meinen Freunden planen wir in der letzten Septemberwoche ein paar Radltouren im Ultental und da passt diese Tour sehr gut dazu. Wir fahren zur Schwemmalm mit dem Radl und wollen dann noch zu Fuß weitermarschieren. Vielleicht kaufen wir uns dann 1 Kilo Wein....
Herzlichen Glückwunsch zum Umsiedeln auf Bayern 2. Ich höre Bayern 2 schon jahrzehntelang und für das Rucksackradio schaltete ich jeden Samstag auf Bayern 1 um. Jetzt ist die Sendung am richtigen Platz!
Weiterhin höre ich gerne zu und freue mich jeden Samstag darauf.
Liebe Grüße
Josef Fernsebner